Fall Walter Lübcke: Zeugenaussage und Fund auf Toilette bringt Ermittler auf die Spur von Mittätern

Fall Walter Lübcke: Zeugenaussage und Fund auf Toilette bringt Ermittler auf die Spur von Mittätern
+
Wahlkampf eröffnet: Der frisch gekürte CSU-Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner (li.) , der neue Ortsvereinsvorsitzende Karsten Bauer (4. v. li.), die Stellvertreter René Mühlberger, Steffi Rasch und Christine Janker sowie Christof Botzenhart. 

Tölzer CSU kürt Ingo Mehner zum Bürgermeisterkandidaten

„Ein ehrliches Ergebnis“

Die Tölzer CSU hat bei ihrer Hauptversammlung am Freitagabend im Tölzer Binderbräu erwartungsgemäß den Juristen Ingo Mehner zum Bürgermeisterkandidaten gewählt

Bad Tölz – Als sich die Tölzer CSU vor einem Jahr zur Hauptversammlung traf, da war der Bichler Hof, das Bürgerbegehren und Angriffe auf die Grünen das beherrschende Thema. „Tempi passati“ – alles längst Vergangenheit und auch nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte der CSU. Bei der Hauptversammlung 2019 im Binderbräu war die Tagespolitik eher ein Randaspekt. Kandidatenkür war angesagt und nach zehn Jahren auch ein Vorstandswechsel.

Zwei namhafte Fürsprecher warfen sich für Ingo Mehner als Bürgermeisterkandidat der CSU ins Zeug. Toni Demmel, der Landrat werden will, pries die persönlichen und fachlichen Fähigkeiten, die der 41-Jährige mitbringe und war überzeugt, dass „er alle Voraussetzungen mitbringt“, um die Nachfolge des scheidenden Josef Jankers anzutreten.

Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart, der selbst einmal als Kandidat gehandelt worden war, stellte sich vorbehaltlos hinter Mehner, der „jugendliche Dynamik mit großer politischer Erfahrung“ mitbringt“ und als aktiver Jurist bei der Verwaltung „auch einmal nachfragen kann“. Zudem sei er „ein feiner Kerl und hochanständig“. Als Ortsvorsitzender habe er immer versucht, die Mitglieder mitzunehmen. Die Bürger nehme er ernst, das habe man bei den CSU-Stammtischen gemerkt. Er sage es aber auch, „wenn etwas nicht geht“. Kurzum, er sei der beste Kandidat von allen, „was uns da ins Haus zu stehen droht“, schoss Botzenhart eine erste deutliche Wahlkampfspitze ab. Immerhin werden derzeit schon vier Kandidaten gehandelt.

Lesen Sie auch: Umbaupläne fürs Tölzer Hallenbad

Mehner selbst dankte Josef Janker „für die letzten Jahre“ und „das Gespür für die Stadt“ und lobte seine „unglaubliche Gelassenheit“. In Tölz laufe es schon ziemlich gut. Aber es blieben auch für die Zukunft viele Baustellen. Fehlende (Miet-)wohnungen, Verkehrsbelastung und Umgehungsstraße, der Umgang mit Alten, Kranken und auch jungen Menschen, die man in Tölz halten müsse, waren einige Stichworte. Die CSU küre auch deshalb den Bürgermeisterkandidaten so früh, um mit den Bürgern neue Ideen, Denkansätze und Lösungen ausgiebig diskutieren zu können. Mehner wünschte sich ausdrücklich mehr Frauen für die Stadtratsarbeit. Die CSU hat seit 2014 keine weibliche Vertreterin im Rathaus mehr.

Dann wurde gewählt. Und der Schub, den sich Mehner von seiner Partei für die Wahl erwartet hatte, fiel überzeugend, aber nicht brillant aus. 88 Prozent der Stimmberechtigten votierten für ihn. Das sei „ein ehrliches Ergebnis“, meinte Mehner und prognostizierte ein spannendes Wahljahr.

Lesen Sie auch: Stadtwerke-Chef Huber: „Im Vergleich stehen wir günstig da“

Nach zehn Jahren als Ortsvorsitzender übergab Mehner nach seinen Worten ein „wohlbestelltes Haus“ an den von ihm vorgeschlagenen Nachfolger Karsten Bauer. Der bisherige Schatzmeister denke nicht in festgefahrenen Bahnen und habe viele Vorschläge, „die echte Ideen sind und keine Hirngespinste“. Bauer selbst versprach, dass die Tölzer CSU nah am Tölzer Bürger sein werde und nannte eine lange Themenliste zum Abarbeiten, darunter bezahlbarer Wohnraum, Zwickerwiese, Alpamare-Flächen, Postareal, Bahnhof und Josefistift.

Einst, so erinnerte sich der frühere Zweite Bürgermeister Bruno Egger, waren es über 300 Mitglieder. Derzeit sind 140 Bürger, die b ei der Tölzer CSU eingeschrieben sind. Mehr als 50 waren bei der Hauptversammlung anwesend und wählten Bauer mit 95 Prozent der Stimmen zum neuen Ortsvorsitzenden. Als Stellvertreter wurde das Trio René Mühlberger, Steffi Rasch und Christine Janker bestimmt. Severin Eichenseher wird neuer Schatzmeister, Claudia Eichenseher bleibt Schriftführerin.

Von Christoph Schnitzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tölz Live: Tipps gegen Langeweile
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz Live: Tipps gegen Langeweile
Frauen diskutieren rege über Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für viele Frauen schwer. Hinzu kommen weitere Herausforderungen. Über neue Wege wurde an der Hochschule in …
Frauen diskutieren rege über Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Auf Spurensuche in der Heimat: Der Wandel ist das Beständige
Was bedeutet Heimat? Zu einem Diskussionsabend mit Musik lud der Benediktbeurer Bürgermeisterkandidat Rudi Mühlhans ins Gasthaus Herzogstand ein.
Auf Spurensuche in der Heimat: Der Wandel ist das Beständige
Pater Gracious bleibt in Jachenau: „Gott hat mich hierher geführt“
„Grüß Gott, Herr Pfarrer“, hieß es am Sonntag in der Jachenau. Pater Gracious wurde festlich in sein Amt als Seelsorger von St. Nikolaus eingeführt und herzlich …
Pater Gracious bleibt in Jachenau: „Gott hat mich hierher geführt“

Kommentare