Tölzer vor dem Amtsgericht

Beleidigung nach Besenstiel-Attacke

Ruhestörung, Beleidigungen, eine Attacke mit dem Besenstiel: Ein Nachbarschaftsstreit in Bad Tölz beschäftigt seit Längerem die Justiz. Nun wurde ein weiterer Aspekt verhandelt.

Bad Tölz –  Mit derben Worten soll ein 24-jähriger Tölzer Student in den Morgenstunden des 28. August 2016 einen 48-jährigen Hausbewohner beleidigt haben. Der Schmähung voraus ging eine Attacke mit dem Besenstiel. Der 48-Jährige wurde dafür bereits zur Rechenschaft gezogen. Nun wurde der Student  wegen Beleidigung verurteilt.

Der Angeklagte schilderte zunächst die Vorfälle aus seiner Sicht. Demnach kam er an besagtem Tag gegen 6 Uhr morgens zusammen mit einem Freund vor dem Mehrfamilienhaus an. „Wir stiegen beide aus dem Taxi und beschlossen dann, noch eine zu rauchen“, sagte der Student. Dabei soll er sich mit seinem 19-jährigen Kumpel so laut unterhalten haben, dass sich ein Hausbewohner gestört fühlte. Der Nachbar rief den beiden jungen Männern zunächst aus seinem Fenster zu, ruhig zu sein. Als die erwünschte Reaktion ausblieb, ging er in den Keller, holte dort einen Besen und verlieh damit seiner Bitte Nachdruck. Schnell entwickelte sich eine handfeste Rangelei zwischen dem Hausbewohner und dem Studenten. „Mein Freund versuchte ihn festzuhalten“, sagte der Angeklagte. Dass dabei wechselseitige Beschimpfungen fielen, räumte er ein.

Nachdem sich die Streithähne getrennt hatten, nahm die Polizei ihre Ermittlungen auf. So muss sich der 48-Jährige nun wegen versuchter Körperverletzung vor dem Landgericht in München verantworten. „Ich bin Moslem und fühlte mich in meinem Morgengebet gestört“, versuchte sich der verheiratete Mann zu rechtfertigen.

Bei der Verhandlung im Amtsgericht ging es jedoch nur um die Beleidigung des Studenten. Und die sahen die Staatsanwältin sowie Richter Urs Wäckerlin als erwiesen an.

Während seinem Freund, der ebenfalls auf der Anklagebank saß, keine Beleidigung nachgewiesen werden konnte, erhielt der 24-Jährige eine geringe Geldstrafe von 150 Euro. Strafmildernd wirkte sich aus, dass die Beleidigung in einer emotional aufgeheizten Situation ausgesprochen wurde und der Tölzer über kein eigenes Einkommen verfügt. Sein Rechtsanwalt hatte vergeblich auf Freispruch plädiert.  ph

Rubriklistenbild: © dpa

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