An verschiedenen Brücken im Tölzer Stadtgebiet und am Stadion wurden Wee-kritische Banner aufgehängt.
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An verschiedenen Brücken im Tölzer Stadtgebiet und am Stadion waren Wee-kritische Banner aufgehängt worden.

Eisclub-Präsident Hörmann warnt vor unbegründeter Panik

Tölzer Löwen wollen weiterhin für die DEL 2 planen

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
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Nach dem Ausscheiden von TEG-Geschäftsführer Christian Donbeck und den ausstehenden Zahlungen von Tölzer-Löwen-Sponsor Wee sorgen sich viele Eishockeyfans um die Zukunft. Doch Eisclub-Präsident Hubert Hörmann warnt vor unbegründeter Panik.

Bad Tölz – Erschrecken und Unverständnis bei den Eishockeyfans, Entsetzen und Panik in den sozialen Medien, Banner mit Wee-kritischen Sprüchen an den Brücken im Tölzer Stadtgebiet und an der Arena: Das Ausscheiden von Christian Donbeck als Geschäftsführer der Tölzer Eissport-Gesellschaft erhitzt die Gemüter. Doch zu viele Sorgen seien nicht angebracht, sagt Hubert Hörmann. „Die Situation als Ende des Tölzer Eishockeys zu sehen, betrachte ich als einen hanebüchenen Unsinn.“

Hörmann ist Präsident des Eisclubs Bad Tölz, der als Hauptgesellschafter (75 Prozent) immer das letzte Wort bei der TEG hat. Die ausgegliederte GmbH ist für den Spielbetrieb der Profis verantwortlich. Der ECT ist von der TEG – mit Ausnahme einer Kooperationsleistung – völlig unabhängig und wirtschaftet ohne Probleme. „Der Stammverein ECT ist für alle Nachwuchsmannschaften zuständig, finanziert sich durch Mitglieds- und Spartenbeiträge, Turniererlöse und allgemeine Spenden“, sagt Hörmann. Vom Hauptsponsor der Löwen gab es – mit einer relativ geringfügigen Ausnahme – kein Geld.

Nach dem Ausscheiden von Donbeck: Die Liste möglicher Nachfolger ist lang

Die TEG wird vom Geschäftsführer vertreten. Der Beirat (quasi ein Aufsichtsrat) wird von der Gesellschafterversammlung bestimmt. Vom Eisclub sitzen hier der Vorsitzende, sein Stellvertreter (Josef Hintermaier) und ein weiteres Vorstandsmitglied. Der Beirat bestellt, berät und kontrolliert den Geschäftsführer und informiert sich über alle wesentlichen Vorgänge.

Hörmann bestreitet nicht, dass die Tölzer Löwen – und damit der ECT – durch den Zahlungsrückstand von Wee sowie durch Donbecks Ausscheiden ein „gravierendes Problem“ haben. „Das müssen wir lösen.“ Über die Gründe für Donbecks Abgang lässt er sich nicht aus. Wiederholt lediglich, dass es nichts mit dessen Vorpreschen in Sachen Hauptsponsor zu tun hat. Auslöser war etwas anderes. „Ich war extrem überrascht.“ Die Liste mit möglichen Nachfolgern ist lang, Hörmann wird sich passende Profile heraussuchen. Passen muss künftig zum Beispiel die Vernetzung zwischen erster Mannschaft und Verein.

Außenstände des Hauptsponsors: „Wee war bis zu dieser Saison 100 Prozent zuverlässig“, sagt Hörmann

Der zweite Teil des Problems sind die Verbindlichkeiten des Schweizer Unternehmens des Tölzers Cengiz Ehliz gegenüber den Löwen. Hörmann: „Wee hat derzeit ein Liquiditätsproblem, bestreitet die Vereinbarungen mit der TEG weder dem Inhalt noch der Höhe nach.“ Es geht um 450 000 Euro, der Betrag verdoppelt sich bis Saisonende nahezu. Doch Hörmann übt sich in Optimismus. Erstens glaubt er daran, dass die TEG die laufende Saison ordentlich abschließen kann – „vielleicht mit einer kleinen Delle. Die TEG ist voll zahlungsfähig, ist nicht überschuldet, hat kein Liquiditätsproblem und eine positive Fortführungsprognose.“ Zweitens schreibt er auch den ausstehenden Betrag nicht ab. „Wee war bis zu dieser Saison 100 Prozent zuverlässig“, sagt Hörmann. „Die Forderung wird in voller Höhe aufrechterhalten, und wir drängen in ständigen Verhandlungen darauf, Teilbeträge zur Reduzierung der Schuld einzutreiben.“ Dazu will Hörmann immer wieder Gespräche mit Ehliz führen.

„Wir wollen in der DEL 2 bleiben und gehen einen Schritt nach dem anderen.“

Klar ist aber auch: „Wenn Wee bis zum Schluss der Saison nicht bezahlt, steht fest, dass wir auf dieses Pferd nicht mehr setzen können.“ Das Problem müsse bis Mai gelöst werden. Was mit der kommenden Saison passiert, steht auf einem anderen Blatt. Selbst wenn der Sponsor zahlt, Vertrauen in die Liquidität büßt das Unternehmen ein – auch bei der DEL 2, bei der die Löwen eine Lizenzierung einreichen müssen. Hörmann möchte aber nicht verfrüht den Sicherheitsweg beschreiten und schon vorab Richtung Oberliga abbiegen. „Wir wollen in der DEL 2 bleiben und gehen einen Schritt nach dem anderen.“  

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