Postkarten, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen, verteilt Hellena Bigos in kleinen Boxen an acht Stellen im Stadtgebiet. Das Foto entstand am Startpunkt der Schnitzeljagd an der Tölzer Tourist-Info.
+
Postkarten, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen, verteilt Hellena Bigos in kleinen Boxen an acht Stellen im Stadtgebiet. Das Foto entstand am Startpunkt der Schnitzeljagd an der Tölzer Tourist-Info.

Philosophische Schnitzeljagd

Tölzer Aktion zum Nachdenken über gesellschaftliche Spaltung

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
    schließen

Eine gesellschaftliche Spaltung ob der aktuellen Corona-Krise wird immer deutlicher. Die Akademie für Philosophische Bildung und Wertedialog möchte darauf aufmerksam machen und mit einer Postkartenaktion das „Wir“ stärken.

Bad Tölz – Die Corona-Krise zeigt es gerade noch einmal ganz deutlich: Bei vielen Themen gehen die Anschauungen nicht nur weit auseinander – es drohen auch der Dialog und die sachliche Diskussion abzubrechen. Im schlimmsten Fall kommt es zu gesellschaftlichen Spaltungen. Dabei wäre gerade in Zeiten wie diesen gesellschaftlicher Zusammenhalt besonders wichtig. Einen Beitrag, um das gemeinsame „Wir“ zu stärken, möchte aktuell die „Akademie für Philosophische Bildung und Wertedialog“ mit einer Postkartenaktion leisten. Für ihre Heimatstadt Bad Tölz hat Hellena Bigos dazu eine Schnitzeljagd der besonderen Art organisiert.

Schnitzeljagd hat acht Stationen in Bad Tölz

Die 18-Jährige absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Akademie in München und hat vor, danach Ethnologie zu studieren. Im Rahmen ihres FSJ beschäftigte sie sich auch mit der Kampagne „Werte für ein neues Wir“. Die „Akademie für Philosophische Bildung und Wertedialog“ hat es sich generell zur Aufgabe gemacht, Philosophie als Kulturtechnik im Alltag zu verankern – nach dem Prinzip: Philosophieren kann jeder, und gemeinsam lassen sich dadurch viele Antworten für unser Zusammenleben finden. Die Akademie organisiert zum Beispiel Workshops, Fortbildungen und Projekte für Kinder und Jugendliche. Träger ist die „Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration“ (gfi).

Postkarten mit Fragen, die zum Nachdenken anregen

Für die aktuelle Kampagne wurden verschiedene Motive für soziale Medien, Plakate und eben auch Postkarten entworfen. Darauf stehen provokant formulierte Fragen, an denen sich in der Aktualität die Geister scheiden, zum Beispiel: „Weiblich, männlich, divers. . . was noch alles?“, ergänzt um eine philosophische Frage, die zum Nachdenken und Diskutieren anregt: „Was, wenn sich Natur nicht an unsere Normen hält?“

Themen der Fragen passen zu Orten der Schnitzeljagd

„Wir wollen dazu keine Meinung vorgeben“, sagt Hellena Bigos. „Die Postkarten sollen ein Anstoß sein, zu diskutieren, nachzudenken und seine Meinung zu begründen.“ Die Meinung dürfe freilich auch sein: „Zwei Geschlechter sind genug.“ Prinzipiell sollten die Karten in Bars, Museen und Läden ausgelegt werden. Für Bad Tölz hat sich Hellena Bigis etwas ausgedacht, was gerade gut zum Corona-Alltag passt, in dem das Spazierengehen eine notgedrungen weitverbreitete Freizeitbeschäftigung ist. „Und ich dachte mir, ich versüße die Spaziergänge mit einer Schnitzeljagd“, sagt die 18-Jährige. Deswegen hat sie an acht Stellen in der Stadt kleine Boxen aufgestellt, denen man eine Postkarte entnehmen kann. Startpunkt ist die Tourist-Info im Badeteil. Eine Rätselfrage führt dann immer zum Standort der nächsten Box. Die Themen passen jeweils thematisch zur Örtlichkeit. An der Tourist-Info etwa geht es um Reisen und Klimaschutz.  

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare