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Die Idee: Die Hindenburgstraße mündet nicht in den Minikreisel, sondern bereits vorher in die Wachterstraße. Die Mühlgasse ist nicht mehr vom Kreisverkehr her anfahrbar. Nur Radler bekommen eine eigene Spur. 

Tölzer Innenstadt: Kreisel statt Aspahltwüste

Bad Tölz - Es ist eine völlig überdimensionierte Kreuzung, eine Asphaltwüste in der Nähe der beschaulichen Altstadt. Ab 2018 soll die Kreuzung Hindenburg- und Wachterstraße sowie Nockhergasse mit einem Minikreisel umgestaltet werden.

Im Januar wurde der Tölzer Verkehrsentwicklungsplan (VEP) vorgestellt. Er liefert Statistiken über Verkehrsströme in der Kreisstadt, benennt Schwachstellen und versucht Lösungsansätze aufzuzeigen. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht im VEP die Umgestaltung der Kreuzung vor dem ehemaligen Fernmeldeamt.

Sie ist, wie Bauamtsleiter Christian Fürstberger in der Sitzung des Bauausschusses ausführte, „völlig überdimensioniert“. In den Spitzenzeiten wurden von 7.15 bis 8.15 Uhr 540 Autos und von 15.45 bis 16.45 Uhr 746 Fahrzeuge gezählt. Fürstberger:. „Das ist für Tölz nicht besonders viel.“

Die Konsequenz: Die Fußgängerampeln an der Kreuzung werden von den Passanten, vor allem Schülern, häufig nicht beachtet, weil man warten muss, obwohl kein Fahrzeug weit und breit in Sicht ist.

Auch die riesige Teerwüste ist dem Bauamt schon lange ein Dorn im Auge. In der Verwaltung hat man sich nun verschiedene Lösungen für die Kreuzung genauer angeschaut. Die beste Variante ist nach Ansicht des Bauamtes ein Minikreisel mit etwa 16 Metern Durchmesser, der allerdings ein paar Besonderheiten aufweist. Ein normaler Kreisverkehr ist nicht machbar, da es sich um eine Kreuzung in Andreas-Kreuz-Form handelt. Hindenburg- und Wachterstraße liegen zu nahe beinander. In der nun angestrebten Form mündet die äußere Hindenburgstraße schon vor dem Kreisel in die Wachterstraße, die damit neben der Nockhergasse zum zweiten Hauptast des Kreisels wird. Das Linksabbiegen von der Wachter- in die Hindenburgstraße ist kein Problem, beantwortete Fürstberger eine Frage René Mühlbergers (CSU). In der Spitze würden dort nur 54 Autos in der Stunde gezählt. „Das habe ich mir angeschaut. Es braucht keine eigene Abbiegespur.“

Zweite Besonderheit des Kreisels: Die Zufahrt zur Mühlgasse, die jetzt noch möglich ist, wird ersatzlos gestrichen. Gerade einmal fünf Autos in der Stunde nützten bisher diese Möglichkeit. Die Mühlgasse wird damit zur Einbahnstraße. Und vom Kreisel aus ist nun Platz für eine Radspur in der inneren Hindenburgstraße zur Fußgängerzone.

Besteht mit dieser Kreisverkehr-Lösung noch die Chance, die schon lange angedachte Tiefgarage beim Postgelände zu erschließen, fragte Florian Rein (FWG). „Das ginge“, antwortete der Bauamtsleiter. Mit Postareal-Eigentümer Hermann Elmering sei man da aber noch nicht entscheidend weiter bei den Verhandlungen.

Auch der Krottenbach bekommt einen eigenen Zufahrtsast. Fußgänger erhalten auf allen Kreisel-Zufahrten Inseln als Querungshilfen.

Und wann ist Baubeginn, wollte Peter von der Wippel (FWG) wissen. Nächstes Frühjahr wird das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) beschlossen, dann kann man mit dem Vorhaben auch Zuschüsse der Städtebauförderung beantragen, sagte Fürstberger. „Frühestens 2018 kann es losgehen.“ Ach ja: Auch die Anlieger werden mit Ausbaubeiträgen (die Rede ist von einem Umlagesatz von 50 bis 60 Prozent) zur Kasse gebeten. Christoph Schnitzer

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