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Bleibt vorerst erhalten: Der Bauausschuss lehnte einen Abriss des Hauses Fruth in der Höckhstraße ab. 

Bauausschuss denkt um: Haus Fruth soll erhalten werden

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Bad Tölz - Es war eine knappe Entscheidung. Mit 7:6 Stimmen hat sich der Tölzer Bauausschuss nun doch für den Erhalt des denkmalgeschützten Hauses Fruth in der Höckhstraße ausgesprochen. Vorangegangen war eine Debatte um Für und Wider.

Im Oktober hatte der Ausschuss noch für den Abriss gestimmt, aber zur Voraussetzung gemacht, dass Eigentümer Ernst Duttler ansprechende Pläne für einen historisierenden Nachfolgebau vorlegt. Das tat Duttler in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag nun auch. Sogar Stadtbaumeister (und Abrissgegner) Hannes Strunz war angetan von den Plänen für die zwei Neubauten an der Höckhstraße. „Das ist gut vorstellbar.“

Das würde dem Ensemble gut tun, appellierte Ludwig Janker (CSU) an die Kollegen, das dringend renovierungsbedürftige Haus abreißen zu lassen. Eine wirtschaftliche zumutbare Sanierung sei nicht machbar, verwies Bauamtsleiter Christian Fürstberger auf ein 100-seitiges Gutachten. Bei der Bausubstanz handle es sich „nicht unbedingt um eine hochwertige Geschichte“. Fürstberger führte auch die Rechtssprechung ins Feld. Der Denkmalschutz verliere da oft. Michael Lindmair (FWG) sah zwischen dem Bestandsbau und der Neubauplanung eigentlich nur einen Unterschied: „Dass die Balkone nicht mehr halbrund, sondern eckig sind.“

Die Abrissgegner hielten vehement dagegen. Ihre Seele koche, ließ Camilla Plöckl (SPD) wissen. Für sie stelle sich die Frage, „wie wir künftig mit unseren Baudenkmälern in Tölz umgehen. Wir dürfen auf keinen Fall, dem Abriss zustimmen.“ Es könne nicht sein, dass jemand wissentlich ein Baudenkmal kaufe, es verrotten lasse und dann mit einen Bauantrag für einen Neubau durchkomme. Für Jürgen Renner (SPD) galt nach wie vor der Ausschuss-Beschluss von 2013, als ein Abriss schon einmal abgelehnt worden war.

René Mühlberger (CSU), im Oktober noch Befürworter des Abrisses, hatte umgedacht. Er erkannte in der ehemaligen Bayerischen Verwaltungsschule einen Präzedenzfall für die Zukunft. Denkmalschutz habe schließlich sogar Verfassungsrang, begründete er sein Votum für den Erhalt. Wer ein Baudenkmal erwerbe, sei dafür auch verantwortlich. Christian Fürstberger widersprach. Das Ensemble sei seinerzeit gekauft worden ohne Wissen des Denkmalschutzes.

Peter Priller (Grüne) stand auf dem Standpunkt, dass sich der Bauwerber zuerst mit dem Landesamt für Denkmalpflege ins Benehmen setzen solle, bevor der Bauausschuss darüber diskutiert. „Solange der Denkmalschutz besteht, brauchen wir nicht so tun, als wenn es nicht so wäre.“

Auch Josef Steigenberger (CSU) und Franz Mayer (Grüne) beriefen sich auf die einstimmige Entscheidung des Gremiums vor drei Jahren zum Erhalt des Gebäudes: Man solle sich ganz generell in Tölz nicht von den Bauträgern die Zügel aus der Hand nehmen lassen.

Fürstberger klärte das Gremium auf, dass der Bauwerber zu Recht zunächst beim Rathaus um eine Abrissgenehmigung angesucht habe. „Wir haben zu entscheiden, ob sich ein Neubau nach Art und Maß in die umgebenden Bebauung einfügt.“

Mit versteinertem Gesicht verfolgte Ernst Duttler anschließend die Abstimmung. Für den Abriss stimmten Lindmair, Rein, von der Wippel (alle FWG), Ludwig Janker, Josef Janker und Bauer (alle CSU). Dagegen waren: F. Mayer, Priller (beide Grüne), Kirste (FWG), Renner, Plöckl (beide SPD), Mühlberger und Steigenberger (beide CSU). 

Christoph Schnitzer

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