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Das Pflegeheim Josefistift: Seine Lage mitten in der Stadt wird geschätzt. Das Heim ist im Tölzer Alltag gut integriert. Im Bild eine Feier zum Maibaumaufstellen. 

Entscheidung fällt im Oktober

Stadtrat: Sieben Standorte fürs künftige Josefistift

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Wer sich in der Stadtratssitzung am Dienstag endlich eine Entscheidung für oder wider einen Josefistift-Neubau am Standort Bahnhofstraße erwartet hatte, wurde enttäuscht.

Bad Tölz –  Statt das brisante Thema nochmals zu diskutieren, wählte die Verwaltung einen anderen Weg. Sie legte die von CSU und SPD geforderte Analyse aller sieben plausiblen Standorte inklusive Bahnhofstraße vor.

Angefügt ist ein Bewertungskatalog mit Noten, den die Fraktionen nun bis zur Oktober-Sitzung durcharbeiten sollen. Dann soll endgültig über den Standort eines 120-Betten-Pflegeheims (plus 8 Kurzzeitbetten) entschieden werden. Wichtig aber: In dem Bewertungskatalog schneidet der bestehenden Standort Bahnhofstraße nicht gut ab. Er sei nunmal nicht für einen Neubau geeignet, brachte es Franz Mayer (Grüne) auf den Punkt. „Da beißt die Maus keinen Faden ab.“

Wo sind die sieben Standorte? Neben der Bahnhofstraße (Note 2,4) der Parkplatz Arzbacher Straße (1,7), die Wiese an der General-Patton-Straße (1,4), die Jugendcafé-Fläche in der Hindenburgstraße (3,0), die Wiesen am Oberen Griesfeld Nord (3,0) und Süd (2,6) sowie neben dem Waldfriedhof (2,9).

Geschäftsleiter Falko Wiesenhütter hatte es übernommen, die Vergleichsanalyse zu erarbeiten und erntete dafür viel Lob. Er erläuterte die Methodik. Bewertet wurden ausschließlich harte Faktoren wie Eigentumsverhältnisse, Baurecht, Verkehrsanbindung, Stadtentwicklungsaspekte, mögliche Synergien, Planungsmöglichkeiten und Kosten. Weiche Faktoren wie Akzeptanz in der Bevölkerung oder unvorteilhafte Wirkung (Beispiel Standort neben dem Friedhof) blieben außen vor.

Aus den Reihen der Fraktionen gab es keine weiteren Vorschläge. Private Grundstücke haben man nicht aufgeführt, „um keine Spekulation zu erzeugen“. Es habe sich aber ein Privatmann mit einer Hangfläche zwischen Bahnlinie und Griesfeldbebauung gemeldet. Als Biotopfläche gilt sie sie freilich als unbebaubar.

Man wolle nicht verschweigen, so Wiesenhütter, dassfür die Verwaltung nach wie vor die Flinthöhe der Favorit sei. Das gelte eindeutig auch fürs Personal, ergänzte Kämmerer Hermann Forster. Die Mitarbeiter waren für ihn auch die richtigen Ansprechpartner für Jürgen Renner (SPD), der sich bis Oktober noch „Input von außen“ wünschte.

Ganz unumstritten war der Bewertungskatalog dann doch nicht. Für die Verwaltung schnitt die Flinthöhe deshalb besser ab, weil an der Arzbacher Straße eine potenzielle Tourismusfläche aufgegeben würde und mit einem Pflegeheim eine starke Konzentration von Senioren-Einrichtungen im Badeteil entstehen würde.

Christof Botzenhart (CSU), strikter Gegner eines Pflegeheims auf der Flinthöhe, sah das anders. Er pflichtete Franz Mayer bei, der der Flinthöhe nach Fertigstellung der Umgehungsstraße ein großes Entwicklungspotenzial bescheinigte. Aber die Meinung des Rathauses, dass das dortige Wohnquartier zugunsten der besseren Nutzungs-Mischung auch ein Pflegeheim benötige, teilte Botzenhart nicht. Für ihn sei dort oben auch ein Hotel denkbar, nicht nur ein Pflegeheim.

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Franz Mayer wollte wissen, ob die Stadt Tölz so wie Schlehdorf und Lenggries noch vom auslaufenden Förderprogramm des Landkreis profitieren könne. 5000 Euro pro Platz seien nicht zu verachten. „Das endet ja schon nächstes Jahr“, sah Kämmerer Hermann Forster keine großen Chancen. Außerdem würden nur Plätze bezuschusst, die neu geschaffen werden. In Tölz wären das etwa 25. Mayer war sich da nicht sicher. „In Schlehdorf sind, glaube ich, alle Plätze gefördert worden.“ Er bat die Tölzer Kreisräte, sich des Themas mal anzunehmen.

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