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„Eine Abschaffung der kleinen Cent-Münzen würde uns nichts ausmachen“, sagt der Lenggrieser Metzger Karl Weber. 

Vorschlag der EU-Kommission  

Händler würden Cent-Münzen nicht nachweinen

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Auf Vorschlag der EU-Kommission Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen, werden momentan  möglichen Folgen geprüft. Während deutschlandweit kontrovers darüber debattiert wird, begrüßen lokale Händler die Idee.  

Bad Tölz-Wolfratshausen – Sie sind klein, wiegen schwer im Geldbeutel und sind mühsam auseinanderzuhalten. Die EU-Kommission hat nun vorgeschlagen, Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen. Was bundesweit kontrovers diskutiert wird, kommt bei Einzelhändlern im südlichen Landkreis gut an: Sie könnten prima ohne die kleinen Kupfermünzen leben.

Zu den Befürwortern einer Abschaffung gehört Kaspar März-Kastenmüller, Inhaber von vier Edeka-Filialen im Landkreis. „Durch die Cent-Münzen haben wir viel mehr Arbeit beim Zählen und Abrechnen“, berichtet er aus dem Alltag. Mittlerweile würden ohnehin nur noch 50 Prozent der Kunden bar bezahlen. „In den ländlicheren Märkten wie Benediktbeuern oder Lenggries sind es noch etwas mehr“, sagt März-Kastenmüller. Vor allem die Ein-Cent-Münze ist ihm ein Dorn im Auge. „Eine Rolle Ein-Cent-Münzen kostet bei der Beschaffung 50 Cent, obwohl nur 25 Centstücke in einer Rolle enthalten sind“, erklärt der Supermarktinhaber.

Ein-Cent Münzen sind in der Beschaffung teuer 

Der Unternehmer schlägt vor, bei ungeraden Beträgen zu runden. Ob jedoch auf- oder abgerundet werde, solle der Kunde selbst entscheiden. „Sollte der Kunde aufrunden wollen, könnte man diese Beträge dann einem sozialen Zweck zugute kommen lassen.“

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Auch Sandra Büttner, Chefin der gleichnamigen Bäckerei in Bad Tölz, sieht eine mögliche Abschaffung unproblematisch. „Wir hätten dadurch weniger Kleingeld. Das müssen wir ja immer bei der Bank einzahlen, und das kostet auch was“, sagt sie. Die Bedenken, die Münzen ganz abzuschaffen, kann sie jedoch auch nachvollziehen: „Bei den Ein- und Zwei-Cent Münzen sehe ich kein Problem. Aber grundsätzlich ist Kleingeld wichtig für viele Einzelhändler.“

„Grundsätzlich ist Kleingeld aber wichtig.“

Auch Karl Weber, Inhaber der gleichnamigen Metzgerei in Lenggries, fände es viel einfacher, wenn die kleinen Münzen abgeschafft werden: „Es würde den Kassiervorgang stark erleichtern“, sagt Weber. „Bei Kassenprüfungen zum Beispiel müssen wir ja jeden Cent abzählen.“ Den einzigen Nachteil sieht er für Bedienungspersonal in der Gastronomie: „Die bekommen dann wahrscheinlich etwas weniger Trinkgeld. Im Einzelhandel würde es aber nichts ausmachen“, sagt Weber.

Einige Politiker fürchten einen Einstieg in die Bargeldlausstieg

Vor einer endgültigen Entscheidung will die EU-Kommission mögliche Folgen eingehend prüfen. „Es darf keinesfalls der Einstieg in den Bargeldausstieg vorbereitet werden“, sagt der CSU-Europa-Abgeordnete Markus Ferber.

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