Eishockey-Experte: Der Tölzer Journalist Hans Staar war selbst im Stadion, als der ECT 1966 zum zweiten Mal Deutscher Meister wurde.

Eishockey

EC Bad Tölz: Erinnerungen ans Tölzer „Wintermärchen“ 1966

Bad Tölz - Journalist Hans Staar hält Vortrag über Titelgewinn des EC Bad Tölz vor 50 Jahren

Vor genau 50 Jahren ist der EC Bad Tölz zum zweiten Mal Deutscher Meister geworden. Das ist Anlass für einen Vortrag, zu dem Hans Staar am Dienstag, 16. Februar, zusammen mit dem Historischen Verein ins Stadtmuseum einlädt. Der Tölzer war viele Jahrzehnte Sportredakteur beim Tölzer Kurier und kennt das hiesige Eishockey wie kaum ein anderer. Er antwortete auf Interview-Fragen seines früheren Kollegen Christoph Schnitzer.

Hans, vor 50 Jahren warst Du 15 Jahre alt. Warst Du im entscheidenden Spiel gegen Füssen dabei?

Natürlich. Ich habe noch einen Platz auf dem Dach des Maschinenhäuschens neben dem Clubhaus ergattert. Es ging unglaublich eng zu. Offiziell war von 6500 Zuschauern die Rede. Ich bin mir aber sicher, es waren viel, viel mehr.

Wie kam es denn dazu, dass sich der Historische Verein jetzt dem Thema Sport widmet?

Das finde ich auch absolut bemerkenswert, und es freut mich wirklich sehr. Die Einladung kam von Stadtarchivar Sebastian Lindmeyr. Der hat sich auch ungeheuer reingehängt.


Du weißt doch sowieso alles über den EC Bad Tölz.

Na ja. Es ist halt etwas anderes, darüber zu schreiben als vor Publikum zu reden und zu erklären. Ich wollte gerne einen Film zeigen. Herr Lindmeyr hat beim BR nachgefragt. Aber der hat das Filmarchiv quasi privatisiert. Das Ende vom Lied: Es hätte einige hundert Euro gekostet. Das war nicht drin. Also habe ich auf einen Tonbandmitschnitt des Fernsehbeitrags zurückgegriffen, den der unvergessene Kurt Stern gemacht hat. Wir haben es zusammengeschnitten. Da wird die Stimmung wunderbar transparent.

In dem Vortrag steckt viel Arbeit?

Ja. Ich habe mit meinem Sohn Patrick und Kurt Stern eine ganz gute Datenbank aufgebaut und konnte 3700 Spiele auswerten. Da werde ich ein paar interessante Zahlen nennen. Es gibt auch einen kleinen Fünf-Minuten-Film mit Schorsch Eberl. Er hat damals ja das vorentscheidende 4:3 gegen Füssen geschossen. Er hat ein Bully direkt verwandelt. Das habe ich nur zweimal in meinem Leben gesehen. Ich habe mit ihm ein kleines Interview vor der Kamera geführt.


Ist der historische Sitzungssaal der richtige Platz für so einen Vortrag?

Aber sicher. Das haben ja die Meister-Ehrungen stattgefunden.


Könnte man sagen, dass die Deutsche Eishockeymeisterschaft einer der Momente in der Ortsgeschichte war, in denen die Tölzer ganz bei sich waren und ein unglaublich großes Zusammenhaltsgefühl entstand?

Ich denke schon, dass sich dieser Titelgewinn sehr nachhaltig auf das „Mia san mia“ in der Stadt ausgewirkt hat. Für die Tölzer war es gleichbedeutend wie für Deutschland die Weltmeisterschaft und das Sommermärchen 2006. Darum heißt der Vortrag auch „Wintermärchen“.


Der Vortrag

am Dienstag, 16. Februar, beginnt um 19.30 Uhr im Historischen Sitzungssaal im Tölzer Stadtmuseum. Der Eintritt ist frei.

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