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Die Mann-Villa in der Heißstraße: Auch heuer soll es Veranstaltungen über den Schriftsteller und seine Verbindung zu Tölz geben.

Infotafeln, Vorträge, Festival

Tölz bleibt dran an Thomas Mann

Fünf weltweit wichtige Thomas-Mann-Gedenkstätten haben sich vor Kurzem zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Tölz ist zwar kein Vollmitglied, dem Kreis aber informativ eng verbunden. Und man denkt über ein Thomas-Mann-Festival nach.

Bad Tölz – Das Lübecker Buddenbrookshaus, das Literaturarchiv Monacensia in München, das Mann-Kulturzentrum in Nida (Litauen), das Mann-Archiv in Zürich sowie das Mann-Haus in Pacific Palisades (USA) haben sich im Dezember zum „Netzwerk der Mann-Häuser“ zusammengeschlossen. Sie wollen künftig eng bei der Gestaltung von Ausstellungen und in der wissenschaftlichen Forschung zusammenarbeiten.

Warum ist da eigentlich Tölz nicht dabei, obwohl hier im Unterschied zu München tatsächlich noch eine originale Thomas-Mann-Villa steht? Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart hat eine einleuchtende Begründung. Tölz hat nicht wie die anderen Orte gut bestückte Forschungseinrichtungen oder ein Mann-Museum. „Da spielen die in einer anderen Liga.“ Im Verlauf des vergangenen Thomas-Mann-Jahres, als die Deutsche Mann-Gesellschaft in Tölz tagte (und begeistert von dem Standort war), hätten sich gute Verbindungen aufgebaut. Tölz sei nun so eine Art „korrespondierendes Mitglied“ in dem Netzwerk der Mann-Häuser, sagt Botzenhart. Man werde über die Aktivitäten unterrichtet und sei projektbezogen auch in die Arbeit miteingebunden.

Den Schwung des Mann-Jahres wird von der Stadt auch anderweitig hinübergenommen ins Jahr 2018. Stadtarchiv und Tourist-Info arbeiten an Info-Tafeln, die am Tölzer Hintersberg auf die wichtige Tölzer Stationen der Mann-Familie hinweisen sollen. Sie verbrachte von 1909 bis 1917 die Sommermonate in ihrer Villa in der Heißstraße.

Die Mann-Vortragsreihe wird fortgesetzt. In der „Lust“ wird am Sonntag, 8. April, um 11 Uhr zu einer Matinee über die Mann-Erzählung „Herr und Hund“ eingeladen. Der darin beschriebene Hund der Manns, Bauschan, stammte aus Tölz. Martin Hake und Ludwig Retzer werden die historischen Tatsachen und die literarische Verarbeitung vortragen. Toni Fischer spielt auf der Zither dazu.

Am 15. Mai wird Dr. Katrin Max von der Uni Leipzig in Tölz im Stadtmuseum über „Ansichten und Einsichten der Heilkunst im ,Zauberberg‘“ sprechen. Fest steht auch schon, dass Albert von Schirnding im Jahr 2019 über den Roman „Joseph und seine Brüder“ referieren wird.

Der wohl beste Kenner der Tölzer Mann-Biografie, Martin Hake, hat noch weitere Ideen, wie man das Feuer um den deutschen Literatur-Nobelpreisträger am Glimmen halten könnte. Warum nicht eine Partnerschaft mit Nida (Litauen) eingehen, wo Mann von 1930 bis 1932 ein Sommerhaus besaß? Schon die Tölzer Buchhändlerin Johanna Zantl habe da vor vielen Jahren erste Vorstöße unternommen.

Nida (deutsch: Nidden) war zudem eine Künstlerkolonie, die wichtige Expressionisten wie Lovis Corinth anzog. Hake verweist auf die Verbindung zum Walchensee, wo Corinth lange lebte und malte, sowie zu Bad Tölz, wo in der Evangelischen Kirche ein beeindruckendes Corinth-Gemälde als Altarbild hängt.

Christof Botzenhart hat die Vorschläge mit Interesse vernommen und sich gleich einmal kundig gemacht. Das kleine Nida (rund 1200 Einwohner) lädt heuer schon zum 22. Mal zu einem Thomas-Mann-Festival ein. Geboten werden im Juli vor allem zahlreiche Konzerte sowie Vorträge und Ausstellungen. „So etwas könnte man sich doch auch in Tölz vorstellen“, denkt Botzenhart laut nach. „Wir werden dranbleiben.“

von Christoph Schnitzer

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