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Sonnenblumen gab es für die Realschüler zum Abschied: Besonders geehrt wurden alle Schüler mit einer Eins vor dem Komma. Die drei Schulbesten sind Tatjana Moser (1,0), Josef Bauer (1,09) und Elisabeth Haehn (1,17).

Verabschiedung

Tölzer Realschüler feiern Abschluss: Alle einstudierten Spielzüge gemeistert

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Zwei Personen wurden von den Tölzer Realschul-Absolventen richtig gefeiert: Tatjana Moser, die mit 1,0 abgeschlossen hat, und Sekretärin Lisa Frank.

Bad Tölz – Zweimal wurde es bei der Tölzer Realschul-Abschlussfeier richtig laut: Das erste Mal, als Schulleiterin Barbara Lottner die Schülerin mit dem besten Notenschnitt auf die Bühne rief: Tatjana Moser, die es auf einen unglaublichen Schnitt von 1,0 brachte: „Davon habe ich mein ganzes Schulleben lang geträumt“, gratulierte Lottner.

Fast schon wie ein Popstar wurde aber eine andere gefeiert: Sekretärin Lisa Frank. Die ersten, die sich ihr bedankten, waren Ute Mensing und Rosa Migliore: „Frau Frank ist die unsichtbare Nabelschnur zur Schule – verbindlich, verständnisvoll und mit dem Herz am rechten Fleck“, sagten die beiden Elterbeirätinnen. Das zweite Mal tosenden Applaus gab’s, als Barbara Lottner ihre Sekretärin auf die Bühne holte und sie „als die eigentliche Chefin im Ring“ würdigte. 

Doch damit nicht genug: Zuletzt bedankten sich auch noch die Schüler bei ihr, bildeten einen Halbkreis um sie, applaudierten und überreichten der Sekretärin einen Blumenstrauß: „Ohne Frau Frank wäre die Schule aufgeschmissen“, sagte Anastasia Wiens. „Sie ist immer für uns da und kennt jeden mit Namen.“

Sekretärin Lisa Frank bekam tosenden Applaus.

Ansonsten war die Abschlussfeier eher weniger geprägt von Abschiedsschmerz. „Für mich gibt es im Leben wichtigeres als die Schule – dieses Zitat ist für mich die volle Wahrheit“, sagte 2. Schülersprecher David Küßner. Bei jedem neuem Thema habe er sich gefragt: „Wofür brauche ich das im Leben?“ Die Antwort der Lehrer habe stets gelautet: „Für die Abschlussprüfung.“ Je näher das Ende rückte, desto mehr habe er gemerkt: „Wer sich nicht anstrengt und endlich was tut, der hat ein riesiges Problem.“ Es habe aber auch „gute und lustige Zeiten“ gegeben, allen voran bei Klassenfahrten: „Die waren etwas Besonderes. Danach kamen wir mit vielen Lehrern besser aus, und auch das Klassenklima wurde besser.“ Küßner wünschte allen Schülern, dass sie im Leben weiterkommen, Erfahrungen sammeln und aus Fehlern lernen. Dies gelte auch für Lehrer: „Es kommt in den nächsten Jahren womöglich eine noch schlechtere Klasse als die unsere. Nehmen sie diese Erfahrungen dafür mit.“

Schulleiterin Lottner vergleicht Arbeit mit der eines Fußballtrainers

Vize-Landrat Thomas Holz gab zu, dass er nie gerne in die Schule gegangen sei: „Trotz des ganzes Ärgers, der mit dem Schulbetrieb verbunden ist, habe ich aber auch viele schöne Dinge erlebt.“ Auch nach der Abschlussfeier bleibe man als Schicksalsgemeinschaft verbunden. Manche geschlossene Freundschaften hätten ein Leben lang Bestand. Den Schülern rief er zu: Geht’s raus mit euren Zeugnissen, feiert’s gescheit und genießt das Leben.“

Barbara Lottner freute sich besonders darüber, dass 16 von 102 Prüflingen einen Einser-Schnitt erreichten: „ein bemerkenswertes Ergebnis.“ Die Schule verglich sie mit einer Fußballmannschaft. Die Lehrer seien die Trainer, die immer wieder Standardsituationen einstudieren: „Bei der Abschlussprüfung stehen wir wie Trainer am Spielfeldrand und hoffen, dass die einstudierten Spielzüge gelingen.“ Der Realschul-Abschluss biete alle Möglichkeiten, „in allen Berufen, bis zur Führungsebene“. Die Tölzer Realschule habe sich bemüht, nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern auch Schlüsselqualifikationen zu vermitteln: „Dazu gehören auch vermeintlich altmodische Eigenschaften wie Höflichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und gutes Benehmen“.

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