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Das Tölzer Gymnasium wagt sich immer wieder an ehrgeizige Musical-Projekte. Hier die Aufführung von Krabat.

Verschiebung wegen Corona

Großprojekt von Tölzer Gymnasium und Musikschule: „West Side Story“ ein Jahr später

Die totale Absage ist abgewendet: 2021 wird das Musical „West Side Story“ in Bad Tölz zwar nicht aufgeführt – dafür aber ein Jahr später. Das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium krönt damit sein 100-jähriges Bestehen, das es nächstes Jahr feiert.

Bad Tölz

Über 150 Mitwirkende, Hunderte von Zuschauern, auf der Bühne Tänzer, Sänger und im Orchester Bläser – jedem ist dieser Tage in der Corona-Pandemie klar, dass so etwas unmöglich ist. Deshalb zogen die Verantwortlichen von Gymnasium und Musikschule vor wenigen Tagen die Reißleine: „Die Vorstellung wird um rund ein Jahr verschoben, eine genaue Terminierung folgt noch“, heißt es im offiziellen Schreiben.

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„Wir haben alle Akteure inzwischen persönlich erreicht“, sagt Eva Maria Emmler, Koordinatorin auf der Schulseite. Ein Abiturient habe ihr gesagt, dass er jetzt von diesen Druck befreit sei und gut mit der Entscheidung leben könne. Und alle wollen auch ein Jahr später mitmachen. Rund 20 ehemalige Schülerinnen und Schüler sind eingebunden. Ob ihre weitere Lebensplanung ihre Teilnahme zulässt, steht auf einem anderen Blatt. Das werde auch die neuen Probenpläne beeinflussen, so Harald Roßberger, Leiter der Musikschule.

An einen ersten Termin für eine Probe mit vielen Beteiligten ist noch gar nicht zu denken. Aber in den vergangenen Wochen sind zahlreiche Hilfen für die Mitwirkenden entstanden. Im Dirigiervideo beispielsweise hört der Solist die Musik, wobei seine Stimme hervorsticht. Roßberger dirigiert. Der richtige Einsatz mit Orchesterchef will gelernt sein. Tanzvideos wurden verschickt, damit nicht alle Schritte in Vergessenheit geraten.

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An Bühnentechnik und an der Verwandlung der Turnhalle wird weiter gefeilt. Emmler verrät: „Die Zuschauer werden zwar die Schulturnhalle betreten, sich aber in einem Theaterraum wiederfinden.“ An der Gestaltung seien Künstler beteiligt, aber ebenso Lehrkräfte und Schüler. Aufwendig wird die Bühnentechnik. Ehemalige Gymnasiasten stehen der Schule hierbei als Profis zur Seite. „Es geht zwar unwahrscheinlich viel mit Ehrenamt“, erklärt Emmler, „aber gerade hier entstehen auch Kosten.“ Das Regieteam und die helfenden Gruppen drum herum müssen sich überlegen, wie sie die Sponsoren entweder bei Laune halten oder neue finden. Ebenso gilt es, die Spannung für die Aufführenden zu erhalten, denn auch die Probenwoche in diesem Sommer ist gestrichen.

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Neue Aufführungstermine zu finden – sechs sind geplant – ist schwierig. Das kommende Schuljahr werde noch „viele Unregelmäßigkeiten“ aufweisen, heißt es im Schreiben. Das Gymnasium plant im Sommer 2021 eine Festwoche. „Das Musical soll davon zeitlich entfernt stattfinden. Denn wir wollen zum Jubiläum etwas beitragen, nicht belasten“, sagt Emmler.

Neben den Bühnenakteuren gibt es das Orchester, das von Profimusikern unterstützt wird. Auch hier sind alle Beteiligten weiter an Bord. Roßberger verrät eine Reaktion auf die Verschiebung: „Dann spielen wir ein Jahr später halt noch geiler“, habe ein Beteiligter gesagt. 

Birgit Botzenhart

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