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Für Leben in der Marktstraße sorgt der Umzug des Wochenmarkts vom Jungmayrplatz zum Winzerer-Denkmal.

Wegen Bauarbeiten im Gries 

Tölzer Wochenmarkt zieht in die gute Stube

Der Tölzer Wochenmarkt ist umgezogen. Die Händler bieten vorübergehend ihre Waren nicht mehr im Gries an, sondern in der Marktstraße. Die ersten Reaktionen sind recht positiv. Einige müssen sich mit dem neuen Standort aber noch anfreunden.

Bad Tölz – Die Obst- und Gemüsestände, Fleisch- und Käsetheken mit all den Spezialitäten wurden am Mittwoch erstmals in der oberen Marktstraße aufgebaut. Wie berichtet kann der Markt wegen Arbeiten der Stadtwerke an den Gas- und Wasserleitungen in den nächsten Monaten nicht mehr im Gries stattfinden.

Wie kommt der neue Standort bei den Kunden an? Die Tölzerin Nicole Deissenberger findet ihn gut. Sie erledigt regelmäßig ihre Einkäufe auf dem Wochenmarkt. „Das belebt die Marktstraße. Ich finde das super“, sagt die 50-Jährige. Deissenberger betreibt in der Marktstraße ein Modegeschäft und freut sich über die zusätzliche Laufkundschaft, die der Markt anzieht. „Es ist zwar eine Umstellung, und auch parkplatztechnisch ist das vielleicht nicht ideal, aber dafür finde ich das Umfeld und die Atmosphäre hier toll“, sagt Deissenberger.

Die Märkte am Mittwoch und Freitag sind für viele Stammkunden mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit. Gabriele Haehn kauft dort mit Leidenschaft Obst, Gemüse, griechische Spezialitäten und Fisch. „Das ist ein ganz anderes Einkaufserlebnis“, sagt Haehn und spielt auf den sozialen Aspekt des Angebots an: „Es ist viel persönlicher hier. Man kann auch mal gemütlich ratschen“, so die Tölzerin. Für Helmi Schneider ist der Standortwechsel noch gewöhnungsbedürftig. Sie kauft jede Woche am Markt ein und findet: „Unten war es lockerer, übersichtlicher, und es war auch mehr Ruhe.“ Die 79-Jährige musste sich am Mittwoch erst einmal orientieren und ihre Stamm-Stände finden. Auf altbekannte Gesichter traf sie dennoch recht schnell. „Die abschüssige Marktstraße ist aber nicht so gut für die Händler“, sagt Schneider. Sie sieht jedoch auch einen Vorteil. „Ich muss meine Einkäufe nicht mehr so weit nach Hause tragen.“

Edmund Kost hat da weniger Glück. „Ich bin nicht so gut zu Fuß und jetzt muss ich immer die steile Marktstraße hinauflaufen“, sagt der 86-Jährige. Den Fritz- und Jungmayrplatz als Marktstandort ist er gewohnt, die Marktstraße findet Kost zugig und kalt. Bei schlechtem Wetter könne der neue Standort deutlich ungemütlicher werden als der alte. Der Tölzer hofft, dass der jetzige Zustand bald vorbeigeht. „Dauerhaft wäre das nichts für mich.“

Auch die Händler sehen den neuen Standort mit gemischten Gefühlen. Mohsen Bahrami verkauft seine griechischen Spezialitäten direkt am Winzerer-Denkmal. „Es ist ganz schön laut hier“, sagt Bahrami. In anderer Hinsicht ist es ihm an diesem tag zu ruhig: nämlich, was die Kundenfrequenz betrifft. „Aber das kann man auch nicht so pauschal sagen“, meint der 48-Jährige. Es gebe keine Regeln für den Markt, schon in der nächsten Woche könne das Kundenaufkommen wieder viel höher sein. Aber: „Die Parkplatzsituation ist schlechter als vorher“, sagt Bahrami.

Obst- und Gemüsehändler Levent Dinc hat im Gegensatz zu Bahrami das Gefühl, dass in der Marktstraße mehr los ist, als am alten Standort. „Es kommt mehr Laufkundschaft, und es kommen mehr Touristen“, sagt der 25-Jährige. Der Jungmayrplatz liege eben versteckter, Urlauber und spontane Käufer kämen dort seltener vorbei. Die Meinungen seiner Kunden gehen laut Dinc auseinander: „Manche sind begeistert, andere nicht.“ Auch er spricht die Parkplatzsituation an: „Die war vorher besser. Die alten Leute können nicht so weit schleppen.“

Ein Spargel-Verkäufer wünscht sich zum neuen Standort eine weitere Veränderung. „Es wäre nicht schlecht, wenn der Markt bis 16 Uhr oder sogar den ganzen Tag andauern würde.“

Nora Linnerud

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