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Tölzer Rosentage: Blüten-Meer lockt tausende Besucher

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Ein Bild wie aus vergangenen Tagen: Tausende Besucher drängten sich an den vier Veranstaltungstagen durch die Stände in den Parks und holten sich Inspirationen für Garten oder Balkon.
Ein Bild wie aus vergangenen Tagen: Tausende Besucher drängten sich an den vier Veranstaltungstagen durch die Stände in den Parks und holten sich Inspirationen für Garten oder Balkon. © Hias Krinner

Der Neustart ist geglückt: Über 10 000 Besucher kamen am Pfingstwochenende zu den Rosentagen nach Tölz. Auch mit dem Wetter hatte Veranstalterin Michaela Dorfmeister Glück.

Bad Tölz – Sich an bunten üppigen Blüten erfreuen, Praktisches und Dekoratives für Haus, Terrasse und Garten begutachten, sich bei Fachvorträgen informieren und dazwischen immer wieder musikalische Erfrischung mit einfließen lassen – das alles konnte nach zweijähriger pandemiebedingter Abstinenz am Pfingstwochenende wieder in vollen Zügen genossen werden: Die Tölzer Rosen- und Gartentage in ihrer 21. Auflage fanden wie eh und je regen Zulauf, vielleicht war der Besucherandrang in den Gärten um das ehemalige Franziskanerkloster aufgrund der von vielen lange herbeigesehnten „Normalität“ diesmal sogar noch etwas größer als in früheren Jahren.

165 Aussteller boten allerhand Waren feil

Genaue Zahlen konnte Veranstalterin Michaela Dorfmeister am Montag noch nicht vorlegen. Aber am Pfingstsonntag-Abend waren es 9000 Besucher, und am Montag war der Andrang nochmal groß. „Ich bin sehr dankbar, denn der Neustart war eine große Last auf meiner Seele“, sagte Dorfmeister am Montag. Die Vorbereitungszeit sei diesmal sehr kurz gewesen, statt normalerweise im Oktober hatte sie heuer erst im März mit der Planung begonnen. „Extrem verunsichert“ sei sie gewesen, sagt die Tölzerin. Aber nun zu sehen, wie die Gäste nach Tölz strömten, sei „sehr schön gewesen“. Auch das Bayerische Fernsehen war gekommen, der Beitrag soll am Dienstag ab 17 Uhr gesendet werden. Selbst mit dem Wetter hatten die Gartenliebhaber heuer Glück: Zwei Schauer, am Freitag und am Sonntag jeweils am späten Nachmittag, konnten der Blumenschau nichts anhaben. Ansonsten hatten die Rosentage bestes Wetter zum Flanieren.

Auch Dekorationsartikel wie die Werke aus Altholz von Benedikt Schöffmann aus Bichl..
Auch Dekorationsartikel wie die Werke aus Altholz von Benedikt Schöffmann aus Bichl. © mk

Die Verkaufsschau zählte heuer 165 Aussteller, das waren einige weniger als ehedem. „Damit blieb ein bisschen mehr Platz und die Gäste konnten ohne Gedränge bummeln, was uns in der aktuell ja noch nicht ausgestandenen Corona-Situation wichtig war“, erklärte Mitarbeiterin Dagmar Wieser. Im Kreis der Anbieter fanden sich viele altbekannte Namen, so etwa der Rosenhof Schultheis aus Bad Nauheim. Diese älteste Rosenschule Deutschlands hatte auch diesmal wieder eine Neuzüchtung mitgebracht, die am Sonntagmittag von der bekannten Münchner Schauspielerin Michaela May getauft wurde. Bis eine neue Sorte ausreichend auf ihre Eigenschaften getestet und dann zur Vermehrung gebracht werde, vergingen an die zehn Jahre, erklärte Seniorchef Heinrich Schultheis dem Publikum am Pavillon im Rosengarten, ehe die kräftig pinkfarbene und nach Myrrhe duftende Pflanze den Namen „Glückskind Michaela May“ erhielt.

Aus Rum in der Nähe von Innsbruck waren Karin und Max Eigentler nach Bad Tölz gekommen.
Aus Rum in der Nähe von Innsbruck waren Karin und Max Eigentler nach Bad Tölz gekommen. © mk

Die prominente Taufpatin trug sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt ein. Mit Unterstützung der von Michaela Linke angeleiteten Isarwinkler „Miniköche“ und deren selbstgemixten Cocktails kamen einige Spenden für die von May geförderte Mukoviszidose-Forschung zusammen.

Kletterrosen fanden heuer guten Absatz

Beim Rundgang entlang der Stände gab es manchen Austausch und Fachsimpeleien zwischen Interessenten und Verkäufern und wohl manch ein Besucher fand, was eben in einem Baumarkt nicht zu bekommen ist. Leuchtende Blütenstände zogen die Blicke der Garten- und Blumenliebhaber auf sich. „Das Geschäft läuft gut“, freute sich die Fachfrau von der Rosengärtnerei Kalbus aus Altdorf. „Kletterrosen sind besonders gefragt.“ Bei der Kräutergärtnerei Sagan aus dem Vogtland waren es vor allem Basilikum- und Minze-Sorten, die über den Tresen gingen.

Schauspielerin Michael May (li.) bei der Rosentaufe im Beisein von Veranstalterin Michaela Dorfmeister (re.) und Bürgermeister Ingo Mehner (Mi.).
Schauspielerin Michael May (li.) bei der Rosentaufe im Beisein von Veranstalterin Michaela Dorfmeister (re.) und Bürgermeister Ingo Mehner (Mi.). © mk

Weil auch der Sommer kühle Tage mit sich bringt, sind wärmende Kleidungsstücke in der jetzigen Jahreszeit nicht gänzlich zu verbannen – mit Schals aus Baumwollgarn oder Seide, Alpaka-Sommerponchos oder Kapuzen-Strickjacken konnte sich der Kunde für den Fall der Fälle eindecken. Zu den Ausstellern aus der heimischen Region zählte unter anderem der Jachenauer Georg Wasensteiner mit seinen „Voihoiz“-Gartenmöbeln, darunter die mit dem „Design-Award Gold 2020“ ausgezeichnete Simplivita-Faltliege. Und gleich nebenan bewunderten Gäste die außergewöhnlich dekorativen Kreationen, die der Bichler Benedikt Schöffmann aus Altholz, Metall und Ziegel und mit viel handwerklichem Herzblut angefertigt hat. Außergewöhnlich war zudem die Kork-Kollektion von Gabriele Roth aus Ellgau: Handtaschen, Schuhe, Krawatten, Fliegen, Gürtel - alles mit einer Korkschicht überzogen und durchweg hübsch anzusehen. Natürlich sollte nebenher auch der Gaumen nicht zu kurz kommen: Der „Käseferdl“ bot verschiedene Kostproben von mild bis würzig an, und zufrieden war auch Quirin Strillinger aus Agatharied mit der Nachfrage nach seinen selbst gemachten Nudeln, Müslis und dem eiegnst gerösteten Kaffee.

Zufrieden mit der großen Vielfalt und der stimmigen Atmosphäre waren wohl auch die meisten Gäste. Maria Bortolotti aus Volders, die schon öfters auf den Rosentagen war und diesmal erstmals ihre Freundin Susanne Grinschgl mitgebracht hatte, stimmte mit einer Münchner Frauengruppe überein: „Wir kommen wieder.“

(Rosi Bauer und Christiane Mühlbauer)

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