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Die Buchberg-Klinik in Bad Tölz. 

Corona-Virus

Tölzer Buchberg-Klinik geräumt - Betreiber kritisiert Gesundheitsamt

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Nach einem bestätigten Corona-Fall hat das Gesundheitsamt die Buchberg-Klinik geräumt - und bekommt dafür scharfe Kritik vom Betreiber aus Berlin. 

Bad Tölz – In der Tölzer Buchberg-Klinik ist eine Mitarbeiterin des medizinischen Personals positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die Kollegen der Frau müssen auf Anordnung des Gesundheitsamts in Isolation. Weil die ärztliche Versorgung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, musste die Reha-Einrichtung geräumt werden – sehr zum Missfallen von Klinik-Betreiber Median.

„Hier werden Ärzte ohne Zwang aus dem Betrieb genommen, obwohl wir eigentlich gerade jeden Mitarbeiter im Gesundheitswesen brauchen“, wird Torsten Deggendorfer in einer Pressemitteilung von Buchberg-Betreiber Median zitiert. Das „rigorose“ Vorgehen des Tölzer Gesundheitsamts kritisiert der Kaufmännische Leiter in dem Schreiben aus Berlin als „völlig überzogen“. So wäre man als Klinik sehr gut in der Lage gewesen, mit Infektionsrisiken umzugehen und gleichzeitig den Betrieb sicherzustellen. „Wenn die Gesundheitsämter in Deutschland jede Klinik lahmlegen, in der es unter den Mitgliedern des medizinischen Personals einen Corona-Fall gibt, dann steht unser Gesundheitswesen still“, so Deggendorfer. Die Patienten, die nun hätten verlegt werden müssen, belasteten nun die Akuthäuser, die derzeit eigentlich dringend für Corona-Patienten gebraucht würden.

Landrat und Gesundheitsamt sind fassungslos

Diese Argumentation kann Landrat Josef Niedermaier absolut nicht nachvollziehen. „Das ist nicht wahr.“ Lediglich fünf Patienten seien in die umliegenden Akutkliniken verlegt worden. Das bestätigt auch Median. Von einer Belastung könne laut Niedermaier also keine Rede sein. Der Landrat zeigte sich am Freitag völlig überrascht von der kritischen Pressemitteilung aus Berlin. „Das widerspricht vollkommen dem, was vor Ort gelaufen ist.“ So hätten die Mitarbeiter in Bad Tölz von sich aus den Ernst der Lage erkannt und alles vorbildlich geregelt. Jeder habe gewusst, dass es keine Alternative zu der 14-tägigen häuslichen Quarantäne des medizinischen Personals und der Räumung gebe: „Es gab keine Diskussionen.“ Schließlich gehörten alle Patienten zur absoluten Risiko-Gruppe – und die gelte es, unbedingt zu schützen.

Die Kooperation zwischen Gesundheitsamt und Buchberg-Klinik sei sogar extrem gut gelaufen, betont Wolfgang Krause. Der Geschäftsleiter im Tölzer Landratsamt war wie Niedermaier völlig perplex angesichts der scharfen Worte von Median. Als das Gesundheitsamt seine Kontakte in der Buchberg-Klinik darauf angesprochen habe, sei den Mitarbeitern das Gebaren aus Berlin sehr peinlich gewesen, sagt Krause. Noch am Freitagabend habe das Gesundheitsamt eine E-Mail erreicht, in der sich die Klinik „ganz herzlich für die hervorragende, unkomplizierte Zusammenarbeit“ bedankte.

160 Patienten nach Hause entlassen, noch 15 in Quarantäne

Was auch immer der Grund für diese Diskrepanz sein mag: Fakt ist, dass am Donnerstag und Freitag rund 160 Patienten, deren Gesundheitszustand dies zuließ, nach Hause entlassen worden sind. Am Samstag folgen die letzten. Die etwa 15 Patienten, die Kontakt zu der Erkrankten hatten, befinden sich laut Median-Pressesprecherin Magdalena Nitz weiterhin in der Klinik in Quarantäne. Die Versorgung der Betroffenen sei selbstverständlich sichergestellt: Pflege und Küche seien besetzt, und auch ein Arzt sei im Haus. Die erkrankte Frau selbst sei „im Moment noch in guter Verfassung“.

Aus Sicht von Median wäre es sinnvoll, Reha-Kliniken aktiv in die Pandemiepläne einzubeziehen. „Die Behörden müssen ihre Vorgehensweise im Umgang mit Corona endlich an die Versorgungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten anpassen“, heißt es in der Pressemitteilung.

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