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Jeden Samstag verteilen die Tölzer Tafelhelfer an drei Ausgabestellen in der Stadt Lebensmittel an bedürftige Menschen. 

Tölzer Tafel rettet jede Woche eine Tonne Essen

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Bad Tölz – Die Tölzer Tafel verteilt seit rund 15 Jahren Lebensmittel an Bedürftige. 100 Stunden sind die ehrenamtlichen Helfer pro Woche im Einsatz. Zirka eine Tonne an Lebensmitteln wird in derselben Zeit ausgegeben. Dafür, dass alles reibungslos klappt, ist einiges an Organisation nötig. Und neue Helfer sind immer willkommen.

Seit dem Rückzug der Tölzer Tafelgründer Gretel und Wolfgang Emmerich Anfang des Jahres kümmern sich Dagmar Karl (65) und ihr Mann Reinhold Pohle (67) um die Logistik. 60 bis 80 Helfer müssen koordiniert, die Geschäfte, bei denen Ware abgeholt wird, betreut werden. Dazu kommen viele organisatorische Kleinigkeiten. „Die Tafelwoche beginnt am Dienstag mit einem Anruf in der Molkerei in Pieding und der Frage, ob es Ware für uns gibt“, berichtet Dagmar Karl. Lautet die Antwort ja, bringt der Milchfahrer aus dem Berchtesgadener Land die Milchprodukte am Mittwoch mit nach Gaißach. Dort nimmt sie ein ehrenamtlicher Fahrer des Tafelautos in Empfang und verstaut sie im Keller der Südschule. Dort hat die Tafel einen Kühlraum, kleine Lagerflächen und eine Küchenzeile.

Verteilt wird zwar erst am Samstag, aber schon am Freitag sind die Fahrer wieder gefragt. Gegen Mittag müssen die Waren am Hofgut Letten in Bad Heilbrunn abgeholt und danach ebenfalls verstaut werden. „Manchmal fällt auch zwischendurch spontan noch was an, wenn wir beispielsweise bei den befreundeten Tafeln in Holzkirchen oder Geretsried etwas abholen können“, erklärt Reinhold Pohle.

Voller Einsatz ist dann am Samstag gefragt. Für das Fahrerteam gibt es einen genauen Zeitplan, wann welcher Supermarkt und welcher Bäcker in Bad Tölz angesteuert werden darf. „Bis zum Ende des Tags ist der Fahrer neun Stunden unterwegs“, sagt Karl. Und am Sonntag müsse der Wagen noch gereinigt werden.

Ebenfalls früh auf den Beinen ist an den Samstagen Wolfgang Weber, der die gesamte Verteilung koordiniert. Er sorgt nicht nur dafür, dass die unter der Woche eingesammelten Lebensmittel wieder aus dem Keller nach oben geräumt werden, sondern betreut auch die Tafel-Kunden und schaut, dass alles in geordneten Bahnen abläuft – und das im Prinzip an jedem Samstag, zwölf Stunden lang. „Wir sind sehr dankbar, dass wir ihn haben“, sagt Pohle.

Dazu sind samstags 16 Helfer eingeteilt, die sich um die Verteilung kümmern. Ein Achter-Team arbeitet im Franziskuszentrum, das andere verteilt erst in der Lettenholzschule und danach noch in der Südschule. Zuvor – ab etwa 14 Uhr – werden die Lebensmittel sortiert. Damit jeder weiß, wer wann Dienst hat, stellt Christa Krug alle zwei Monate Pläne auf. Bis etwa 20 Uhr dauert die Schicht der Verteiler.

Etwa 200 Kunden holen sich kostenlos Obst, Gemüse und Brot bei der Tafel ab. „Wir decken etwa ein Viertel des Lebensmittelbedarfs der Berechtigten“, sagt Pohle. 60 bis 80 Helfer sind regelmäßig für die Tafel im Einsatz. Viele von ihnen opfern einen Samstag im Monat für den ehrenamtlichen Dienst. „Wir haben viele Rentner bei uns, einige sind über 80. Deshalb brauchen wir mehr Leute, die mitanpacken“, sagt Pohle. 5500 ehrenamtliche Stunden kommen so übers Jahr zusammen. Und man bewahre Lebensmittel, die in Supermärkten übrig sind, vor der Tonne, und gebe sie Menschen, die diese Unterstützung gut brauchen können, betont Karl.

Helfer & Fahrer, die gerne bei der Tölzer Tafel einsteigen möchten, können sich bei Dagmar Karl unter der Nummer 0 80 41/7 93 52 21 oder per Mail an toelzer-tafel@kvtoel.brk.de melden.

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