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Der Tölzer Schauspieler Stefan Murr (li.) hatte auf dem Nockherberg heuer als Double von Florian Pronold eine tragende Rolle. Unser Bild zeigt ihn mit seinen Kollegen Stephan Zinner (Mi., spielte Markus Söder) und Wowo Habdank, der in die Rolle von Anton Hofreiter schlüpfte.

Nockherberg

Tölzer feiern After-Show-Party mit Ilse und Angela

Es ist jedes Jahr ein großes Spektaktel und gehört seit vielen Jahren zur bayerischen Bierkultur: der Starkbieranstich auf dem Nockherberg. Auch heuer waren wieder einige Tölzer mit dabei. Mit ihren Auftritten sind sie sehr zufrieden.

Bad Tölz Am Mittwoch war es wieder soweit, und auch heuer waren die drei Tölzer Stefan Murr, Florian Rein und Sebastian Horn wieder mit dabei (wir berichteten bereits überregional). Regisseur Marcus H. Rosenmüller siedelte das Stück heuer in einer maroden Hotelhalle an und nannte es „Scheining“, frei nach dem Horrorfilm „Shining“. Es ging um geklonte Politiker, Fake-News, das Super-Wahljahr und noch so einiges andere, was gerade in der bayerischen und der restlichen Welt so los ist.

Stefan Murr schlüpfte in die Rolle von Florian Pronold, dem bayerischen SPD-Vorsitzenden, Florian Rein und Sebastian Horn waren gemeinsam mit Gerd Baumann und ihrer Formation Dreiviertelblut für die Musik zuständig.

Nach der heißen Probephase in den vergangenen Wochen war es eine fulminante Premiere – wobei man das beim Nockherberg eigentlich so nicht nennen kann, da es nur eine einzige Vorstellung gibt. „Alles ist glatt gegangen“, freute sich Florian Rein am Tag danach. „Sowohl bei uns Musikern als auch bei den Schauspielern. Keine größeren Hänger oder Textpatzer“. Seine Stimme klingt noch leicht verkratzt, denn die After-Show-Party war erst um fünf Uhr morgens zu Ende.

Im Nockherberg-nahen Eisbachkeller versammelten sich alle Mitwirkenden, von den Schauspielern bis zu den Helfern. Es ist üblich, dass die Band nochmal aufbaut und alle Lieder aus dem Singspiel zum Besten gibt. Dieses Jahr feierte auch Polit-Prominenz bei dieser eher internen Party mit: „Ilse Aigner und Florian Pronold waren da und haben sich gut amüsiert“ berichtet Florian Rein. „Frau Aigner hat sogar gemeinsam mit ihrem Double Angela Ascher ,ihr‘ Lied aus dem Stück lautstark in das Mikro geschmettert.“ Es handelte sich um eine Persiflage von „Purple Rain“, in der es hieß „Komm auch du in die CSU“. Ganz so lang waren die beiden Politiker allerdings nicht dabei, bevor sie von ihren Chauffeuren heimgefahren wurden – und fein heraus waren.

Ganz so komfortabel kam Stefan Murr nicht nach Hause, aber immerhin hat er es nicht weit: Der Tölzer lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in München. Auch er ist glücklich, dass alles geklappt hat. Murr war zum zweiten Mal in die Rolle von Florian Pronold geschlüpft. „Eigentlich passt es ja ganz gut, denn wir sind im gleichen Alter und haben auch die gleiche Körpergröße“, sagt Murr. Als Double musste er sich allerdings Brille und Bart zulegen und üben, wie Pronold zu sprechen: „Das ist das Markanteste an ihm. Er stülpt die Lippen immer leicht nach außen“, berichtet Murr von der Personenstudie.

Pronold habe sich heuer „wahnsinnig gefreut, dass er in dem Singspiel eine so große Rolle spielte“, erzählt Murr. Nach der Vorstellung konnte er den Politiker treffen. Pronold machte Murr gleich mit Umweltministerin Barbara Hendricks bekannt, die auch zum Nockherberg gekommen war. Anscheinend hat Murr bei ihr bleibenden Eindruck hinterlassen. „Sie hat gesagt, statt Pronold sollte doch ich nächstens im Plenarsaal sprechen“, scherzt Murr.

Der Tölzer Schauspieler hat in den vergangenen Jahren vier verschiedene Politiker auf dem Nockherberg verkörpert, nämlich Pronold (zweimal), Verkehrsminister Alexander Dobrindt, Karl- Theodor zu Guttenberg und Hubert Aiwanger. Einige verschwanden nach Murrs Auftritt politisch in der Versenkung, und auch Pronold will ja bekanntlich abtreten. „Er hat mir aber gesagt, dass er sich garantiert nicht aus dem politischen Leben zurückzieht“, so Murr.

Ob Murr, Rein und Horn auch nächstes Jahr wieder dabei sein werden, steht noch in den Sternen, denn es ist noch nicht sicher, ob Rosenmüller das Singspiel nochmal inszenieren wird. „Aber wir hoffen es natürlich“, sagt Schlagzeuger Florian Rein. „Denn trotz Stress und viel Arbeit ist es jedes Mal etwas ganz Besonderes.“

Ines Gokus/Christiane Mühlbauer

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