Bis auf Weiteres geschlossen: Das thailändische Restaurant „Rim Tung“ am Khannturm.
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Bis auf Weiteres geschlossen: Das thailändische Restaurant „Rim Tung“ am Khannturm.

Ob das Tölzer „Rim Tung“ je wieder öffnet, ist derzeit unklar

Kein Restaurant ohne Lebensfreude

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Vielen Tölzern ist es bereits aufgefallen: Das „Rim Tung" am Khannturm hat seine Türen geschlossen. Ob es je wieder aufmacht, ist unklar.

Bad Tölz – „Hoffentlich vorübergehend“ sei das Restaurant geschlossen: So ist es an der Eingangstür beziehungsweise auf der Homepage des thailändischen Restaurants „Rim Tung“ im ehemaligen „Turmkeller“ an der Tölzer Salzstraße zu lesen. Ob das Lokal in Zukunft wieder öffnet, lässt Wirt Robert Habel offen. Auf Anfrage des Tölzer Kurier teilt er mit: „Wenn es möglich ist, wieder wirtschaftlich unter sinnvollen Gegebenheiten zu arbeiten, werden wir dies unverzüglich tun.“ Ob und wann das der Fall sei, darüber könne er keine Aussage treffen. „Das wäre nur unseriös und reine Spekulation.“

Als Grund dafür, das Restaurant fürs Erste zu schließen, nennt Habel, dass ihm „eine verantwortliche Einhaltung und Durchsetzung des Infektionsschutzgesetzes nicht möglich“ sei. Denn dies würde für sein Lokal größere Verluste bedeuten, als es ganz geschlossen zu lassen. Allein mit dem Außer-Haus-Verkauf und 15 Plätzen im Lokal sei „kein wirtschaftliches Arbeiten möglich“. Dazu komme die Sorge vor eventuellen Strafen bei möglichen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz oder vor einer erneuten Zwangsschließung. Habel fragt sich: „Was ist, wenn jemand behauptet, er hätte sich bei uns angesteckt?“

"Rim Tung" kann keine Freiflächen nutzen.

Unter den gegebenen Umständen kämen weder aufseiten der Gäste noch bei den Wirten die nötige Freude und das positive Lebensgefühl auf, die für Habel zu einem Restaurantbesuch gehören.

In seiner Stellungnahme übt Habel Kritik an vielen Stellen, spricht unter anderem von einer „lächerlichen Mehrwertsteuersenkung“, von „Androhungen der Finanzämter der Kontopfändung“ und auch von „Sondernutzungsgebühren für Freiflächen, die nicht genutzt werden können“.

Zu letzterem Punkt, der direkt die Stadtverwaltung betrifft, bat der Tölzer Kurier bei Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach um eine Stellungnahme. Sie räumt ein, dass das „Rim Tung“ nur sehr begrenzte Möglichkeiten habe, Freiflächen zu nutzen, weil sich nach vorne hin der Gehsteig befinde – „wir müssen gewährleisten, dass noch ein Kinderwagen oder ein Rollstuhl vorbeikommen“ – und sich seitlich zum Lokal Einfahrtsstraßen befinden. Von der städtischen Lockerung für Freischankflächen in der Marktstraße – sie können wie berichtet ausgedehnt werden, sofern die Nachbarn einverstanden sind – konnte der „Rim Tung“-Wirt daher nicht profitieren. Allerdings habe ihm die Stadt aus Kulanz die Sondernutzungsgebühr für die Freischankfläche erlassen, berichtet Birte Otterbach.

Andere Gastronomen hätten Interesse am Lokal.

Vorläufig hat Habel nach eigenen Angaben vor, die Pacht für das Lokal weiterzuzahlen. Es gebe aber auch Anfragen von anderen Gastronomen, den Pachtvertrag abzulösen. Insgesamt hält Habel die Zukunftsaussichten von Gastronomie und Einzelhandel für „mehr als bescheiden“.

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