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Die notenbesten und engagiertesten Schüler des Tölzer Gymnasiums bekamen von Schulleiter Harald Vorleuter (links) Büchergutscheine und Rosen.  

Zeugnis-Feier

Tölzer Abiturienten: „Charmant, bissig, intellektuell“

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Eine gute Abiturfeier steht und fällt mit einer gelungenen Abiturrede. Der Jahrgang 2017 des Tölzer Gymnasiums schaffte es am Freitag in jeder Hinsicht, gleichzeitig zu kritisieren und zu versöhnen.

Bad Tölz – „Geht Euren eigenen Weg“, Euch stehen alle Türen offen“, „Seid kein namenloses Schaf in der Herde“: Reden auf einer Abiturfeier triefen nur so vor Metaphern. Manchmal meint man, es gebe einen inoffiziellen Wettkampf: Wer die meisten Sprachbilder hinwirft, der gewinnt.

Die Abiturienten des Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums haben das bei der Zeugnis-Feier in der Turnhalle erkannt und karikiert. Erst erinnerten sie ihren Schulleiter Harald Vorleuter daran, wie gerne der die Raupe bemühe, die zum Schmetterling, also zum Abiturient, wird. Dann betonten sie, dass sie selbst die „Trendsetter in Sachen Naturmetaphern“ seien. Das Motto: Das zarte Pflänzchen und der starke Baum.

Vorneweg: Die Abiturrede von Dominik Ströbel, Julius Steinbach, Stephan Dorfmeister, Christine Häsch und Maximilian Czerweny war wunderbar kurzweilig und der Höhepunkt einer unterhaltsamen Feier.

Auch wenn Vorleuter die Schule vorangebracht habe, musste der scheidende Schulleiter einiges einstecken – nicht nur wegen „geflüsterter Durchsagen, die auf den Gängen verhallen“: Ströbel zweifelte daran, dass die Berufung zum Ministerialbeauftragten nach Oberfranken wirklich ein Karrierefortschritt ist. Steinbach ließ von Vorleuter ab, um dem umstrittenen „Terrakotta“-Anstrich des Gymnasiumsgebäudes Aufmerksamkeit zu schenken. „Das ist eine architektonische Revolution“, sagte Steinbach und bekam viele Lacher. Dorfmeister kritisierte den hohen Papierverbrauch an der Schule, die sich doch so für die Zukunft des Regenwalds einsetze: „Bei uns werden Dinge kopiert, die gar nichts in einem Kopierer verloren haben.“ Trotz allem gebe es am Tölzer Gymnasium viele gute Lehrer. Die sehr guten, so Dorfmeister, seien allerdings so schwer zu finden wie Schülerparkplätze. Der kritischen Abirede verpasste Czerweny einen versöhnlichen Abschluss: „Unterm Strich nehmen wir eine Allgemeinbildung mit, die uns erlaubt mitzureden.“

Nun betrat der Schulleiter wehmütig die Bühne, um die 154 Schüler seines siebten und letzten Abiturjahrgangs zu verabschieden. „Charmant, bissig und intellektuell“ fand er die Rede der fünf Gymnasiasten. Seine eigene würzte er mit der Metapher des Kleinkinds, das immer wieder aufsteht. „Ich hoffe, wir haben euch die nötige Frustrationstoleranz fürs Leben beigebracht“, sagte Vorleuter. Er wünsche sich Abiturienten, die gegen Widerstände ankämpfen, quer denken und das Gemeinwohl im Sinn haben.

Letzteres hatte auch Thomas Holz. Der stellvertretende Landrat wusste, mit welchem Spruch er die Absolventen auf seine Seite ziehen konnte: „Es gibt an so einem Tag doch nichts Nervigeres als lange Reden von Politikern.“ Holz machte übrigens selbst Abi in Tölz – vor 22 Jahren. „Durchhalten wird belohnt“, sagte er und forderte: „Denkt heute mal nicht an die Zukunft. Ihr habt es geschafft. Genießt einfach den Moment.“

Als die notenbesten und engagiertesten Schüler geehrt und die Abiturzeugnisse verteilt waren, trug die Bigband „The young groove-teeth“ unter der Leitung von Peter Zoelch ihre Instrumente nach draußen: Die Feier ging vor der Halle mit Sekt und Häppchen weiter.

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