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Auf der Brachfläche südlich des „Jägerwirts“ entstehen zwölf Wohnungen.

Tölzer Bauausschuss

Familientauglich: Keine Kompromisse bei sozialem Wohnbau

12 Wohnungen entstehen in der Tölzer Kohlstatt, einige davon sind familientauglich. Darüber diskutierte der Bauausschuss zuletzt - und über einen „eingeklemmten Spielplatz“.

Bad Tölz – Die erste Bauausschuss-Sitzung als künftiger Tölzer Stadtbaumeister: Klar, dass die Florian Ernst mit großem Interesse verfolgte und gleich eine, wie er sagte, „intensive Diskussion“ erlebte.

In der Tat. Der Bauantrag der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Lenggries für 12 günstige Mietwohnungen auf einem rund 800 Quadratmeter großen Areal an der Kohlstattstraße wurde nicht, wie man hätte erwarten können, durchgewunken. Es wurde genau hingeschaut und deutliche Kritik geäußert.

Zur Vorgeschichte. Ursprünglich waren auf der von der Stadt zum Gutachterpreis veräußerten Brachfläche südlich des „Jägerwirts“ 15 Wohnungen angedacht. Die wären aber ziemlich klein ausgefallen: Nun sind es 12 Wohnungen, sechs davon größer als 65 Quadratmeter und damit familientauglich. Als Mietpreis sind günstige 7.50 Euro pro Quadratmeter anvisiert, sagt Bürgermeister Josef Janker. Die Hälfte der Appartements darf die Stadt mit Wohnungssuchenden belegen, die auf ihrer Warteliste stehen und Unterstützung benötigen. Von den 18 Stellplätzen sind elf auf dem Grundstück nachgewiesen. Der Rest darf abgelöst werden, und zwar – ein Bonus für die Baugenossenschaft – zur Hälfte der üblichen Summe: 5000 statt 10 000 Euro pro Stellplatz. Das Geld nimmt die Stadt her, um am Grundstücksrand entlang der Kohlstattstraße sieben öffentliche Parkplätze zu errichten. Soweit so gut.

Josef Steigenberger (CSU) zweifelte grundsätzlich daran, ob in der Kohlstatt nach der Sanierung des Quartiers überhaupt genug Parkraum vorhanden ist und sprach von „Chaos“. Er musste sich von der Verwaltung sagen lassen, dass es rechnerisch nun sogar mehr Stellplätze gibt. Das versetzte Parken sorgt laut Bauamtsleiter Christian Fürstberger dafür, dass in dem Wohnviertel nicht mehr so schnell gefahren wird. Andrea Grundhuber (Grüne) kritisierte den „zwischen zwei Hauswänden eingeklemmten, schmalen Kinderspielplatz“, die fehlende Eingrünung sowie den Standort des zu kleinen Radhäuschen im Eck. Der Argumentation von Janker und Vize Andreas Wiedemann (FWG), dass man für sozialen Wohnungsbau nun einmal Kompromisse eingehen müsse, wollte sie nicht folgen. „Dagegen wehre ich mich entschieden. Das ist eine lieblose Planung.“ Robert Paintinger (CSU) sprang ihr zur Seite. Der Bauantrag wurde schließlich unter der Auflage genehmigt, dass der Planer nochmals Kinderspielplatz, Radhäuschen und Außenanlagen überarbeitet. Zur Not, so der Vorschlag von Jürgen Renner (SPD), könne man ja noch einen Stellplatz opfern.

Andreas Wiedemann brachte noch einen ganz neuen Gedanken ins Spiel. Warum nicht den aufgelösten Spielplatz am Rot-Weiß-Sportplatz wieder aktivieren? Fürstberger war skeptisch. „In sechs Jahren, in denen der Spielplatz zu ist, haben wir nur eine Anfrage gehabt, dass er wieder geöffnet wird.“ „Wenn da ein gescheiter Spielplatz ist, wird da auch gespielt“, erwiderte Paintinger. Auch Martin Harrer (FWG) sprach sich für die Ertüchtigung des Platzes aus. „Als wir Kinder waren, konnten wir ja noch problemlos an der Isar spielen. Das geht ja alles nicht mehr.“ Ein neuer Spielplatz in der Kohlstatt soll nun – von Florian Ernst – im Rahmen des ISEK-Prozesses (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) geplant werden.

Christoph Schnitzer

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