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Rund 1000 Kugeln am Tag gehen über die Theke von Fernando Estevens in der Eisdiele Grangelato in der Tölzer Marktstraße. 

Statistik der IHK

Viel Konkurrenz für Eiscafé-Besitzer

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat nach Garmisch-Patenkirchen die zweithöchste Eisdielendichte in Oberbayern.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Schokoladenbecher, Erdbeereis oder extravagante Varianten wie Ricotta-Feige oder Gurke-Dill. Wer an heißen Sommertagen Lust auf eine süße Abkühlung hat, der muss in der Region nicht lange suchen – eiskalte Erfrischungen werden an nahezu jeder Straßenecke angeboten. Kein Wunder: Immerhin hat der Landkreis nach Garmisch-Patenkirchen die zweithöchste Eisdielendichte in Oberbayern.

Das besagt eine Statistik der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. Laut der Studie gibt es pro 5800 Einwohner ein Eiscafé. Im oberbayerischen Durchschnitt sind es nur halb so viele Eisdielen: Eine versorgt rund 12 000 Einwohner. Meist sind die Eiscafés wenigstens offiziell in italienischen Händen: (40 Prozent im Landkreis, 48 Prozent in Oberbayern).

Und obwohl die Dichte im Landkreis schon so hoch ist, nimmt die Zahl der Eisdielen und Eiscafés weiter zu. Seit 1999 gab es einen Zuwachs von 47 Prozent. Während es vor 20 Jahren nur 15 Eismacher in der Region gab, werden heute 22 verzeichnet.

Für Gelati-Liebhaber sind das paradiesische Zustände, doch für die Besitzer der Eisgeschäfte bedeutet es viel Konkurrenz. Fernando Estevens, Geschäftsstellenleiter des Grangelato in der Tölzer Marktstraße, sieht das gelassen. „In der Ferienzeit und bei schönem Wetter spürt man die Konkurrenz nicht“, sagt der 44-Jährige. „Unsere Eisdiele ist an diesen Tagen immer sehr gut besucht.“ Rund 1000 Kugeln verkaufen er und sein Team am Tag.

Und welche Sorte ist der Renner? „Natürlich sind viele unserer Kunden Touristen“, sagt Estevens. „Die essen am liebsten unser Bad-Tölz-Eis aus Vanille, Mandeln und Kirschen.“ Auch für weniger heiße Zeiten haben sich Estevens und Rafael Darela (Geschäftsinhaber des Grangelato) etwas einfallen lassen: „Wir verkaufen das ganze Jahr heiße Waffeln und Crêpes“, sagt Estevens.

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Die Italienerin Maria Faulisi hat erst vor einem Jahr in Geretsried das Eiscafé L’Arena eröffnet. Bisher konnte sie sich gut gegen den Konkurrenzdruck durchsetzen. „Ich überzeuge die Kunden immer mit meiner Qualität der Zutaten“, erklärt die 53-Jährige. „Sehr wichtig ist die zum Beispiel bei den Pistazien. Die Kunden merken das und viele kommen mittlerweile extra wegen unserer Pistazien-Eiscreme ins L’Arena.“

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Aber auch sie musste schon merken, dass bei schlechtem Wetter das Geschäft zäh läuft. Deswegen bietet sie auch weniger frostige Alternativen an. „Ich serviere an kalten Tagen hausgemachten Kuchen.“ Mit Blick in die Zukunft hat die italienische Geschäftsfrau gewisse Bedenken, weil der Zuwachs an Konkurrenz kein Ende zu nehmen scheint. „Bald eröffnet noch eine Eisdiele in Geretsried“, sagt Faulisi. „Ich bin gespannt, ob ich meine Kunden dann teilen muss.“ (Felicitas Bogner)

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