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Symbolfoto

Amtsgericht

Tölzer filmt duschende Stieftochter

Bad Tölz – Wegen unerlaubten Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte musste sich ein Tölzer vor dem Amtsgericht in Wolfratshausen verantworten. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Um seine Stieftochter beim Duschen zu filmen, deponierte der Angeklagte am 5. Dezember 2015 im Badezimmer sein zum Teil mit Papiertaschentüchern umwickeltes Handy. Der freiberuflich arbeitende Tölzer räumte seine Tat ein, hatte aber eine ungewöhnliche Erklärung parat. „Es war so geplant, dass meine Stieftochter die Kamera sofort erkennen sollte. Ich wollte meiner Frau damit einen Anlass geben, dass sie sich endlich von mir trennt“, gab er zu Protokoll. Er legte lediglich Einspruch gegen die im Strafbefehl vorgesehene Tagessatzhöhe von 70 Euro ein und erschien ohne Anwalt zur Verhandlung.

Den peinlichen Vorfall hatte der Mann bereits zuvor der Polizei gestanden. „Es sind keine Bilder oder ein Film entstanden“, versicherte der Mann vor Gericht.

Fortan erläuterte er ausführlich seine umfangreichen Umsatzsteuernachzahlungen und Unterhaltszahlungen für seinen leiblichen Sohn, die schließlich zu einer Halbierung der Tagessatzhöhe führten. Richter Helmut Berger verurteilte ihn zu einer Zahlung von 60 Tagessätzen à 35 Euro – insgesamt also zu 2100 Euro.

„Ich kann die Tat nicht nachvollziehen. Das ist jenseits von Gut und Böse“, sagte der Richter kopfschüttelnd. Da der bisher noch nicht vorbestrafte Angeklagte nur gegen die Rechtsfolgen Einspruch eingelegt hatte und die Tat gestand, blieb seiner Stieftochter zumindest ein Erscheinen vor dem Amtsgericht erspart. Die Frau des Tölzers hat sich im Übrigen (noch) nicht von ihrem Mann getrennt. 

Peter Herrmann

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