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Beim Wettbewerb 2016 in Bad Kissingen verfehlte die Tölzer Stadtkapelle unter der Leitung von Josef Kronwitter nur ganz knapp Platz drei.

Tölzer Stadtkapelle wieder beim Landesentscheid

Auch Klappern gehört dieses Mal zum Handwerk

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Die Musiker der Tölzer Stadtkapelle kämpfen heuer wieder um den Titel als bestes Blasorchester Bayerns. Der Wettbewerb findet Ende April in Ingolstadt statt. Der Terminkalender der Musiker ist randvoll mit Proben, diversen Auftritten und der CD-Vorstellung.

Bad Tölz – Die mit Spannung erwartetete Post traf erst vor wenigen Tagen ein. Der Inhalt: Das „Überraschungsstück“, das alle zehn teilnehmenden Blasorchester beim Leistungswettbewerb vorspielen müssen. Es handelt sich um ein Werk des amerikanischen Komponisten Robert W. Smith, nämlich „Southwest Summer“. Dirigent Josef Kronwitter äußert sich zurückhaltend: „Ein interessantes Stück. Auf den ersten Blick erscheint es nicht schwer, aber es hat schon einige Tücken und Klippen“, sagt er. „Es ist jedenfalls nicht die gängigste Musik.“ Die Werke beschreiben die amerikanische Landschaft, inklusive Wüstengeräuschen und dem Geklapper einer Schlange. „Gefragt sind da vor allem Schlagzeuger und Percussionspieler.“ Insgesamt fünf Leute braucht Kronwitter allein dafür und wird deshalb auch auf Mitglieder der Jugendkapelle zurückgreifen.

Der Wettbewerb findet am Sonntag, 29. April, im Stadttheater in Ingolstadt statt. Mit dabei ist unter anderem die Blaskapelle aus Münsing – es ist etwas ganz Besonderes, dass zwei Ensembles aus einem Landkreis beim Wertungsspielen so weit vorne mit dabei sind. Die anderen Konkurrenten kommen aus Schwaben, Ost- und Nordbayern. Jede Kapelle studiert das Werk von Smith ein und darf zudem noch ein selbst gewähltes vortragen.

Die Tölzer haben sich dafür die „Alpina Saga“ von Thomas Doss ausgesucht. Ein effektvolles Werk, das beim hiesigen Publikum vor einigen Jahren sehr gut ankam. „Wir hoffen, damit auch die Jury zu überzeugen“, sagt Kronwitter. Schließlich gehe es darum, die ganze Bandbreite des Könnens zu zeigen.

Denn natürlich sind die Tölzer ehrgeizig, wieder unter die besten Drei zu kommen, am liebsten natürlich auf Platz eins. Das war 2008 und 2010 der Fall, 2012 wurden sie Dritte und 2016 Vierte. Vor zwei Jahren waren viele junge, bei Wettbewerben noch wenig erfahrene Musiker dabei, deshalb war Kronwitter mit Platz vier sehr zufrieden, zumal man nur hauchdünn an Platz drei vorbeischrammte.

Die Musiker haben derzeit einen randvollen Terminkalender, nicht nur wegen des bevorstehenden Wettbewerbs. Für diesen gibt es aber extra Proben und ein ganzes Studier-Wochenende Mitte April in Waldkraiburg. „In unserem Probenraum in der Alten Madlschule ist es furchtbar eng“, sagt Kronwitter über ein Problem, auf das die Stadtkapelle immer wieder aufmerksam macht. Bekanntlich sitzen die 60 Musiker Schulter an Schulter in dem Zimmer. „In anderen Orten haben Musiker wesentlich bessere Bedingungen, sich auf so einen Wettbewerb vorzubereiten“, sagt Kronwitter.

Vor dem Auftritt in Ingolstadt traten die Musiker noch am vergangenen Wochenende beim Treffen der Bayerischen Gebirgsschützen im Kurhaus auf. Beim Osterkonzert am 2. April wird die neue CD im Kurhaus vorgestellt, am 13. Mai ist das Muttertagskonzert. Für beide Konzerte werden extra Programme vorbereitet, für die natürlich auch noch geprobt wird. Beim Muttertagskonzert will man auch die Wettbewerbsstücke ins Programm aufnehmen.

Trotz aller Termine: Die Musiker freuen sich auf den Auftritt in Ingolstadt. Schließlich mussten sie sich die Teilnahme am Landesentscheid über verschiedene Wettbewerbe erarbeiten. „Die Konkurrenz wird immer größer und besser“, sagt Kronwitter. „Da sind wir schon stolz, dass wir weiter ganz vorne mitspielen.“ Aber leicht werde es in Ingolstadt nicht, sagt der Dirigent. „Es wird auf jeden Fall sehr spannend.“

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