Tölzer Bürgerversammlung auf Gaißacher Flur: Im Trainingszentrum der Bergwacht begrüßte Bürgermeister Ingo Mehner rund 70 bis 80 Bürger. Für manchen war es wohl das erste Mal, dass er die, so BW-Leiter Roland Ampenberger, „einzigartige Anlage“ mit Übungs-Hubschraubern, -Gondeln und -Gewässern vor Ort erlebte.
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Tölzer Bürgerversammlung auf Gaißacher Flur: Im Trainingszentrum der Bergwacht begrüßte Bürgermeister Ingo Mehner rund 70 bis 80 Bürger. Für manchen war es wohl das erste Mal, dass er die, so BW-Leiter Roland Ampenberger, „einzigartige Anlage“ mit Übungs-Hubschraubern, -Gondeln und -Gewässern vor Ort erlebte.

Rund 70 bis 80 Bürger im Bergwacht-Trainingszentrum auf der Flinthöhe

Tölzer Bürgerversammlung: Bairawieser Straße als einziger Aufreger

Bad Tölz – Passt alles in Tölz? Nun ja. Vize-Landrat Klaus Koch bescheinigte den Tölzern zu Beginn der Bürgerversammlung, dass die Kreisbehörde keine Beschwerden hat. „Es passt also.“ Die rund 70 bis 80 erschienen Tölzer Bürger nutzten indes eifrig die Gelegenheit, zu sagen, wo sie der Schuh drückt. Alles lief recht gesittet. Nur bei einem Thema wurde es lauter und emotionaler. Dem Thema Bairawieser Straße.

Schlagabtausch wegen der Bairawieser Straße

Gleich mehrere Redner beschwerten sich bitter über den miserablen Ausbauzustand. Marion Möslein etwa war nach eigenen Worten „stinksauer“, dass wegen dem Wohngebiet Hintersberg „für eine halbe Million“ eine eigene Baustraße gebaut werde. Und für die Bairawieser Straße tue man seit Jahren nichts. Veronika Bürger pflichtete ihr bei, ebenso Jürgen Gawenda, der endlich eine Anliegerversammlung forderte. Bürgermeister Ingo Mehner sah das als sinnlos an, solange das Förderverfahren beim Freistaat nicht abgeschlossen sei. Dann erst könne der Stadtrat über den Ausbau reden. Das wiederum missfiel dem Trio aus der Bairawieser Straße, das nicht einsehen wollte, warum eine temporäre Baustraße auch ohne Zuschüsse errichtet, ihre Straße aber nicht ausgebaut werde. Stadtrat René Mühlberger, der auch Vorsitzender der Verkehrskommission ist, versuchte sich als Schlichter in dem zunehmend heftiger werdenden Schlagabtausch. Er werde versuchen, mit den Anliegern ins Gespräch zu kommen, schlug er vor.

Kommt in Tölz doch noch ein Spa?

„Werden die Tölzer Spa-Pläne weiterverfolgt?“, wollte Wolfgang Holzberger wissen und erkundigte sich auch nach dem IGM-Campus-Projekt der Tourist-Info. „Der Stadtrat hat das Spa final beerdigt“, sagte Ingo Mehner. Das wirtschaftliche Risiko sei zu hoch gewesen. Stattdessen werde das Hallenbad familiengerecht ausgebaut. Das wissenschaftlich begleitete Gesundheitsmanagement-Programm IGM-Campus sei ohne Krankenkassen leider nicht finanzierbar, sagte Kurdirektorin Brita Hohenreiter.

Mehr Barrierefreiheit gefordert

Dieter Höflich, Mitglied im Seniorenbeirat, mahnte mehr Barrierefreiheit und Pflege der Wanderwege im Sinne Behinderter an. Er erwähnte auch den Eingang Stadtbücherei. Innerorts könne man das im Auge behalten, sagte Mehner. Bei Waldwegen sei das schwerer, da dort immer wieder auch Forstarbeiten stattfinden würden.

Hotelneubau: Bitte Gebietscharme erhalten

Ingrid Mellert bat darum, beim Neubau des Hotels an der Bockschützstraße darauf zu achten, dass der Charme des Gebiets erhalten bleibt. Und sie fragte: Warum gibt es keine Blumenkästen an der Isarbrücke? Letztere, so Mehner, würden in kürzester Zeit Opfer von Vandalismus. Zum Thema Hotel erinnerte das Stadtoberhaupt daran, dass „bei uns die Hotelbetreiber nicht Schlange stehen“. Man sei „hochfroh“, dass da nun ein Investor und Betreiber komme, der wisse, wie ein Hotel funktioniert, eine gewisse Gästeklientel mitbringe und große Einheiten schaffe. Zum Baustil würden nur erste Bilder vorliegen. „Das wird nicht das finale Gebäude sein.“

Beachvolleyballplatz: Warum ist er zu?

„Warum ist der Beachvolleyballplatz am Tölzer Gymnasium nicht geöffnet?“, wollte Stefan Lecheler wissen. „Vandalismus, Blödheit und Alkoholkonsum“ von dort Feiernden seien die Ursachen, antwortete der Bürgermeister. Man habe kurz nach einer aufwendigen Reinigung erneut Glasscherben und Müll im Sand gefunden. Man werde den Beachvolleyballplatz verschließbar machen, kündigte Mehner eine von mehreren Maßnahmen an.

Wo darf die Jugend noch feiern?

„Wo sollen die Jugendlichen denn hin, wenn sie in Tölz feiern wollen“, machte sich Moritz Reischl-Zand zum Sprecher der Jugend. In Grünanlagen, so Mehner, seien Feiern gar nicht verboten, nur der Alkoholkonsum. Schaffe man einen Grillplatz, werde der leider schnell von Gruppen, nicht selten von auswärts, fest okkupiert. Man werde aber nächste Badesaison in der Eichmühle „was anbieten“. Allerdings nicht bis 3 Uhr nachts.

„Kalte Enteignung“ am Isarleitenweg

„Kalte Enteignung“ nannte es Max Hildenbrand, was die Stadt mit der Verbreiterung des Isarleitenwegs auf 5.50 Meter plane. „Ist es nicht“, antwortete Mehner. Der Weg werde nur im Bebauungsplan auf 5.50 Meter festgelegt. Andernfalls würde die Häuser nicht als erschlossen gelten, was künftiges Bauen erschwere. Der Bürgermeister verteidigte auch die ebenfalls kritisierten, geplanten drei Wohnblöcke. Man brauche dringend Wohnungen und hier würden sie mit Geschosswohnungsbau geschaffen. Man gehe nicht mehr allein den Weg von Einzelanwesen mit 1000 Quadratmetern Grund.

Deckel für Abfalleimer

Die offenen Mülleimer in der Stadt sind Inge und Martin Hake ein Dorn im Auge. Es sei oft zu beobachten, dass Krähen die Abfalleimer durchsuchten und den Müll verteilten. Könne man die Abfalleimer nicht schrittweise gegen welche mit Deckel austauschen? Das werde Zug um Zug geschehen, kündigte Mehner an und verwies auf das Möblierungskonzept der Stadt. Die Mülleimer erhielten Deckel mit Schlitz. Viele Leute wollten nämlich die Deckel gar nicht erst anrühren. Sei ein Schlitz darin, könnten sie ihren Abfall auch ohne Berührung loswerden. Von Christoph Schnitzer

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