Kreisausschuss

Tölzer Geburtshilfe: „Losgelöst von   allen Emotionen diskutieren“

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Die Zukunft der Tölzer Geburtshilfe beschäftigte am Montag erneut den Kreisausschuss. Nun sollen Experten zu dem Thema gehört werden, bevor endgültig über eine finanzielle Beteiligung entschieden wird.

Bad Tölz – Die Grünen im Kreistag wünschen sich mehr Informationen. Bevor das Gremium über eine finanzielle Beteiligung an der Tölzer Geburtshilfe befindet, möchten sie wissen, „was es für die Gebärenden wirklich bedeutet, wenn die Geburtshilfe in Tölz wegfällt“, erläuterte Kreisrätin Barbara Schwendner am Montag im Kreisausschuss einen Antrag der Fraktion. Die Grünen möchten Hebammen und Fachärzte aus Tölz und Wolfratshausen hören. „Wir können das Thema nicht nur aus wirtschaftlicher und juristischer Sicht beleuchten“, so Schwendner. Fraktionschef Klaus Koch plädierte vor allem dafür, Dr. Stephan Krone zu hören. Er ist einer von zwei (derzeit noch) aktiven Belegärzten der Geburtshilfeabteilung an der Tölzer Asklepiosklinik.

Landrat Josef Niedermaier (FW) sperrt sich gar nicht, Experten einzuladen. Aber die Meinung der lokalen Vertreter sei bekannt. „Dass hier der Wunsch nach einem Erhalt der Geburtshilfe da ist, ist klar.“ Man müsse das aber „losgelöst von allen Emotionen diskutieren“, sprang ihm Martin Bachhuber (CSU) zur Seite. Und außerdem habe man die Meinung der lokalen Hebammen bereits bei zwei Terminen gehört, ergänzte Josef Janker (CSU). „Die Meinung ist unisono, dass die Geburtshilfe unverzichtbar ist.“

Aus Niedermaiers Sicht „brauchen wird jemanden, der den Überblick über Bayern und die Situation im Bundesgebiet hat“. Die Probleme der Tölzer Geburtshilfe seien kein Einzelfall. „Das Land Schleswig-Holstein hat sich beispielsweise sehr intensiv mit den Vor- und Nachteilen einer dezentralen und zentralen Geburtshilfeversorgung auseinandergesetzt“, so Niedermaier. Auch vom bayerischen Gesundheitsministerium möchte der Landrat jemanden dazu holen, „damit er uns erläutert, wie das mit der Krankenhausplanung ist“. Natürlich „sagen wir alle vom Emotionalen her, dass das mit der Tölzer Geburtshilfe weiterlaufen muss“, so Niedermaier. Die bundesweiten Entwicklungen würden die Weichen aber eher in Richtung zentraler Einrichtungen stellen. „Dafür gibt es Gründe, und die möchte ich wissen“, so Niedermaier.

Auch einen Sachstand zu den Verhandlungen mit Asklepios gab der Landrat. Zum Thema finanzielle Beteiligung des Landkreises habe es bereits mehrere Gespräche gegeben. Auch mit den Kliniken in Garmisch-Partenkirchen und Agatharied spreche man über die Gründung einer gemeinsamen Hauptabteilung. Niedermaier betonte aber nochmals, dass es bei einer finanziellen Beteiligung des Landkreises „um gewaltige Summen“ gehen wird. Die Rede ist von einem siebenstelligen Betrag – pro Jahr.

Der Beschluss über den Antrag der Grünen wurde vorerst verschoben – bis die überregionalen Experten gehört worden sind. Niedermaier rechnet auch damit, dass im Lauf des Februars die Verhandlungen mit Asklepios zu einem Ergebnis führen.

Rubriklistenbild: © dpa

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