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Software-Update eines Dieselfahrzeugs

Tölzer Landratsamt verschickt Bescheide

Abgas-Skandal: Jetzt droht die Stilllegung einiger Autos

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Mehr als zwei Dutzend Eigentümer von DieselFahrzeugen haben Post vom Landratsamt bekommen. Ihnen droht die Stilllegung der Autos, weil sie ihre Fahrzeuge nach wie vor nicht nachgerüstet haben.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Geschönte Abgaswerte durch Schummelsoftware: Millionen Halter von Diesel-Fahrzeugen waren vom VW-Abgas-Skandal betroffen und mussten ihre Autos zum Umrüsten in die Werkstatt bringen. Folgte ein Autobesitzer dem Rückruf nicht, gingen die Daten über das Kraftfahrtbundesamt an die zuständige Zulassungsstelle. Die schrieb die Fahrzeughalter an, die das vorgeschriebene Software-Update noch nicht hatten vornehmen lassen und setzte eine letzte Frist. Vier Wochen blieb Zeit fürs Nachrüsten. Im März hatte das Tölzer Landratsamt die ersten Briefe verschickt. Nachgerüstet sind immer noch nicht alle Fahrzeuge. Das könnte nun Konsequenzen haben.

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Elf Fälle gab es laut Landratsamtssprecherin Marlis Peischer im Bereich der Zulassungsstelle Wolfratshausen. „In einem Fall wurde die Mängelbeseitigung nachgewiesen, in zehn Fällen wurde ein Verfahren eingeleitet, nach dem Fristablauf erfolgt gegebenenfalls die Betriebsuntersagung“, so Peischer. Im Tölzer Zuständigkeitsbereich registrierte das Landratsamt 17 Fälle. Zehn Halter haben ihr Fahrzeug mittlerweile nachgerüstet. In fünf Fällen wurde ein Verfahren eingeleitet. In zwei Fällen wurde per Bescheid bereits eine Betriebsuntersagung verfügt. Allerdings hätten beide Halter Rechtsmittel dagegen angekündigt. Wird geklagt, habe das eine „aufschiebende Wirkung“, sagt Georg Fischhaber, Chef der Kreis-Verkehrsbehörde. Sprich: Mit dem Auto darf erst einmal weiter gefahren werden – bis ein Gericht über die Klage entschieden hat.

Rechtliche Schritte sind übrigens mitunter auch der Grund dafür, dass die Halter ihr Fahrzeug nicht umrüsten lassen. Es geht darum, das Fahrzeug als Beweisstück zu erhalten, weil gegen den Hersteller geklagt werden soll. „In vielen Fällen wurde anwaltlicher Rat eingeholt“, sagt Fischhaber.

Er hat übrigens großes Verständnis für die betroffenen Fahrzeughalter. „Ich kann die Verärgerung durchaus nachvollziehen.“ Denn eigentlich müsste hier der Hersteller stärker in die Pflicht genommen werden. Dass nun die Verkehrsbehörde am Landratsamt dazu gezwungen wird, „den Bösen zu spielen“, der mit der Stilllegung droht, findet er dementsprechend nicht sonderlich gut. „Das ist für uns keine angenehme Aufgabe.“ Eine Wahl bleibt der Behörde allerdings nicht. Fischhaber: „Wir hängen zwischen den Stühlen.“

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