+
Wie soll das Tölzer Hallenbad verändert werden? Unter Leitung von Ingo Mehner (stehend) diskutierte n unter anderem Bäderleiter Reinhard Oberleitner (li.) und die Wasserwachtvertreter (vorne, v. re.) Heinz Eger (Lehrgangsleiter), Wolfgang Hofmann (Vorsitzender) und Uwe Stretz (Technischer Leiter). 

Diskussionsabend bei der CSU

Tölzer Hallenbad: Startblöcke oder Babybecken?

Was soll aus dem Tölzer Hallenbad auf der Flinthöhe werden? Bürgermeinungen dazu sammelte die Tölzer CSU bei einer Diskussionsrunde am Mittwochabend im „Kolberbräu“. Unter den gut 35 Zuhörern waren alle Vorsitzenden jener Vereine, die die Einrichtung seit Jahren nutzen.

Bad Tölz– Konkrete Pläne gebe es noch nicht, betonte der Ortsvorsitzende Ingo Mehner. Was ist gut? Was kann verbessert werden? Wer kommt ins Hallenbad? Mehner ließ das Publikum zu Beginn eine Liste von Nutzern auf einem Flip-Chart zusammentragen: Schwimmverein, Schulen, Wasserwacht, Tauchclub, Freizeitschwimmer, Saunagäste, Touristen, Wassergymnastikgruppen, Kinderschwimmkurse, ortsfremde Vereine zum Training.

Das Becken und die Sauna erhielten aus der Runde Lob, unter anderem von Wolfgang Hofmann, Vorsitzender der Tölzer Wasserwacht: „Länge und Tiefe des Beckens sind gut, es ist ideal für Ausbildung und Training“, sagte er. Aber Freizeitschwimmer hätten in ihrem abgegrenzten Bereich zu wenig Platz, merkte ein Gast an. „Und das Hallenbad ist wie eine Höhle, schön ist es da nicht“, fügte Ferienwohnungs-Vermieterin Inge Penzkofer hinzu. Ein Nutzer der benachbarten Sportparks wollte wissen, ob eine Verbindung machbar sei, sodass die Sportler abends die Sauna nutzen könnten.

Dann bat Mehner um Verbesserungsvorschläge. In Richtung Familienbecken zielten die Wortmeldungen einer Vertreterin der Jugendherberge und von Inge Penzkofer. Familien mit kleinen Kindern würden speziell danach fragen. „Ich muss meine Gäste immer nach Lenggries schicken“, sagte Penzkofer, „aber wir wollen doch Touristen!“

Zur Schwimmausbildung sei ein seichteres Lehrschwimmbecken geeigneter, so Hofmann. Die Tiefe misst jetzt ein bis vier Meter. Das Schwimmbecken in der Realschule, das von Schulklassen besucht werde, wurde für eine höhere Nutzung in Erwägung gezogen. Es unterstehe aber dem Landratsamt, sagte Mehner. Hofmann argumentierte: „Das A und O ist, den Kindern das Schwimmen beizubringen.“ Er wünsche sich, einen „Hotspot“ für Schwimmausbildung aufzubauen, denn die Nachfrage sei deutlich höher als das Angebot. „Heutzutage schwimmen nur vier von zehn Kindern sicher“, sagte er. Durch den städtischen Schwimmkurs für kleine Kinder würden jährlich 70 Kinder Bewegung im Wasser lernen, klärte Bäderleiter Reinhard Oberleitner auf. 85 Prozent davon würden in den Vereinen weitermachen.

Dirk Kirschke, Vorsitzender des Wassersportvereins, sagte: „Gut wäre es, wenn das Becken für Wettkampfzwecke ausgebaut würde.“ Sein Verein zähle 400 Mitglieder, davon die Hälfte Jugendliche, 50 würden zu Wettkämpfen antreten. Hofmann fasste zusammen, dass der Charakter des Sportzentrums durch die umliegenden Einrichtungen wie Sportpark oder Kletterzentrum gegeben seien, was für der Umbau für Sportvereinszwecke spreche.

„Aber können wir beidem, Sport wie Familien, gerecht werden?“, fragte er. Über vorhandene Flächen zur Erweiterung sprach die Runde kaum, die Diskussion blieb eine richtungssuchende.

Ein generelles Problem sei das Gebäude selbst, das aus den 1930er-Jahren stammt. „Das sind dicke Stahlbetonwände, Umbauten wären sehr teuer“, erklärte der ehemalige Geschäftsführer der Stadtwerke, Friedrich Schell. Er habe von Befürchtungen gehört, dass nach einem aufwendigen Umbau die Preise so anstiegen, dass Senioren und Familien nicht mehr kommen könnten. Außerdem zeigten Zahlen, dass alle öffentlichen Bäder sechsstellige Defizite einfahren würden, so Schell. Er mahnte, in Bad Tölz Fehler zu vermeiden, die zur Schließung führen könnten. Mehner erinnerte daran, dass es ein Umbau mit Augenmaß werden solle.

Birgit Botzenhart

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

In Bad Tölz: B 472 wird nachts halbseitig gesperrt
Auf der B472 bei Bad Tölz stehen erneut Bauarbeiten an. Dieses Mal wird aber nur nachts gesperrt.
In Bad Tölz: B 472 wird nachts halbseitig gesperrt
Wanderer stürzt am Herzogstand vor den Augen seiner Frau in die Tiefe 
Vor den Augen seiner Frau ist ein Wanderer (76) am Herzogstand tödlich verunglückt. Der Mann verlor am Wegesrand sein Gleichgewicht als ein Versorgungsfahrzeug …
Wanderer stürzt am Herzogstand vor den Augen seiner Frau in die Tiefe 
Für Azubis: Gut gerüstet fürs nächste Vorstellungsgespräch
Im Alltag oder bei Tisch: Manieren sind immer erwünscht. Aber vor allem bei Vorstellungsgesprächen zählt der erste Eindruck.
Für Azubis: Gut gerüstet fürs nächste Vorstellungsgespräch
Richter sauer: Angeklagter tischt erfundene Geschichte auf
Weil ein 64-Jähriger plötzlich mit einer hanebüchenen Geschichte aufwartete, wurde Amtsrichter Helmut Berger sauer.
Richter sauer: Angeklagter tischt erfundene Geschichte auf

Kommentare