Die Lockvögel Katrin Pietsch und Phil Schäfer stellten den Tölzer Humor auf die Probe. Foto: Stefan Maier

Dreharbeiten in der Marktstraße

„Die Tölzer verstehen Spaß“

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Bad Tölz - Für eine Folge der Sendung "Verstehen Sie Spaß" drehte ein Filmteam vergangene Woche in der Tölzer Marktstraße.

Irgendetwas ist anders am Donnerstag in der Tölzer Marktstraße. Zwei Holzhäuschen, in denen gerade mal eine Person Platz hat, stehen neben dem Stadtmuseum. Auf den Außenwänden kleben Plakate für die Sonderausstellung Reinheitsgebot. Neue Litfaßsäulen? Stefan Maier erklärt, was es damit auf sich hat – aber erst, als alles schon vorbei ist. Die Arbeit von Kimmig Entertainment ist streng geheim.

Die Produktionsfirma dreht seit 35 Jahren für die SWR-Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ Am Donnerstag und Freitag stellte das Filmteam den Humor der Landkreisbewohner auf die Probe. Bevor die Scherze im Kasten sind, darf nichts verraten werden, „sonst sind unsere ,Opfer‘ schon vorher hellhörig“, sagt Produzent Maier.

In der Tölzer Marktstraße spielt der Fahrradständer eine entscheidende Rolle. „Es war kein großer Gag, aber sehr nett“, so Maier. Lockvogel Katrin Pietsch wartet, bis jemand sein Fahrrad abstellt. Sie parkt daneben. Phil Schäfer, der ihren Sohn spielt, kettet das Fahrrad an das des „Opfers“, versehen mit einer Spardose. „Er will Lösegeld erpressen und hat auf die Spardose geschrieben, dass das Fahrrad freikommt, wenn derjenige zehn Euro einwirft und nochmal fünf Minuten weggeht“, erklärt Maier.

Die Reaktionen der Tölzer sind ganz unterschiedlich, als Lockvogel Katrin Pietsch dazustößt und den Ahnungslosen beschuldigt, ihr Fahrrad mit abgesperrt zu haben. „Manche haben sich aufgeregt, manche sind ganz nett auf das Kind eingegangen, als sich Phil Schäfer gezeigt hat“, sagt Maier. Er ist zufrieden mit den acht „Opfern“, die er in Bad Tölz gefunden hat. „Die Tölzer verstehen definitiv Spaß.“ Das Team sei bereits vor zwei Jahren in der Stadt gewesen. „Wir kommen immer gerne her.“

Die beiden Häuschen gehören übrigens zur technischen Ausrüstung. Die Regie kommt während des Drehs in der Galerie des Stadtmuseums unter. „Es ist immer toll, wenn Fernsehaufnahmen in Bad Tölz sind“, freut sich Kurdirektorin Brita Hohenreiter. „Das ist eine gute Werbung für die Stadt.“

Ganz in der Nähe war Kimmig Entertainment übrigens auch am Freitag. „In Vomp haben wir Touristen bei einer Polizeikontrolle reingelegt“, berichtet Maier. Zwei Schauspieler gaben österreichische „Trottelpolizisten“, die den Geduldsfaden der Autofahrer zum Reißen brachten. „Sie erfinden absurde Gesetze, zum Beispiel die Helmpflicht für Cabriofahrer.“ Der Vorteil an der Grenze sei, dass sich deutsche Touristen nie sicher sein können, ob es nicht wirklich so in Österreich ist. „Einmal kontrolliert der Polizist auf Alkohol und fordert den Touristen auf, die Zunge rauszustrecken.“ Dann beginnt das Verwirrspiel: Der Polizist dreht sich weg, der zweite schaut hin und beginnt zu schimpfen. „Strecken Sie mir die Zunge raus? Das ist Beamtenbeleidigung.“

Stefan Maier und seine Kollegen haben sich bei diesem Scherz ein bisschen an „Hubert & Staller“ orientiert. Nach 35 Jahren sei es gar nicht mehr so leicht, neue Streiche zu erfinden, sagt der Produzent. „Im Alltag fällt einem am meisten ein. Wir beschäftigen Autoren und bekommen immer wieder Vorschläge von Zuschauern.“ Auch wenn er morgens nie wüsste, ob der Dreh funktioniert. „Es macht uns immer noch Spaß.“

Sendung

Die Clips aus Bad Tölz und Vomp werden in der Sendung am 29. Oktober oder 3. Dezember gezeigt.

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