Die bekannte Kalvarienbergkirche musste jetzt außen nach einem Hagelunwetter saniert werden.
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Die bekannte Kalvarienbergkirche musste jetzt außen nach einem Hagelunwetter saniert werden.

Kalvarienbergkirche außen restauriert

Tölzer Wahrzeichen in altem Glanz

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Ein Hagelunwetter setzte 2018 der Tölzer Kalvarienbergkirche arg zu. Nun wurde die Fassade restauriert.

  • In Tölz gab es 2018 ein Hagelunwetter
  • Ein Teil der Kalvarienbergkirche wurde außen stark beschädigt
  • Jetzt wurde die Wetterseite restauriert

Bad Tölz – Seit Mai war das Tölzer Wahrzeichen auf der Südseite von einem Gerüst umgeben. Vor Kurzem konnte es abgebaut werden, wenngleich noch letzte Arbeiten am Sockel der bekannten Kirche vorgenommen werden. Um die fachmännische Restaurierung der Fassade kümmert sich Kirchenmaler Thomas Segl von der Firma Wiegerling in Gaißach.

Segl kennt sich bestens aus, malte er doch schon 2004 die Marmorfassung. Vor 16 Jahren wurde die Kirche, die zwischen 1722 und 1735 errichtet wurde, umfangreich saniert. Zuvor hatte man große Putz- und Bauschäden festgestellt. „An der vielfach renovierten Kirche waren bei Untersuchungen insgesamt sieben Marmorfassungen, von 1722 bis ins 19. Jahrhundert, nachzuweisen“, sagt Eva Wiegerling-Hundbiß. 2004 entschied man sich, die dritte Fassung aus dem Jahr 1735, also dem Jahr der Fertigstellung. „Sie umfasste erstmals alle heute vorhandenen Bauteile der Kirche.“

Thomas Segl führte damals diese Arbeiten aus, und folglich widmete er sich auch jetzt der Behebung des Hagelschadens. „Das Marmorieren ist die Königsdisziplin eines Kirchenmalers“, sagt Wiegerling-Hundbiß. Jeder habe dabei seine eigene Handschrift. Segl hatte auf dem Gerüst einen Halbkreis von verschiedenen Tiegeln, Eimerchen und Farbgläsern um sich, in die er mal hier, mal dort seine Pinsel eintauchte. „Dann wurden mal breite, mal feine Adern oder Tupfer in rascher Abfolge auf die Fassade gemalt“, erklärt Wiegerling-Hundbiß. „Bei dieser Technik muss jeder Handgriff sitzen, da die Farbe nicht abtrocknen, sondern ,im Fluss‘ bleiben muss.“

Die Marmorierungen auf der Fassade tragen wieder die Handschrift des Kirchenmalers Thomas Segl.

Auf dem Kalvarienberg, vor allem auf einem Kirchengerüst, sei es recht windig, berichtet Wiegerling-Hundbiß. „Es war ein sehr gutes Gerüst und sehr gut abgedeckt. Die Arbeiten sind ganz im Zeitplan verlaufen.“

Blickt man von unten auf die Kirche, hat man das Gefühl, wirklich auf „echten“ Marmor zu schauen: Die grauen Flächen beispielsweise sehen aus, als handle es sich um zersägte und aufgebrachte Marmorplatten. Doch das ist eine Illusion. Damit sie zustande kommt, sei es unter anderem wichtig, große Wellenlinien zu malen. „Dann wirken sie in der Distanz.“

Thomas Segl war schon bei der Restaurierung 2004 dabei.

Als 2004 das Gerüst wieder abgebaut wurde, war die Fassadenbemalung eine kleine Sensation: „Vorher war sie einfach weiß getüncht und in die Jahre gekommen, dann zeigte sie sich auf einmal im italienischen Stil mit Imitationen verschiedener wertvoller und seltener Marmorsorten, wie man sie beispielsweise in Italien sieht“, sagt Wiegerling-Hundbiß. Auf der wettergeschützten Seite der Kirche ist diese Marmorierung – Kalkfarben auf Kalkputz – bis heute komplett in Ordnung. „Wir mussten lediglich auf der Wetter-Seite die Ausbesserungen durchführen.“ Die Kosten sind durch die Hagel-Versicherung gedeckt.

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