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Eröffnung im Frühjahr 2014: Das Zentrum für Frischzellentherapie liegt am Fuße des Kogels am Zollhausweg. Es bleibt vorerst beim Labor- und Verwaltungsbau. 

Burkhart baut Sanatorium am Tegernsee

Frischzellenzentrum: „Tölz hat einfach kein Tophotel“

Bad Tölz – Die Stadt hatte sich gut betuchte Klientel für Tölz versprochen, als man am Kogel den Bau des Frischzellenzentrums forcierte. Das Gebäude mit Labor, Lager und Verwaltung steht. Die geplanten Appartements kommen nicht. Stattdessen baut Klaus Dieter Burkhart am Tegernsee.

Im Tegernseer Stadtrat wurde jetzt ein positiver Grundsatzbeschluss für die Pläne des Inhabers und Geschäftsführers des Deutschen Zentrums für Frischzellentherapie, Klaus Dieter Burkhart, gefasst. Er hat 1,5 Hektar Grund in bester Lage an der Perronstraße im Süden des Sees bereits erworben. Burkhart plant den Bau einer Rehaklinik (60 Betten) mit zwei Gebäuden, die inhaltlich völlig losgelöst von der Zelltherapie betrieben werden soll. Die Synergieeffekte erhofft sich der 60-Jährige aber mit dem gleichzeitig errichteten Sanatorium mit 15 Appartements für seine Zelltherapie-Patienten. Sie werden derzeit in angepachteten Räumen in den Egerner Höfen betreut.

Klaus Dieter Burkhart: Chef des Zentrums für Frischzellentherapie

In Tölz, sagte Burkhart auf Anfrage, sei es trotz jahrelanger Bemühungen nicht gelungen, Partner eines Vier- oder Fünf-Sterne-Hauses zu werden oder selbst eines zu bauen. „Tölz hat einfach kein Tophotel mit dem Luxus, den wir unseren Kunden bieten müssen.“ Der Unternehmer, der 2012 mit seinem Unternehmen von Lenggries nach Tölz umzog, hätte zum Beispiel den Jodquellenhof als geeignetes Objekt im Auge gehabt. „Das Haus wäre perfekt gewesen“, sagt er, „wenn die Sanierungs- oder Neubaupläne funktioniert hätten. Wir hätten ja sogar eine Garantie für die Abnahme eines Bettenkontingents abgegeben.“

Angesprochen auf die Hotelpläne der Stadt Bad Tölz an der Arzbacher Straße, lacht Burkhart. Er sei 60 Jahre alt und brauche die Betten so schnell wie möglich, „und nicht mein Sohn“. „Ich kann nicht noch einmal zehn Jahre warten.“ Immerhin: Die Stadt habe sich bemüht.

Für Bürgermeister Josef Janker ist das Ganze eine baurechtliche Geschichte. Der Bau des Frischzellenzentrums sei in einem Sondergebiet für touristische Nutzung genehmigt worden. „Wohnungen werden da jedenfalls nicht genehmigt.“ Für ihn stellt sich die Frage, was Burkhart mit dem Gebäudebestand macht, vor allem mit dem mit hohem finanziellen Aufwand errichteten Reinraumlabor. Die kurzen Wege zwischen Labor und Appartements seien doch seinerzeit ein Argument Burkharts gewesen.

In dem Labor werden die aus ungeborenen Schafen gewonnenen Zellpräparate für die nicht billigen Behandlungen gewonnen. „Das Labor und die Verwaltung bleiben auf jeden Fall in Tölz“, sagt Burkhart. Die Nähe zwischen Arzneimittelherstellung und Behandlungsort sei aufgrund neuer Produktionsmethoden „nicht mehr wichtig. Ich könnte auch in Hamburg produzieren.“ Man stelle, anders als der Name des Unternehmens sage, keine Frischzellen mehr her. „Was wir machen ist Zelltherapie.“

Da sein Betrieb – neben Kosmetik werden nun auch Trinkampullen und Dragees hergestellt – stark expandiere, hält es Burkhart für möglich, dass der Produktionsstandort in Tölz „irgendwann erweitert wird“. Appartements würden aber „aktuell nicht gebaut“.

Ein Verlust für Tölz? Die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier wollte dazu gestern nicht Stellung nehmen. Viel Kontakt zwischen Burkhart und Tourist-Info bestand wohl nicht. Diplomatisch drückte sich Bauamtsleiter Christian Fürstberger aus: „Das Zusammenwirken ist nicht immer leicht gewesen.“

Christoph Schnitzer

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