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Seine ganz eigene Verbindung zwischen Sport und Religion fand Stadtpfarrer Peter Demmelmair beim Fest-Gottesdienst am Marienbrunnen.

Tölzer Turnverein

Ein Verein und ein Fest für die ganze Familie

Bad Tölz – Der Tölzer Turnverein feiert 150-jähriges Bestehen: Gottesdienst in der Marktstraße und buntes Programm in der Halle.

Viele Reden wurden gestern gehalten und Dankesworte im Überfluss verteilt, bei den Jubiläums-Feierlichkeiten rund um das 150-jährige Bestehen des Tölzer Turnvereins. Doch den größten Lacher erzielte Stadtpfarrer Peter Demmelmair beim Fest-Gottesdienst am Marienbrunnen in der Marktstraße: In der alten Zeit sei die Welt noch in Ordnung gewesen, meinte der Stadtpfarrer. Da standen auf dem Schulzeugnis bei den Noten oben links als erstes Religion und unten rechts, als letztes, der Sport: „In den beiden Fächern hatte ich jeweils eine eins. Da habe ich dann meinem Vater weisgemacht, nur der Anfang und das Ende ist wichtig, der Rest zwischendrin ist egal.“

Auch wenn es dann zwischendrin manche Redner mit ihren Ansprachen ziemlich ernst nahmen: Am Schluss der Feierlichkeiten, als die Turnkinder in der Dreifachhalle an der Jahnstraße ihr Können unter Beweis stellten, machte sich unter den Besuchern wieder die lockere und heitere Stimmung eines familiären Festtags breit. Feste seien nicht nur eine willkommene Abwechslung im Alltag. Sie bekommen heute eine zusätzliche politische und gesellschaftliche Bedeutung, führte die neue TV-Vorsitzende Christiane „Jane“ Clarke aus: „Wir bieten dem Terror oder Amokläufern die Stirn, wir lassen uns nicht unterkriegen, wir helfen Menschen, die Hilfe benötigen, wir integrieren im Sportverein und wir lachen und feiern gemeinsam.“

Typisch für den Tölzer Turnverein ist, dass in vielen Familien Enkel, Kinder, Eltern und Großeltern nicht nur Mitglieder, sondern auch aktiv sind. „Da ist unser jüngstes Mitglied – beim Eltern-Kind-Turnen – gerade einmal acht Monate alt, und unser ältestes bewegt sich auf die 90 zu“, betonte Ehrenpräsident Max Kiechle. Er freute sich besonders über die zahlreichen Vereinsabordnungen – „alle mit Fahne“ – die dem Festtag beigewohnt hatten. Aus Tölz waren dies das Rote Kreuz, die Feuerwehr Ellbach, die Hausknechte, die Kolpingsfamilie, die Feuerschützen, die Trachtler der Edelweißer, der Kirchstoana und der Isarwinkler, die Schützenkompanie sowie der Veteranen- und Militär-Stammverein.

Unter den Sportvereinen begrüßte er die Abordnungen des SV und Rot-Weiß Bad Tölz, des TV Lenggries, des TV Miesbach, des TSV Wolfratshausen, des TSV 1899 Partenkirchen und die Sportfreunde Nassau (Rheinland-Pfalz) mit deren Bürgermeister Armin Wenzel an der Spitze, zu denen die TV-Leichtathleten eine jahrzehntelange Freundschaft pflegen.

An der Spitze der sportlichen Gäste standen Günther Lommer, Präsident des Bayerischen Landessportverbands (BLSV), und Günter Braun, Ehrenmitglied im Bayerischen Turnverband (BTV). Letzterer nahm dann auch die Würdigung vor. Stellvertretend für alle Turner überreichte er den Abteilungsleiterinnen Rosmarie Bauer (Kinderturnen), Maria Gold (Gerät- und Rhönrad-Turnen) und Kathrin Weller (Gymnastik) sowie Vereinschefin Jane Clarke eine Ehrentafel zum runden Jubiläum.

„Ein Geburtstags-Geschenk wie einen Zinnteller, ein Krügerl oder ähnliches habe ich nicht mitgebracht, das Geschenk der Stadt Bad Tölz haben sie bereits vor der Eingangstüre gesehen“, erklärte Bürgermeister Josef Janker und verwies damit auf den neuen „Büroanbau“, der jüngst für rund 270 000 Euro errichtet worden war: „Die Stadt hat sich zu etwa 70 Prozent an den Kosten beteiligt. Nicht zu vergessen, die beiden Beach-Volleyball-Plätze, die derzeit an der Mittelschule-Süd entstehen. Ich denke, das ist ein angemessenes Geschenk.“

Jankers Dank für das „wertvolle sportliche, aber auch gesellschaftspolitische Engagement des Turnvereins“ schloss sich dann auch Landrat Josef Niedermaier an: „Der Verein hat sich zu einer nicht mehr wegzudenkenden sozialen Einrichtung entwickelt.“

Ewald Scheitterer

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