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Wann immer es ging, schaffte er es ins Tölzer Eisstadion: Lenz Funk (†). 

Nachruf

Ein ganz Großer geht vom Eis

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Lenz Funk war ein Schrank von einem Mann. Einer, den eigentlich nichts umhauen konnte. Doch den Kampf gegen einen heimtückischen Gegner hat die Tölzer Eishockey-Legende verloren: Mit 70 Jahren starb der Greilinger jetzt nach einem Krebsleiden.

Bad Tölz– Halbe Sachen gab es für ihn nicht. Was er sich vornahm, hat er angepackt. Eine Krebserkrankung, im Juli 2015 diagnostiziert, zwang Lorenz Funk erstmals dazu, kleinere Semmeln zu backen. Aber der Lenz, wie ihn alle nannten, wäre nicht der Lenz, wenn er nicht auch diesen Kampf angenommen hätte. Der Greilinger ließ alle Behandlungen über sich ergehen, nahm sich in kleinen Schritten immer größere vor, als er ein tiefes Tal durchwandert hatte und es wieder aufwärtsging. An seinem 70. Geburtstag schmiedete er Pläne: Noch einmal auf die Sigrizalm laufen, ein Training des Reichersbeurer Nachwuchses leiten, sich wieder mehr dem geliebten Sport widmen. Doch zuletzt ging es wieder bergab. Die vergangenen Wochen verbrachte er im Krankenhaus, wollte nichts mehr essen. In der Nacht auf Freitag hat ein Großer das Eis endgültig verlassen.

Funk hatte oft die große Bühne für sich. Er wurde dreimal Deutscher Meister, 1965/66 mit dem EC Bad Tölz, später mit dem Berliner SC, für den er lange Zeit Spieler, später Trainer und Manager war. 1976 verhalf er Deutschland zur sensationellen Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Innsbruck. 225 Mal streifte er sich das Trikot der Nationalmannschaft über, nahm an 13 Weltmeisterschaften sowie drei Olympischen Spielen teil.

Nach seiner Karriere – er spielte 1987/88 noch einmal mit seinen Söhnen Florian und Lenz jun. für den EC Bad Tölz – war er als Manager unter anderem bei den Eisbären Berlin tätig. Zuletzt arbeitete er noch als Nachwuchscoach beim SC Reichersbeuern und als Co-Trainer seines Sohnes Florian bei den Tölzer Löwen.

Zuletzt konzentrierte er sich auf sein Hobby – Brieftauben. Er packte immer noch fest zu wie ein Schraubstock, wusste beim Sport Bescheid – nicht nur beim Eishockey. Er genoss die Besuche alter Freunde und Weggefährten, oder auch aktueller Spieler, die von ihm gelernt haben. „Mit ihm hatte man einfach gerne Umgang“, sagt Hubert Hörmann, Präsident des EC Bad Tölz. „Er war ein dermaßen geradliniger, ehrlicher Mensch, hat immer versucht zu helfen.“ Dass Funk seinen Kampf verloren geben musste, macht Hörmann zu schaffen. „Da geht er durch die Hölle, rappelt sich wieder auf, und dann schlägt dieser heimtückische Gegner doch wieder zurück.“ Nachdem sich Funks Zustand gebessert, er Gewicht zugelegt hatte, breitete sich der Krebs erneut aus. Funks Gang zur Sigrizalm blieb ihm versagt.

Um an einen der ganz Großen zu gedenken, will der ECT-Präsident am Sonntag vor dem Spiel der Tölzer Löwen gegen Dresden eine kurze Ansprache halten. Es wird eine Schweigeminute eingelegt, und die Spieler laufen mit Trauerflor auf.

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