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Führen die Tölzer SPD (v. li.): Die neue Ortsvorsitzende Katarina Koper, Schriftführer Nikolaus Leiher, Beisitzer Jürgen Renner, Kassierin Monika Singer, Beisitzer Josef Förster, Beisitzerin Camilla Plöckl sowie die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Christian Singer und Gerhard Schmolke.

Tölzer SPD: Neuer Anlauf für Generationswechsel

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Bad Tölz - Die Tölzer SPD setzt auf einen Generationswechsel: In der Versammlung am Donnerstag wurde die 26-jährige Katarina Koper zur Nachfolgerin von Ortschefin Camilla Plöckl gewählt.

Es ist nicht der erste Versuch einer Verjüngungskur. 2010 hatte Camilla Plöckl den Vorsitz in die Hände des damals 23-jährigen Paul Lehmann gelegt. Viele sahen in ihm einen Hoffnungsträger, sagten ihm eine Karriere in der SPD über die Landkreisgrenzen hinweg voraus. Doch die Wege der Sozialdemokraten und Lehmanns trennten sich einen Tag nach der Kommunalwahl 2014: Nachdem er trotz guter Listenplätze den Einzug in Stadtrat und Kreistag verpasst hatte, legte Lehmann seine Ämter als Orts- und stellvertretender Kreisvorsitzender nieder. Und er übte scharfe Kritik am Ortsverein. Einige Monate später trat Lehmann aus der SPD aus und der Linken bei. Plöckl rettete den Ortsverein und übernahm erneut den Vorsitz.

„Danke, dass du das in einer nicht einfachen Zeit gemacht hast. Das hätte nicht jeder getan“, lobte Stadtrat Willi Streicher seine Kollegin am Donnerstag bei der Versammlung im „Binderbräu“. Plöckl freute sich, dass sich Katarina Koper bereit erklärte, die Nachfolge anzutreten. „Wir brauchen den Generationswechsel, wir brauchen junge Leute.“ Die 14 anwesenden Genossen – der Ortsverein hat 72 Mitglieder – sahen das offensichtlich genauso und wählten Koper einstimmig zur Vorsitzenden.

Die 26-Jährige ist seit vier Jahren SPD-Mitglied. Sie gehörte auch bislang schon dem Ortsvorstand als Vize-Vorsitzende an und ist Kreischefin der Jusos. In der SPD-Nachwuchsorganisation ist sie auch auf Bezirksebene aktiv – unter anderem als Gleichstellungsbeauftragte. Die Einzelhandelskauffrau, die nebenbei Wirtschaftspsychologie studiert, ist zudem Betriebsratsvorsitzende in dem Unternehmen, für das sie arbeitet. „Die SPD muss jünger, weiblicher und aktiver werden“, forderte Koper. Nur 30 Prozent der SPD-Mitglieder seien Frauen, der Altersdurchschnitt liege bei 60 Jahren. In Bad Tölz lebe es sich schön, das hatte zuletzt auch eine Studie belegt (wir berichteten). Aber auch hier gebe es Punkte, die verbesserungswürdig seien. Als Beispiel nannte Koper den Sozialen Wohnungsbau. Die von der Stadt an der Osterleite geplanten 18 Wohneinheiten seien gut. „Aber es ist zu wenig.“ Gerade kleine Wohnungen mit einem oder zwei Zimmern würden in der Stadt fehlen. „Die, die es gibt, sind einfach schrecklich teuer.“

Den geplanten Bau des Spas „Natura Tölz“ unterstütze sie, bekannte die 26-Jährige. „In einem Kurort muss es so etwas geben.“ Allerdings müssten auch die Bürger bei diesem Projekt mitgenommen werden, „und sie dürfen keinen Nachteil dadurch haben“.

Kreisvorsitzender Wolfgang Werner freute sich über die Wahl Kopers. Wichtig sei für sie nun die Unterstützung des gesamten Ortsvorstands. „Ein Vorsitzender ist kein einsamer Stehgeiger. Er braucht ein Team, das ihn unterstützt.“

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