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Bitte stillstehen: Diese Kühe fotografierte Wolfgang Müller in Jachenau.
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Bitte stillstehen: Diese Kühe fotografierte Wolfgang Müller in Jachenau.

Bauern in Sorge 

Zur eigenen Belustigung? Hilflose Kühe neuem Internet-Wahnsinn ausgesetzt - Bauern entsetzt

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Es ist ein ganz spezieller Internet-Trend: Auf der Videoplattform „TikTok“ stellen zahlreiche Menschen unter dem Namen „Kulikitaka-Challenge“ Bewegtbildaufnahmen ins Netz, auf denen sie hilflose Kühe erschrecken. Bauern sind fassungslos.

  • Auf der Videoplattform „TikTok“ kursieren derzeit mehrere Videos, in denen Menschen bewusst Kühe erschrecken.
  • Der Trend hat sich auch schon in Österreich breit gemacht.
  • Landwirte sind deshalb in großer Sorge.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Auch wenn es noch keinen bekannten Fall davon im Tölzer Land gibt, sind die Landwirte beunruhigt. Kreisbäuerin Ursula Fiechtner aus Wackersberg erklärt: „Rinder sind Flucht- und Herdentiere. Sie sind leicht zu erschrecken, aber jedes Tier reagiert im Schock anders und kann damit die gesamte Herde anstecken.“ Im schlimmsten Fall könne das fatale Folgen haben, denn: „Wenn eine Kuh im Schock durchdreht und die anderen mitmachen, laufen sie blindlings davon.

„TikTok“-Trend: Landwirte entsetze über Videos, auf denen Kühe erschrocken werden

Es kann passieren, dass die bis zu 700 Kilo schweren Tiere dann Wanderer über den Haufen rennen oder in Zäune rasen und sich verletzen“. Wenn das in den Bergern passiert, könnten die Tiere auch in den Abgrund stürzen. „Das ist ja erst im Allgäu passiert“, sagt die Kreisbäuerin. „Ich kann nicht verstehen, wieso man den Tieren absichtlich so ein Leid zufügt. Wer das macht, um Anerkennung zu erheischen, sollten sich lieber mal körperlich oder geistig betätigen, anstatt Tiere zu quälen“, schimpft Fiechtner.

„TikTok“-Trend kann fatale Folgen haben - ganze Viehherden könnten sogar abstürzen 

Auch Bauern-Kreisobmann Peter Fichtner aus Bad Heilbrunn ist außer sich. „Bisher weiß ich noch von niemandem, dass es hier in der Gegend passiert ist, aber das merkt man ja auch meist erst, wenn es schon zu spät ist“, sagt er. „Wenn ich so jemand auf frischer Tat ertappen würde ... der hätte eigentlich eine Tracht Prügel verdient“, sagt Fichtner und fügt hinzu: „Ich weiß, dass das natürlich nicht geht – Gewalt ist keine Lösung. Aber mit einer Anzeige ist man machtlos.“ Im Zweifel werde das Video gelöscht – „und dann steht Aussage gegen Aussage“, mutmaßt der Heilbrunner. Das alte Sprichwort „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu“ passe hier eigentlich sehr gut, schließt Fichtner. „Nur leider steht der Spaß für viele an erster Stelle.“

Landwirte über Kuh-Videos entsetzt: „So jemand hätte eigentlich eine Tracht Prügel verdient“ 

„Solche Aktionen sind gefährlicher Unfug und tierschutzwidrig”, sagt auch die Gaißacher Kreisrätin und Bäuerin Susanne Merk. „Kühe sind sensibel und stressanfällig”, erklärt sie. Sie bräuchten ihren gewohnten Tagesrhythmus. „Nach jeder Aufregung dauert es Stunden, bis sie sich wieder beruhigt haben.“ Gaißachs Dritter Bürgermeister Alois Grünwald, im Hauptberuf Polizeibeamter, macht den Bauern Mut: „Landwirte müssen sich dieses Treiben nicht gefallen lassen und können Anzeige erstatten.“ Der von der Bayerischen Verfassung garantierte freie Zugang zur Natur gelte nach Artikel 25 Naturschutzgesetz nicht für eingezäunte Viehweiden während der Vegetationszeit. Deshalb können solche Aktionen „rechtlich als Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung geahndet werden”, betont Grünwald. (feb/rbe) 

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