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Willkommen zum Neujahrsempfang: Partnerschaftsvereins-Vorsitzender Martin Englert (am Rednerpult) begrüßt die Gäste im Kleinen Kursaal.

„Tölzer Außenminister“: Plädoyer für Europa

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Ein kurzweiliger Festredner, gute Gespräche und ein Prosit auf 2019: Der Neujahrsempfang des Städtepartnerschaftsvereins Bad Tölz hat sich im gesellschaftlichen Leben der Stadt etabliert.

Bad Tölz – Auch wenn in den Augen mancher Zeitgenossen die Städtepartnerschaften überholt scheinen – Martin Englert ist überzeugt: „Wir brauchen diese Verbindungen mehr denn je.“ Nur wer seine europäischen Nachbarn kenne und wisse, wie sie leben, könne ihr Handeln einschätzen.

Der von Englert geführte Partnerschaftsverein pflegt die mittlerweile 53-jährigen Beziehungen mit der Stadt Vichy in der französischen Auvergne und seit 15 Jahren den Austausch mit der italienischen Stadt San Giuliano Terme in der Toskana. 125 Mitglieder zählt der Verein, der diesen Empfang bereits zum vierten Mal organisiert hat. Englert rief die Mitglieder und alle Tölzer auf, sich an der Bürgerfahrt nach Vichy von 24. April bis 1. Mai zu beteiligen.

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„Ihr seid der außenpolitische Arm der Stadt Bad Tölz“, sagte Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart in seinem launigen Grußwort – und ernannte Martin Englert kurzerhand zum „Tölzer Außenminister“. Botzenhart rief die Tölzer dazu auf, mit der Teilnahme an Austauschfahrten „auf lokaler Ebene ein Zeichen für das Miteinander in Europa zu setzen“. Er selbst besuche heuer London, seine Frau nehme an der Bürgerfahrt nach Vichy teil.

Als Festredner nahm Florian Streibl die Zuhörer mit auf eine kurzweilige Zeitreise durch die mehr als 2000-jährige Geschichte Europas. Als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im bayerischen Landtag überbrachte er die „Grüße der Staatsregierung“ nach Bad Tölz. Der in seiner Heimat Oberammergau geprägte Leitsatz „Offen für die Welt“ treffe auch auf den Partnerschaftsverein zu.

Nach Einschätzung Streibls spielten in Europa Frauen immer eine wichtige Rolle – angefangen von der namensgebenden griechischen Göttin („die Weitsichtige“) bis hin zu Angela Merkel. Europa ist in den Augen Streibls weit mehr als ein wirtschaftlicher Zusammenschluss: „Europa ist ein Friedensprojekt – eine Antwort auf die Verbrechen von Verdun, Auschwitz und Hiroshima.“

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Europa gerate derzeit in Schwierigkeiten. Welche Auswirkungen das beispielsweise allein für die niederbayerische Stadt Dingolfing habe könne, sei ihm seit einem Werksbesuch bei BWM bewusst geworden: „Nach einem Brexit stehen dort die Bänder still.“ Um derartigen Herausforderungen zu begegnen, müsse man mutig und selbstbewusst ins neue Jahr gehen. „Danke für diese super Rede“, sagte Martin Englert abschließend.

Viel Applaus gab es auch für die großartige volksmusikalische Umrahmung der Feier durch Rita Reiter, Lisi Rossa und Celine Peiroten.

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