Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen
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Nichts ist es mit „mehr erleben“: Im August 2015 hat Anton Hoefter das Alpamare geschlossen. Jetzt will er auf dem Grund zwischen evangelischer Kirche und Villa Adelheid an der Schützenstraße Wohnblöcke errichten. Die Stadt lehnte ab. 

Tölzer Bauausschuss sagt Nein

Hoefter probiert‘s und fällt durch

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„Was soll das?“, fragte sich Camilla Plöckl (SPD) und fand keine Erklärung, warum Anton Hoefter über die drei von ihm kontrollierten Gesellschaften „Jodquellenhof GmbH & Co KG“, „Freizeit-Center Breitscheid GmbH“ und „Alpabob GmbH & Co KG“ jeweils Vorbescheidsanträge für Bauvorhaben im Badeteil gestellt hatte. „Das ist dreist.“

Bad Tölz – Wohl eher prozesstaktisch bedingt, erklärte Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Die Jod AG versuche so wohl, das Feld für spätere Klagen zu bereiten.

In dem Fall geht es um Rechte vermeintlich mehrerer Grundeigentümer. Hinter allen steht aber Anton Hoefter, der mit seinen Vorbescheidsanträgen im Ausschuss krachend scheiterte. Der Bebauungsplan sieht im Sondergebiet rund um Jodquellenhof, ehemaliges Herderbad und Alpamare nur Hotelnutzung und hotelergänzende Nutzungen vor. Große Wohnblöcke und Gebäude mit gewerblicher Mischnutzung, wie sie Hoefter nun an der Ludwigstraße 13 und 15 anstelle des Jodquellenhofs sowie an der Herderstraße plant, widersprechen den Vorgaben. Da gab es keine Diskussion im Ausschuss.

Kurdirektorin Brita Hohenreiter ärgerte sich allerdings vehement darüber, wie die Jod AG in einem Internet-Blog Stimmung gegen die Stadt mache und für Wohnbauten auf dem Hotel- und Alpamare-Areal werbe. Hoefter argumentiere immer wieder mit der Umgebung des Areals, die von Wohnbauten geprägt sei. Hohenreiter fand dies besonders infam. Schließlich seien diese Wohnanlagen entlang der Wilhelmstraße alle von Hoefter initiiert und durch einen Bauträger realisiert worden.

Drei Anträge der oben genannten Gesellschaften wurden rasch abgelehnt, der vierte war etwas anders gelagert. Die „Alpabob GmbH“ beantragt entlang der Schützenstraße zwischen evangelischer Kirche und Villa Adelheid zwei große Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage. Der Grund liegt außerhalb des Sondergebiets Bäderviertel, sei aber laut Stadtbaumeister Hannes Strunz unzweifelhaft ein Außenbereich im Innenbereich und „keine Baulücke“. Die Baukörper seien überdies viel zu groß dimensioniert und nähmen, so Strunz, „keine Rücksicht auf die Nachbarbebauung“. Das viergeschossige Baugebäude sei so hoch wie die Kirche. „Das ist ja fast wie in New York“, meinte Strunz kopfschüttelnd.

Auch diese „nicht überzeugende Planung“ wurde abgelehnt. Plöckl wollte schließlich wissen, ob die Stadt nicht mal die Fühler ausgestreckt habe, um wenigstens eine Teilfläche mit dem Jodquellenhof zu erwerben. „Ein Hotel dort wäre doch viel besser als an der Arzbacher Straße.“ Kämmerer Hermann Forster: „Da gehören immer zwei dazu, Verkäufer und Käufer. Und es ist eine Frage des Preises.“

Die Türen zwischen Stadt und Jod AG seien aber nicht zu. Darauf nahm auch Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann Bezug, als er erklärte, dass die Stadt in nächster Zeit auf jeden Fall das Gespräch mit Anton Hoefter suchen werde.

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