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Hier soll bezahlbarer Wohnraum entstehen: Auf diesem Grundstück an der Kohlstattstraße will die Baugenossenschaft ein Mietshaus errichten.

Bauprojekt

Tölzer Kohlstattt: Keine Wohnungsvergabe vor Baubeginn

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Die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung ist eine Aufgabe, an der viele Menschen in der Region schier verzweifeln. Mit großem Interesse verfolgen daher viele Bürger zwei Bauprojekte in Bad Tölz, die insgesamt 30 günstige Mietwohnungen verheißen. 

Bad Tölz – Während in den städtischen Bau an der Osterleite voraussichtlich im Herbst die ersten Bewohner einziehen können, ist eine Fertigstellung des geplanten Gebäudes an der Kohlstattstraße heuer nicht mehr zu erwarten. Bauherr ist in letzterem Fall die Baugenossenschaft Lenggries. „Der Bauplan liegt noch zur Genehmigung im Landratsamt“, erklärt deren Geschäftsführerin Maria Haubner. „Wir hoffen, dass es dort möglichst schnell geht, damit wir bald anfangen können zu bauen.“ Während der Wartezeit laufen laut Haubner bereits die Ausschreibungen. Inwieweit und wann die derzeit meist schwer beschäftigten Baufirmen dann verfügbar seien, das sei wiederum eine andere Frage. Gehe es einmal mit dem Bauen los, dann rechnet Haubner grob geschätzt mit einer Bauzeit von neun Monaten bis einem Jahr. Eine Fertigstellung im Jahr 2018 sei somit nicht realistisch anzupeilen.

Um die 2,5 Millionen Euro investiert die Baugenossenschaft in das Wohnhaus. Es wird zwei Vier-, vier Drei- sowie sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen umfassen. Alle zusammengezählt werden etwa 850 Quadratmeter Wohnraum bieten.

„Wir haben hier das Angebot bewusst breit gestreut“, erklärt Haubner. So wollte die Baugenossenschaft einerseits Wohnraum für Familien schaffen, andererseits auch die hohe Nachfrage nach Drei-Zimmer-Wohnungen befriedigen und auch den vielen alleinstehenden Menschen auf Wohnungssuche Möglichkeiten eröffnen.

Können sich Interessenten jetzt schon eine der künftigen Wohnungen sichern? Dazu sei es noch zu früh, sagt Maria Haubner. Es gebe zwar bereits die ersten Anfragen. „Aber mit dem Thema der Vergabe beschäftigen wir uns erst, wenn der Rohbau fertig ist.“

Bewerben könne sich übrigens jeder auf die Wohnungen, deren Quadratmetermiete bei sieben Euro liegen soll. Es werden keine Sozialwohnungen sein, für die die Bewerber eine besondere Berechtigung bräuchten. „Wir werden bei der Vergabe aber trotzdem auch die sozialen Erfordernisse berücksichtigen“, sagt Maria Haubner.

Während die Baugenossenschaft eine Hälfte der Wohnungen frei an ihre Mitglieder vergeben kann, hat sie sich bei der anderen Hälfte mit der Stadt Bad Tölz abzustimmen. So wurde es vertraglich beim Verkauf des Grundstücks an der Kohlstattstraße von der Stadt an die Baugenossenschaft festgelegt. Für 20 Jahre hat sich das Rathaus das Belegungsrecht für sechs Wohnungen vorbehalten.

Wer über das Rathaus an eine der künftigen Wohnungen kommen will, der kann jederzeit beim städtischen Liegenschaftsamt einen Antrag stellen, wie Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach auf Anfrage mitteilt (Ansprechpartnerin: Anke Drinkuth, 0 80 41/504-343, bis Mai noch in der Rathaus-Außenstelle in der Jahnschule). „Wer sich hier wohnungssuchend meldet, wird allgemein vorgemerkt, jedoch nicht für eine spezielle Wohnanlage“, ergänzt Birte Otterbach. „Wohnungssuchende bewerben sich also nicht direkt für die Wohnanlage an der Kohlstattstraße, sondern allgemein für eine freie Wohnung, die ihren Suchkriterien und Bedürfnissen entspricht.“ Sobald die Vergabe einer freien Wohnung anstehe, gehe das Liegenschaftsamt dann gezielt auf „geeignete Kandidaten der Liste“ zu. „Wohnungen werden nach Dringlichkeit und Wartezeit vergeben.“

Das gelte auch für das Mietshaus mit 18 Wohnungen, das die Stadt aktuell an der Osterleite errichtet. Da es sich um eine komplett barrierefreie Anlage handle, werde die Stadt hier speziell Senioren sowie Menschen mit Handicap ansprechen. Dies werde in den Wochen nach Ostern geschehen. Zirka ab September seien die Wohnungen dann auch bezugsfertig.

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