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Statt in Blau leuchtet der Turm der Stadtpfarrkirche nun in einem warmen Weiß. 

Maria Himmelfahrt 

Tölzer Stadtpfarrkirche leuchtet nachts wieder

Der erste Anlauf vor drei Jahren scheiterte: Ein blau illuminierter Stadtpfarrkirchenturm gefiel nicht jedem. Seit einigen Tagen läuft nun die zweite Testphase mit einem nächtlich beleuchteten Türmerzimmer. Das warme Licht gleicht einer Kerzenflamme.

Bad Tölz – Das geheimnisvolle blaue Licht, das im Sommer 2014 im ehemaligen Türmerzimmer der Kirche nachts zu sehen war, ging auf Klaus Bogner vom Ressort Bauwesen im Erzbischöflichen Ordinariat zurück. Die Idee dahinter: Das blaue Licht steht symbolisch für das Marien-Blau. Die Stadtpfarrkirche steht bekanntlich unter dem Patronat Mariens und heißt Maria Himmelfahrt.

Das Blau gefiel freilich nicht jedem. Stadtpfarrer Peter Demmelmair empfand die Farbe als Fremdkörper und hielt sie im Rückblick für eine ziemlich „artifizielle Denkart“. Sie sei dem farblich schlichten Äußeren der Kirche nicht gerecht geworden. Das empfanden auch einige Pfarrangehörigen so, die massiv Stimmung dagegen machten. Das Licht wurde abgeschaltet.

Seit Kurzem läuft nun die zweite Testphase mit einem warmen weißen LED-Licht im Inneren der Türmerstube. Sie beherbergte bis in die späten 1930er-Jahre Männer, die nachts Feuerwache hielten. Auch nach dem Krieg gab es noch eine Turmbeleuchtung, weiß Kurt Breiter von der Tölzer Kirchenverwaltung. Der Tölzer, Jahrgang 1942, erinnert sich an den trostreichen Blick hinauf zur alten Türmerstube und verbindet positive Begriffe wie „Geborgenheit“, und „Heimat“ mit der beleuchteten Turmspitze.

Tölz sei im Übrigen die einzige Kirche weitum, die so eine Türmerstube besessen habe. Es sei wie ein Fingerzeig. Angesichts der bevorstehenden Osterfeiertage fällt Breiter auch noch die Beschreibung „Osterfeuer“ ein.

Die Beleuchtung soll nicht immer nachts leuchten. Stadtpfarrer Peter Demmelmair will immer von Samstag auf Sonntag und vor den Hochfesten den Turm illuminieren.

So ganz zufrieden ist er mit der Türmerstuben-Beleuchtung allerdings immer noch nicht. Denn eigentlich hätte der neugotische Turm noch eine ganz andere Beleuchtung verdient, ist er überzeugt. Jede Wirtschaft setze sich besser in Szene, sagt er und hat als Vorbild den Kölner Dom vor Augen, an dem nachts mit einer raffinierten Außenbeleuchtung die Architekturlinien herausarbeitet werden.

Dieser Licht-Zug ist freilich abgefahren. Das hätte schon – auch wegen der Finanzierung – bei der Renovierung der Kirche vor 2008 berücksichtigt werden müssen.

Mit der jetzigen Lösung, deren vorbereitenden Arbeiten bei der Generalsanierung erledigt wurden, kann Demmelmair gleichwohl gut leben. „Jetzt schauen wir mal, wie die Reaktionen sind.“ Christoph Schnitzer

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