Bei der Lesung wird Klaus Wittmann (li.) von Rainer Gruber am Akkordeon begleitet. 

Lesung

Tölzer Marionettentheater: Wittmann liest Orffs Osterspiel

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Zu einer außergewöhnlichen Lesung, nämlich Carl Orffs Osterspiel, lädt der bekannte Tölzer Sprecher Klaus Wittmann am Mittwoch, 28. März, ins Marionettentheater ein.

Bad Tölz– Carl Orff schrieb neben bekannten musikalischen Werken wie beispielsweise „Carmina Burana“, „Die Kluge“ und „Der Mond“ auch bairische Texte, die unter dem Sammelbegriff „Bairisches Welttheater“ vereint sind. Darunter finden sich die Stücke „Astutuli“, „Die Bernauerin“ sowie ein Weihnachts- und ein Osterspiel.

Das Weihnachtsspiel wird gelegentlich noch aufgeführt, das Osterspiel selten. Klaus Wittmann ist es nun gelungen, vom Verlag die Rechte dafür zu bekommen. Für den Tölzer geht es um die Bewahrung eines wichtigen Kulturguts. „Ich möchte, dass man von Orff mehr kennt und ihn nicht nur noch mit den Carmina Burana in Verbindung bringt.“

Das Osterspiel trägt den lateinischen Titel „Comoedia de Christi Resurrectione“ und ist inhaltlich – wie sollte es anders sein – eine Fortsetzung des Weihnachtsspiels. Dieses zu kennen, ist freilich nicht Voraussetzung, um der Lesung folgen zu können. Beides sind getrennte Werke. Das eine berichtet von der Geburt Jesu, das andere von Leiden, Tod und Auferstehung. Literarisch betrachtet, ist das Osterspiel also das „Finale“.

Carl Orff schrieb das Osterspiel 1955. 1956 wurde es vom Bayerischen Fernsehen inszeniert, 1957 fand die Uraufführung am Theater in Stuttgart statt. „Das Osterspiel lässt das Wesen der mittelalterlichen Mysterienspiele durchscheinen“, sagt Wittmann. Der Profi-Sprecher stellt ganz bewusst das Wort in den Mittelpunkt. „Es bedeutet keinen Verlust, wenn das sparsame Orff’sche Instrumentarium hier nicht mitwirkt und die Chorpassagen ohne die spezifisch, für Orff-typischen magischen Wortwiederholungen gesprochen werden.“ Wittmann trägt das Osterspiel ungekürzt und unverändert vor: „So, wie der Autor es selbst getan hat.“ Trotzdem gibt es dazwischen Musik, nämlich von Rainer Gruber am Akkordeon. Wittmann bezeichnet die Einschübe als „Gedankeninseln, die dem Zuhörer Zeit zum Nachdenken geben sollen“.

Karten für die Veranstaltung sind ab sofort bei der Tourist-Info erhältlich (Telefon 0 80 41/78 67 15). Der Eintritt kostet zehn Euro.

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