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Tölzer Bauausschuss

Haus Fruth: Abbruch in Aussicht gestellt

Bad Tölz - Vor drei Jahren urteilte der Tölzer Bauausschuss nach einem Ortstermin, dass das Haus Fruth stadtbildprägend sei. Die Zeiten ändern sich. Nun wird ein Abriss und der Neubau von Wohnungen wohlwollend erwogen. Es war eine knappe 8:5-Entscheidung.

Stadtbaumeister Hannes Strunz hatte sich nach Kräften bemüht, einer Sanierung des typischen Beispiels Tölzer Bäderarchitektur aus den 1920er-Jahren das Wort zu reden. Café Kogel, Grüner-Brauerei und Villa Vivendi seien nach Strunz’ Worten überzeugende Beispiele dafür, dass eine Sanierung möglich ist. Die Stadt solle sich nicht gegen das Landesamt für Denkmalpflege stellen, das sich 2013 unmissverständlich gegen einen Abriss des ehemaligen Sanatoriums Dr. Fruth, in dem es am Samstag gebrannt hat, ausgesprochen hatte. Dann hätten die Fachbehörden zum Schutz des Denkmals auch Maßnahmen ergreifen müssen, drehte Bürgermeister Josef Janker den Spieß um. „Es ist aber nur schlechter geworden.“

Robert Paintinger (CSU) sah es pragmatisch. Wenn man über einen Abriss diskutieren wolle, dann müsse da natürlich etwas hin, was hinpasst. „Ich möchte erst sehen, was der Bauwerber vorschlägt.“ Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart (CSU) blies ins selbe Horn. Man müsse großen Wert auf die Geschichte des Kurviertels legen. „Das muss baulich ablesbar sein.“ Darum schlug der Zweite Vorsitzende des Historischen Vereins vor, dass da „etwas Historisierendes“ hingebaut wird.

René Mühlberger (CSU) fand die Frage nicht unwichtig, ob der Besitzer beim Kauf habe wissen können, dass es ein Baudenkmal ist. Strunz konnte ihm nicht weiterhelfen Bauamtsleiter Christian Fürstberger erinnerte in dem Zusammenhang aber daran, dass nicht mal Baufachleute im Landratsamt 2006 die Qualität des Hauses und das Baudenkmal erkannt hätten. Man habe damals eine Baugenehmigung für einen Neubau ausgestellt, die aber derzeit ruhe.

Kurdirektorin Brita Hohenreiter betrachtete den Fall „aus touristischer Sicht“ und bezeichnete das seit Jahren verfallende Gebäude mit einem großen Öltank davor als „Schandfleck“.

„Und wer hat den Öltank aufgestellt? Das ist doch eine Provokation“, konterte Josef Steigenberger (CSU). Das Gebäude sei unbedingt schützenswert und sanierungswürdig. „Man kann nicht immer nur niederreißen.“

„Wir schaffen Bezugsfälle“ wandte Camilla Plöckl (SPD) ein und erinnerte daran, „dass wir auch eine Wandelhalle haben, die immer maroder wird“. Andrea Grundhuber (Grüne) hielt es für falsch, die Entscheidung des Landesamtes für Denkmalpflege (LfD) in Frage zu stellen. „Das steht uns nicht zu.“ Sie erinnerte daran, dass Duttler die Immobilie hätte verkaufen können. „Es gab ein Angebot.“ Peter Priller (Grüne), selbst Besitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes, hielt es für schlicht ungerecht, wenn „wir viel Arbeit und Liebe in unsere Häuser stecken und das bei anderen dann ganz anders geht“. Margot Kirste (FWG) stimmte mit den Gegnern.

Die Mehrheit votierte für den Vorschlag Jankers, dass ein Abbruch in Aussicht gestellt wird, wenn Duttler eine „entsprechende Fassadengestaltung mit zwei angepassten Baukörpern“ vorlege. Die Befürworter: Paintinger, Botzenhart, Mühlberger, Bauer, J. Janker (CSU); Lindmair, A. Wiedemann, Rein (FWG).

Und was sagt das Landratsamt? Sprecherin Marlis Peischer verweist auf den Eintrag als Baudenkmal im Bayerischen Denkmalatlas. Ein Abbruchantrag könne gleichwohl immer gestellt werden und werde dann in Abstimmung der Baugenehmigungsbehörde mit dem LfD entschieden. Christoph Schnitzer

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