Kreisjagsverband fordert

„Wildschweine mit allen legalen Mitteln intensiv bejagen“

An wichtigen Themen mangelte es nicht bei der Jahresversammlung des Kreisjagdverbands Bad Tölz. Eines davon: Die Afrikanische Schweinepest.

Bad Tölz –  Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es im Gegensatz zur „klassischen“ Schweinepest bislang keinen Impfstoff. Nachdem Ausbrüche dieser Krankheit aus dem Osten kommend immer näher an die deutschen Grenzen herangerückt und inzwischen auch in Belgien festgestellt worden sind, wurden von der Politik und landwirtschaftlichen Verbänden verschiedene Maßnahmen ins Auge gefasst, um eine Einschleppung und Ausbreitung der Viruserkrankung durch die sich rasant vermehrenden Wildschwein-Bestände möglichst zu vermeiden.

Für bäuerliche Schweinehalter hätte das Auftreten der Krankheit fatale Folgen: Sollte ein Tier im Stall infiziert werden, müsste der ganze Bestand getötet werden. Außerdem würden in so einem Fall Sperrzonen ausgerufen, national droht eine Export-Sperre. Manche der angedachten Abwehr-Maßnahmen seien jedoch vom Landesjagdverband (BJV) als zu weitreichend abgelehnt worden, erklärte KJV-Vorsitzender Wolfgang Morlang. In Kraft getreten sei schließlich im März 2018 eine Verordnung, die eine ganzjährige Jagdzeit für alles Schwarzwild einführt – wobei aber der Elterntierschutz erhalten bleibe. Der ebenfalls geforderte Einsatz von Nachtzielgeräten könne nur in einer „Sondersituation“ als Einzelfallentscheidung vom Landratsamt angeordnet werden. Wesentlich sei jetzt, so Morlang, „dass die Jäger die Wildschweine mit allen legalen Mitteln intensiv bejagen, vor allem junge Bachen, ausgenommen Muttertiere, und Frischlinge“.

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Ziel sei, die Bestandsdichte und den Zuwachs weiter zu reduzieren. Wobei die Zahlen für den Altlandkreis Tölz mit zehn erlegten Sauen im Jahr 2010 gegenüber 55 im Jahr 2017 zeigen, „dass unsere Jäger ihren Teil leisten“.

Ein besonderes Augenmerk müsse auf Hygienemaßnahmen und Biosicherheit gelegt werden – vor allem auch entlang der Transitstrecken zwischen Deutschland und betroffenen osteuropäischen Ländern, an denen sich Wildschweine häufig durch Aufnahme von weggeworfenen kontaminierten Essensresten mit ASP angesteckt hätten. Hier wären verschlossene Abfallbehälter vonnöten. Überdies müsse beim Auffinden eines verdächtigen Wildschwein-Kadavers unverzüglich der Amtstierarzt verständigt werden.

„Kein Lebensraum für den Wolf“

Für kontroverse Diskussionen sorgt allgemein die Wiederansiedelung des Wolfs. Der Bayerische Jagdverband geht davon aus, dass die Anwesenheit von Wölfen die Bejagung des Schalenwildes erschwert und Verbissschäden verursacht, „die nicht zu Lasten der Revierverantwortlichen gehen dürfen“, wie Morlang die Positionen des Verbands erläuterte. Der vorgegebene „günstige Erhaltungszustand“ einer Wolfspopulation müsse gesamteuropäisch betrachtet werden. Mit seiner persönlichen Meinung hielt der KJV-Vorsitzende nicht hinter dem Berg: „Für mich ist das Voralpengebiet kein Lebensraum für den Wolf. Da träumen Naturfreunde ohne jagdlichen oder landwirtschaftlichen Hintergrund von einer romantischen Idylle. Die Realität einer Landwirtschaft, die sich dem Weltmarkt stellen muss, und von Verbrauchern, die nur billige Lebensmittel kaufen, wird konsequent ausgeblendet.“ Rosi Bauer

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