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Eine Lebensbaum zum Abschied: Gretel und Wolfgang Emmerich (vorne, Mitte) wurden von den Mitgliedern der Tölzer Tafel in einer berührenden Feier verabschiedet. In der zweiten Reihe die neue Tafel-Chefs Reinhold Bohle (3. v. li.) und Dagmar Karl (6. v. li.). Auf den Blättern des Lebensbaums hatten alle „Tafelaner“ unterschrieben. 

Tölzer Tafel verabschiedet ihre Chefs

„Gretel ade, scheiden tut weh“

Bad Tölz –  Es war ein berührender Augenblick, als die Mitglieder der Tölzer Tafel mit Gretel und Wolfgang Emmerich am Samstag in der Tölzer Südschule ihren Chefs zum Abschied ein gemeinsames Lied sangen: „Gretel (Wolfgang) ade, scheiden tut weh“, tönte es vielstimmig durch die Aula.

Bei so viel Anteilnahme konnte Gretel Emmerich vor lauter Rührung ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. „Ihr habt die Tölzer Tafel groß gemacht“, konstatierte etwa Reinhold Bohle, der zusammen mit seiner Gattin Dagmar Karl nun die Führungsrolle der karitativen Organisation übernimmt. Im Rahmen der Ausgabe an der Südschule überraschten die „Tafelaner“ die Emmerichs am Samstag mit einer kleinen Überraschungsfeier.

„Ihr gebt zwar nun den Führungsstab ab, aber ich bin überzeugt, dass ihr den blauen Kittel der Tafelmitglieder so schnell noch nicht auszieht“, betonte Josef Niedermaier, der in Dreifach-Funktion gekommen war: Neben seinem kommunalpolitischen Amt als Landrat war er auch in seiner Funktion als Vorsitzender des BRK-Kreisverband – dem Träger der Tölzer Tafel – zugegen. Als Vertreter der Bäckerei Gotz trat er nicht zuletzt als Sponsor und Lieferant auf. 14 Jahre lang hatten die Emmrichs die Tafel geführt und so bekundete der Landrat: „Mit viel Herzblut habt ihr sie auf den Weg gebracht. Für das Vorbild, das ihr gelebt habt ein ganz, ganz großes Dankeschön.“ Nach einem etwas schwierigem Start vor 14 Jahren sind die Tafeln heute selbstverständlich, sagte Niedermaier, der den Emmerichs bescheinigte, dass die Tölzer Tafel, „ein Stück weit ihr Lebenswerk ist“.

Freilich erinnerte der Landrat aber auch an die Nutznießer der Einrichtung: „Eigentlich ist es traurig, dass wir in unserem Wohlstandsland so etwas überhaupt brauchen.“ Doch die Tafel wird gebraucht, und zwar dringender denn je, wie Wolfgang Emmerich deutlich machte: „Allein im letzten Jahr hatten wir bei unseren Kunden einen Zuwachs von rund 40 Prozent.“

Andreas Wiedemann, Zweiter Tölzer Bürgermeister und ebenfalls Lieferant, schloss sich den Dankesworten an und erklärte: „Das was ihr geleistet habt, geht weit über das Verteilen von Lebensmitteln hinaus.“ Mit rund 80 Leuten Personal und der dazugehörenden Logistik, „habt ihr die Tafel wie ein mittelständisches Wirtschafts-Unternehmen geführt“. Helmut Kulla, stellvertretender Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, sagte: „Ihr hattet euch vorgenommen die Armut im Landkreis zu bekämpfen. Und dazu habt ihr sehr erfolgreich beigetragen.“

Ewald Scheitterer

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