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Am Projektnachmittag ist für jeden was dabei (v. li. oben im Uhrzeigersinn): Mehmet (13) und Lehrer Michael Bauer beim Schlagzeug-Unterricht, die Lehrer Susanne Wrabel und Fabian Jobst in der Akrobatikgruppe, Pädagoge Franz Kraft mit Aaliyah (10) und Fabian (11) im Erste-Hilfe-Kurs sowie Norbert Nigbur mit seinen Computer-Schülern. 

Ganztags-Unterricht 

Tölzer Südschule: Mehr Schule, weniger Stress

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Unterricht bis 15.45 Uhr am Nachmittag: Diese Vorstellung war vor einigen Jahren noch für viele Eltern gewöhnungsbedürftig. Heute ist die Ganztagsschule an der Tölzer Südschule Standard: Die Mehrheit der Familien entscheidet sich für dieses Modell.

Bad Tölz – Mehmet (13) macht große Fortschritte am Schlagzeug – schon nach wenigen Stunden. Nebenan, in der der Turnhalle, üben sich einige seiner Schulkameraden im Salto-Schlagen. Im Computerraum stellen Jugendliche eine Powerpoint-Präsentation zusammen. Und im nächsten Klassenzimmer wickelt Aaliyah (10) – selbst hat sie einen dicken Verband um den Kopf – gerade Fabian (11) in eine Rettungsdecke ein: Erste-Hilfe-Kurs.

Es ist ein ganz normaler Donnerstag an der Tölzer Südschule. Am wöchentlichen „Projektnachmittag“, wählen sich alle Mädchen und Buben, die die gebundene Ganztagsschule besuchen, klassen- und jahrgangsübergreifend etwas aus einem breiten Kursangebot aus. Da lernen sie dann Stoff, der im Lehrplan so nicht vorkommt: Auch Tischtennis, Brettspiele, Graffiti oder Pop-Gesang gehören dazu.

110 Fünft- bis Neuntklässler besuchen an der Südschule (insgesamt 440 Schüler in Grund- und Mittelschule) die gebundene Ganztagsschule. Mittlerweile ist dieses Angebot beliebter als die traditionelle Beschulung nur bis mittags. „Seit zwei Jahren gibt es bei uns mehr Ganztags-Eingangsklassen als Regelklassen“, erklärt Schulleiter Christian Müller. In den aktuellen Jahrgangsstufen fünf und sechs teilen sich die Schüler jeweils auf zwei Ganzstags- und nur eine Regelklasse auf. Die aktuellen Anfragen vor dem Einschreibetermin am 17. März deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Und das hat aus der Sicht des Schulleiters sowie von Ganztags-Koordinatorin Michaela Seifferer gute Gründe. „Wenn man die Kinder selbst fragt, ob ihnen der Schultag nicht zu lang ist, beschwert sich keiner“, sagt Müller. „Sie sind gern da und sind froh, dass sie keine Hausaufgaben mehr machen müssen, wenn sie nach Hause kommen.“ Studierzeiten sind nämlich im Stundenplan bereits enthalten. Die Eltern berichten laut Seifferer von einem „entstressten“ Alltag. Müller hat zudem festgestellt, dass die Neuntklässler, die auf der Ganztagsschule waren, oft bessere Abschlussnoten haben, „als vielleicht am Anfang zu erwarten war“.

Auch für die Lehrer sei das Ganztagsmodell attraktiv, erklärt die Pädagogin Seifferer. „Sie freuen sich, weil sie mehr Zeit mit den Kindern verbringen können.“ Weil es für die Ganztagsklassen ein Budget an zwölf zusätzlichen Lehrerstunden pro Woche gibt, sind in den Klassen (je 16 bis 18 Schüler) häufig zwei Lehrer anwesend, so dass sie individueller auf Stärken und Schwächen eingehen können. Jeder Klassenlehrer verfügt über einen gewissen Rahmen, in dem er sich freiberufliche Mitstreiter „einkaufen“ kann. Auch in den Freizeitphasen und beim Mittagsessen in der Mensa ist immer ein Lehrer dabei.

Eine Besonderheit an der Südschule ist die Ganztags-Übergangsklasse für Kinder, die noch nicht oder nur wenig Deutsch sprechen. Hier ist eine eigene Sozialarbeiterin im Einsatz. „Wir sind eine der ersten Schulen im ländlichen Raum, wo es das gibt“, sagt Müller. Die Schüler – meist aus Flüchtlings-Familien – vermischen sich in der Mittagspause, in der Mittagsfreizeit sowie am Projektnachmittag mit den anderen Jugendlichen. Müller: „So findet vom ersten Moment an Integration statt.“

Schnuppertag: 

Wie der Alltag an der Ganztagsschule aussieht, davon können sich alle Viertklässler der Tölzer Grundschulen (Jahn-, Lettenholz- und Südschule) am 8., 10. und 13. März an einem Schnuppertag ein Bild machen. Die Eltern können mitkommen.

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