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Ein gutes Team: Coach Sybille Fischhaber und ihr Schützling Vanessa (14).  

Hilfe für Berufseinsteiger

Tölzer Coaches suchen Verstärkung

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Die Tölzer Coaches unterstützen Jugendliche beim Berufseinstieg. Jetzt brauchen sie selbst Nachwuchs.

Bad Tölz – Der Übergang vom Kindsein ins Erwachsenenalter ist nicht immer leicht. Viele Jugendliche tun sich schwer damit, den Einstieg in den Ausbildungs- und Berufsalltag zu meistern und ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Eine Hilfe wollen ihnen dabei die Tölzer Coaches bieten. Diese brauchen nun aber selbst Unterstützung: Sie suchen Verstärkung.

Sybille Fischhaber ist eine der Tölzer Coaches und Zweite Vorsitzende des Vereins. Sie hat momentan Schützling Vanessa (14) unter ihren Fittichen. Dabei geht es ihr gar nicht darum, der jungen Schülerin Nachhilfe für die Schule zu geben. „Ihre Noten sind gut.“ Vielmehr stehe für Fischhaber der ganzheitliche Aspekt im Vordergrund. Das heißt zu vermitteln, dass man pünktlich zur Praktikumsstelle erscheint und dass man gepflegt aussieht. „Früher wurde ich auch schon mal angerufen, als einer meiner Schützlinge bei einem Bäcker ein Praktikum machte und immer mit schmutzigen Fingernägeln erschienen ist“, sagt Fischhaber. Das wusste sie zügig abzustellen.

Wichtig sei es auch, an der Einstellung der jungen Leute zu arbeiten. „Manche meinen, es ist heute egal, welche Noten sie haben. Sie können aufgrund der ausreichend vorhandenen Lehrstellen ohnehin ihren Traumjob bekommen“, sagt Fischhaber. Diese Jugendlichen hätten oft keine Struktur in ihrem Leben. Genau das versuchen die Tölzer Coaches zu ändern.

Jetzt aber sucht die Gruppe neue engagierte Ehrenamtler. „Man sollte den Draht zur Jugend nicht verloren haben“, sagt Fischhaber zu den Voraussetzungen. Ansonsten sei es egal, ob man Nachhilfe geben könne oder nicht. Es gehe einfach darum, die jungen Leute zu selbstbewussten Menschen zu erziehen, die zu ihren Fehlern stehen, aber auch ihre Stärken kennen. „Man muss bei diesem Ehrenamt mit dem Herzen dabei sein.“ Daher sei die wichtigste Voraussetzung, dass man Zeit für die Schützlinge mitbringt. Coaches bekommen zudem die Chance, Seminare zu besuchen. „Man kann sich seine Kinder auch aussuchen“, sagt Fischhaber. Meist stellen sich die Coaches in Schulklassen vor und schauen dann, zu welchem Schützling sie den besten Draht haben.

„Ich bin froh, dass ich Unterstützung dabei habe, Praktika zu finden und dass mir jemand sagt, wie ich mich angemessen zu einem Bewerbungsgespräch anziehe“, sagt etwa Neuntklässlerin Vanessa. Sie interessiert sich für das Arbeiten in einer Bäckerei, hat zusammen mit ihrem Coach die Fühler nach einer Ausbildungsstelle ausgestreckt. Reingeschnuppert hat sie bereits. Auf ihren Coach konnte sie sich auch verlassen, als es ihr einmal bei einem Praktikum zu viel wurde. „Alle hatten mir durcheinander Aufgaben zugeteilt, ich wusste nicht mehr, was ich tun soll.“ Fischhaber unterstützte das Mädchen mit aufmunternden Worten.

Was Sybille Fischhaber an ihrer Tätigkeit ebenfalls gefällt, ist, wenn die Kontakte zu ehemaligen Schützlingen nicht abbrechen. „Wir sind gewissermaßen auch später noch eine Brücke für die früheren Coaching-Kinder.“ So freuen sich die Betreuer bei regelmäßigen Treffen auch darüber, was aus den jungen Leuten geworden ist. Denn die Erfolgsgeschichten, so Sybille Fischhaber, überwiegen eindeutig.

Bitte melden: Wer Lust hat, sich ehrenamtlich bei den Tölzer Coaches zu engagieren, wird gebeten, sich beim Vorsitzenden Michael Messerschmidt unter Telefon 0 80 41/79 31 61 95 oder via E-Mail an buero@toelzer-coaches.de zu melden.

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