Florian Klugherz vom Sporthaus Krätz in Bad Tölz merkt, wie froh die Kunden sind, endlich wieder die Ware im Geschäft anfassen und anprobieren zu können.
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Florian Klugherz vom Sporthaus Krätz in Bad Tölz merkt, wie froh die Kunden sind, endlich wieder die Ware im Geschäft anfassen und anprobieren zu können.

Kritik: Lange Einkaufsnacht hätte mehr Vorlauf gebraucht – Parken ist „heißes Thema“

Tölzer Handel kommt wieder in Schwung

Endlich rührt sich wieder etwas in der Stadt. Nach vielen Monaten im Lockdown können die Geschäfte in und an der Marktstraße ihre Kunden wieder fast wie vor der Pandemie empfangen. Das freut nicht nur die Shopping-Begeisterten, auch die Inhaber sind froh über die Lockerungen.

Bad Tölz - „Speziell in Bad Tölz machen wir gute Umsätze“, sagt Florian Lipp, Inhaber des Kaufhauses Rid. „Die Kunden sind froh, dass wir wieder offen haben – das spürt man deutlich.“ Bei der langen Einkaufsnacht, die am Samstag in Bad Tölz stattfand, hat das Kaufhaus auch mitgemacht. „Geplant war, dass wir bis 20 Uhr offen haben, bis 18 Uhr lief es sehr gut, danach nicht mehr so.“ Das Konzept der Einkaufsnacht bewertet Lipp trotzdem positiv. „Das war eine gute Aktion.“ Insgesamt laufen die Geschäfte laut Lipp sehr gut, allerdings betont er, dass die Unterstützung der Stadt, wie zum Beispiel Parkvergünstigungen, „sehr wichtig“ sei.

Auch Nikolaus Hauser, Junior-Chef von Männermoden Hauser, findet es „grundsätzlich super“, dass es Events wie die lange Einkaufsnacht gibt. „Klar bringen die was“, sagt er. Allerdings merkt er an: „Man hätte das ein bisschen anders aufziehen müssen, etwa, indem man die Händler mit einbezieht und fragt, was sie noch für Ideen haben.“ Grund dafür, warum er sein Geschäft schon um 16 Uhr schloss und nicht die Öffnungsmöglichkeit bis 20 Uhr ausnutzte, war laut Hauser, dass die Aktion zu kurzfristig kommuniziert worden sei.

Touristen und Einheimische haben wieder Spaß am Einkaufen

Er fügt hinzu: „Das Rahmenprogramm hat eher vor- beziehungsweise nachmittags stattgefunden. Besser wäre abends, wenn auch die Geschäfte länger offen haben.“ Allgemein ist Hauser aber mit der Situation „sehr zufrieden.“ Touristen und Einheimische kommen gerne, man merke, dass es ihnen Spaß mache, wieder einzukaufen. Seitens der Stadt fühlte sich Hauser zu Beginn der Pandemie gut unterstützt. „Gegen Ende, als die Testpflicht in den Läden kam, hätte es mehr Teststationen in der Stadt geben können.“ Die im März im Stadtrat diskutierte Maßnahme, die Parkgebühren in den ersten 30 Minuten zu erlassen, findet Hauser nicht sinnvoll, da das Parken in Tölz ohnehin eher günstig sei. Besser sei es, länger parken zu können, ohne Geld nachzuwerfen.

Florian Klugherz, Angestellter im Sporthaus Krätz, gefällt es, wie die Stadt versucht, das Leben in Bad Tölz in Schwung zu bringen. „Es ist ein schöner Ansatz, dass sich die Stadt was überlegt.“ Grundsätzlich fände auch er einen Erlass der Parkgebühren „eine gute Idee“, um das Einkaufen in der Stadt attraktiver zu machen.

Öffentlicher Nahverkehr müsste verbessert werden

Sinnvoll wäre es seiner Ansicht nach auch, den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern. An der langen Einkaufsnacht nahm das Sporthaus Krätz nicht teil, trotzdem sagt Klugherz: „Es ist viel mehr los. Die Leute freuen sich, dass sie wieder Sachen anprobieren und anfassen können und dass sie keine Umstände mit dem Zurückschicken haben.“

Seit die Gastronomie offen hat, laufe es auch besser, sagt Renée Obermeier, Inhaberin von Blue Flamingo Fashion. „Dass Touristen kommen und bald die ersten Sommerferien im Norden beginnen, macht Hoffnung. Alles wird zum Leben erweckt und die Stimmung besser.“ Von der Einkaufsnacht habe Obermeier erst am gleichen Tag erfahren. Sie konnte ihren Laden immerhin bis 17 Uhr offen lassen. „Ich würde mir mehr verkaufsoffene Sonntage wünschen“, sagt sie. „Das ist der einzige Weg, richtig aufzuholen.“

Ähnlich wie Hauser findet Obermeier eine Verlängerung der Parkzeiten eine gute Maßnahme zur Unterstützung der Einzelhändler. „Man sollte Geld für eine längere Zeit einwerfen können. Es schadet uns, wenn die Kunden weg müssen, weil die Parkuhr abläuft.“ Sie wünscht sich auch, dass das Parken günstiger wird. „Parken hat in Tölz einen ganz schlechten Ruf, das ist ein heißes Thema.“ (Elena Royer)

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