Vor Gericht musste sich jetzt ein Tölzer (55) verantworten.
+
Vor Gericht musste sich jetzt ein Tölzer (55) verantworten.

Zu Geldstrafe verurteilt

Tölzer (55) vor Gericht: Zweimal ohne Führerschein erwischt

  • vonRudi Stallein
    schließen

Obwohl er keine gültige Fahrerlaubnis mehr hatte, wurde ein Tölzer wiederholt am Steuer seines Autos gesehen. Nun führte ihn sein Weg vor Gericht.

Bad Tölz/Wolfratshausen – Der Angeklagte sagte, er sei der festen Überzeugung gewesen, einen gültigen Führerschein zu haben. Dass dem nicht so ist, hätte er einem Schreiben des Landratsamtes entnehmen können. Darin war ihm im Dezember 2016 mitgeteilt worden: Die Fahrerlaubnis erlischt mit diesem Bescheid. Weil der Tölzer seither nie eine neue beantragt hatte, war er somit ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs, als er im Januar 2020 zweimal erwischt wurde. Das kam ihn nun teuer zu stehen: Der Kfz-Mechaniker wurde zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Am 14. Januar war der 55-Jährige in der Lenggrieser Straße einer Polizeistreife aufgefallen. Die Beamten erfuhren aber erst bei ihrer Rückkehr auf der Polizeistation von einem Kollegen, dass der Tölzer „eigentlich nicht fahren darf“. Vier Tage später bemerkten dieselben Polizisten den Mann erneut, als er in Heilbrunn Richtung Tölz unterwegs war. „Wir haben eine Kontrolle forciert, was aber wegen des dichten Verkehrsaufkommens schwierig war“, berichtete ein Beamter als Zeuge. „Deshalb haben wir die Kollegen in Bad Tölz informiert.“ Diese zogen den Beschuldigten wenig später auf der B472 am Parkplatz Steinsäge „aus dem fließenden Verkehr“, wie ein weiterer Zeuge erläuterte.

„Ich saß auf der Rückbank, gefahren ist mein Sohn“

„Ja, das war so“, räumte der Tölzer ein. „Das war nicht richtig, was ich gemacht habe. Das ist vollkommen klar.“ Eine weitere Fahrt, die ihm von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt wurde, stritt er hingegen vehement ab. Am 18. Februar hatte ihn ein Bekannter angezeigt. Er will den Beschuldigten beim Fahren in Gaißach gesehen haben. „Das ist eine reine Retourkutsche, weil ich sein Auto nicht gratis repariert habe“, vermutete der Kfz-Mechaniker. Er habe dem Bekannten beim Vorbeifahren in die Augen geschaut. „Aber ich saß auf der Rückbank, gefahren ist mein Sohn“, beteuerte der Angeklagte.

In diesem Punkt wurde das Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt, nachdem der Anzeigenerstatter gehört worden war. Für die zwei Fahrten im Januar verurteilte Richter Helmut Berger den 55-Jährigen zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 25 Euro. Zu Lasten des Angeklagten wertete das Gericht, dass der Mann in der Vergangenheit schon ein Dutzend Einträge im Bundeszentralregister angesammelt hat.

Lesen Sie auch:

Ein 19-jähriger, dem nach eigenen Angaben am Steuer schwarz vor Augen wurde, ist in Greiling durch den Gartenzaun eines Kfz-Betriebs gedonnert

In Bad Tölz hat ein Obdachloser eine Hochzeit gestört

Mutter flüchtet mit Tochter (13) vor Erziehungsanstalt - Richter spricht von „Drama“

Auch interessant

Kommentare