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Beeindruckendes Spiel: Die Darsteller im Stück „Romeo und Jasmin“ griffen große Themen auf. 

Tölzer Jugendcafé

Liebe und Theater über Grenzen hinweg

Tosender Applaus war nach der Theaterpremiere im Tölzer Jugendcafé zu hören. Er galt der gelungenen Aufführung des Stücks „Romeo und Jasmin“, in dem es um zwei Banden geht und um Liebe, die sich an keine Grenzen hält.

Bad TölzDie 13 Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten geschafft, große Themen wie Tradition und Ehre sowie individuelle Freiheit packend darzustellen.

Der Inhalt des Stücks: Die Jets und die Sharks sind nicht klassisch verfeindet wie die Capulets und die Montagues in Shakespeares „Romeo und Julia“. Sie kommen eigentlich miteinander aus. Die beiden Anführer, Romeo (Manuel Papapicco) und Dennis (Benji Zand), sind Freunde. Die jungen Männer der Jets achten allerdings sehr auf ihre jungen Frauen, zum Beispiel darauf, wie sie sich kleiden. Kompliziert wird es, als sich Jasmin (Clara Dittrich) in Romeo verliebt. Als dies entdeckt wird, zieht sich Jasmin in einen Unterschlupf zurück. Ihr Bruder Dennis sucht sie, mit einem Messer bewaffnet. Ein Revolver ist auch im Spiel. Am Ende stirbt aber ein ganz anderer.

Die Aufführung verwischte diverse Grenzen. So ist Anführer Dennis, der die Ehre der Familie retten soll, entgegen dem Klischee hellhäutig. Jasmin überschreitet die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum, als sie das Publikum anschrie: „Was glotzt ihr denn so?“ Und ausgerechnet Sozialpädagogin Kassandra Kaliel (Doreen Hertrampf) forderte Verständnis für die Tradition.

Das Geschwisterpaar Jasmin und Dennis sowie Romeo stellten mit großem Talent sehr unterschiedliche Gefühle dar. Manuel Bauer, der ganz am Ende für individuelle Freiheit plädierte, spielte überzeugend den hitzigen Traditionswächter. Seinen weiblichen Gegenpart stellte Katharina Huber dar, die stets lautstark provozierte, im echten Leben aber eine ganz Stille sein soll. Der Wechsel der Szenen war mit Rock- und Popsongs sowie Licht spannend gestaltet. Die Gestalten der „Phantome“ mit ihren weißen Masken verdeutlichten beeindruckend die Gewissensbisse der Figuren. Ilias (Emil Hommers) sagt einmal: „Es ist, als ob es einen innerlich zerreißt.“ Das blieb der Kernsatz über das Thema Tradition und Ehre.

Im Programmheft gaben alle Darsteller in wenigen Sätzen aufschlussreiche Einblicke in die Theaterarbeit. Die Arbeit der Tölzer Theaterpädagogin Verena Peck war einmal mehr zu bewundern. Peck war stolz auf ihre Truppe: „Sie haben sich im vergangenen halben Jahr unglaublich gesteigert.“ Besonders freut sie, dass neue Freundschaften entstanden sind zwischen Schülern, Auszubildenden und Arbeitenden unterschiedlicher Herkunft. „Die wären sich sonst nie über den Weg gelaufen.“ Damit war das Motto der Jugendförderung „Integration fördern, Zusammenhalt stärken“ umgesetzt. bib

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