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Transport: Helmut Ebner (li.) und Lorenzo Cicco fahren Spenden in die Erdbebenregion.

Tölzer sammeln für Erdbebenopfer

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In Italien kommt die Erde nicht zur Ruhe. Viele Menschen haben ihre Häuser verloren oder können sie nicht mehr betreten, weil sie einsturzgefährdet sind. Die Menschen leben seit August in Zelten oder Notunterkünften. Jetzt hat die Erde in den ohnehin bereits schon gebeutelten Regionen erneut gebebt, dazu hat es stark geschneit. „Es ist ganz furchtbar“, sagt Alice Cicco. Die Tölzerin unterstützt die Erdbebenopfer in Italien über ihren Motorradclub „Simply Bikers“.

Alice Cicco berichtet von Landwirten, die in unbeheizten Wohnwagen schlafen, um bei ihren Tieren zu sein, von ausgestorbenen Dörfern und viel zu wenig Lebensmitteln. „Dort kommt keine Hilfe von der Regierung an.“

Deswegen sammelt die 54-Jährige in Bad Tölz – zusammen mit ihrem Mann Lorenzo sowie Helmut und Regina Ebner aus München. Die vier verbindet die Liebe zu Motorrädern und das soziale Engagement. Sie sind die einzigen deutschen Mitglieder in dem italienischen Motorradclub, zu dem rund 700 Männer und Frauen gehören.

„Mein Mann und ich waren dort bei einem Fest. Alle Einnahmen wurden für sozial benachteiligte Kinder verwendet“, berichtet Alice Cicco. Der Club unterstützt nicht nur die Heranwachsenden, sondern auch Krankenhäuser und viele andere Projekte. Das hat die zuvor freien Biker dazu bewogen, in den Club einzusteigen.

Dann kam das Erdbeben, und die „Simply Bikers“ starteten einen Aufruf unter ihren Mitgliedern: Die Betroffenen brauchen warme Decken, warme Kleidung und Hygieneartikel, vor allem Windeln für Babys und auch Senioren. Alice Cicco und ihre Freunde organisierten Spenden in Deutschland, Kollegen vom Merkur-Druckzentrum in Penzberg halfen beim Sortieren, und die deutschen Biker fuhren im Dezember eine Ladung nach Italien. „Ein Pickup und ein Anhänger waren bis oben hin voll“, freut sich die 54-Jährige.

Aktuell sind einige Mitglieder des Motorrad-Clubs in den Dörfern im Einsatz, um die Unterkünfte vom Schnee zu befreien. Es fehlt weiterhin am Nötigsten. Die Tölzer und Münchner sammeln daher weiter fleißig Spenden. Am 10. Februar wollen sie erneut nach Italien fahren. „Es wäre toll, wenn uns jemand einen Hänger oder einen Sprinter leiht“, bittet Cicco. Geldspenden nutzt der Club, um vor Ort Lebensmittel für die Menschen in den betroffenen Regionen zu besorgen.

Lorenzo Cicco (54) stammt aus der Region Friaul in Italien. Dort erlebte er in den 70er-Jahren das schwere Erdbeben mit, bei dem tausende Italiener obdachlos wurden, hunderte starben. Ciccos Familie wurde damals auch in einer Notunterkunft untergebracht. „Mein Mann weiß, wie es ist, das Haus zu verlieren“, sagt Alice Cicco. Deswegen helfen sie jetzt den Menschen vor Ort und hoffen, dass „zu uns auch jemand kommt, wenn es uns so geht“.

Spenden

Wer warme Kleidung, Decken oder Hygieneartikel für die Erdbebenopfer spenden möchte oder ein Transportmittel zur Verfügung stellen kann, kann sich per Mail an alice.mueller1@gmx.de wenden.

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