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Der Jodquellenhof war in den vergangenen Monaten das Zuhause von Barbara Zeilmann. Ende Juli muss die 50-Jährige ausziehen. 

Hilferuf

Tölzerin (50) sucht Vermieter mit Herz

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Schon für „normale“ Menschen ist es schwierig, in Bad Tölz eine bezahlbare Wohnung zu finden. Für Menschen mit psychischen Problemen wie Barbara Zeilmann ist es fast unmöglich. 

Bad Tölz – Es geht nicht mehr: Nach über einem Jahr im Jodquellenhof muss Barbara Zeilmann Ende Juli ausziehen. Nicht nur, weil man dort eigentlich nicht länger als sechs Monate wohnen darf. Durch die Ausgangsbeschränkungen kam es zu Spannungen unter den Bewohnern in dem ehemaligen Sterne-Hotel, wie Barbara Zeilmann berichtet. Nun sucht sie eine neue Unterkunft – und ist verzweifelt: „In Bad Tölz etwas zu finden ist schier unmöglich.“

Als Kind Schlimmes erlebt

Die 50-Jährige hat einiges durchgemacht. Als Kind wurde sie von ihrem Vater sexuell missbraucht, 2014 nahm sich ihr Ehemann das Leben. „Seitdem geht alles schief.“ Barbara Zeilmann hat mehrere Therapien hinter sich. Aktuell findet sie Hilfe beim Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDI) der Caritas in Bad Tölz. Ihr Berater kann sich Barbara Zeilmann im Programm „Betreutes Einzelwohnen“ vorstellen. Doch das geht erst, wenn sie einen Mietvertrag in der Tasche hat.

Barbara Zeilmann hofft nun, dass ihr ein Vermieter eine Chance gibt. Sie weiß, dass sie an manchen Verhaltensweisen arbeiten muss. Der Wille ist da. Die Wahl-Tölzerin will endlich wieder ein geregeltes Leben führen. 27 Jahre hat sie bei der Stadt München als Verwaltungsfachkraft gearbeitet. Ab September möchte sie in Bad Tölz eine Ausbildung zur Pflegefachfrau beginnen. „Ich brauche etwas zu tun“, sagt Zeilmann. „Sie könnte ein Segen für Senioren sein“, sagt ihr Betreuer vom SPDI. Zunächst aber brauche Barbara Zeilmann ein Dach über dem Kopf.

Zimmer mit Bad würde reichen

„Ich bin nicht anspruchsvoll“, sagt die 50-Jährige. „Ein Zimmer mit Bad würde reichen.“ Die Kosten bis zu 600 Euro warm übernimmt das Jobcenter. Aktuell lebt Barbara Zeilmann von ihrer Witwenrente und Hartz IV. Klappt es mit der Ausbildung, würde sie zwischen 1100 und 1200 Euro brutto verdienen.

Am liebsten würde Barbara Zeilmann in Bad Tölz bleiben. „Ich habe tolle Ärzte hier.“ Und noch viel wichtiger: die Zuganbindung. Sie ermöglicht es der Mutter von Barbara Zeilmann, ihre Tochter regelmäßig zu besuchen. Für die 50-Jährige sind diese Treffen sehr wichtig: „Außer ihr habe ich niemanden, sie ist meine wichtigste Bezugsperson.“ Auch die Gemeinden Gaißach und Wackersberg kämen als Wohnort in Frage: Hauptsache, die Kurstadt sei mit dem Radl gut zu erreichen. „Ich habe mein Herz an Bad Tölz verloren“, sagt Barbara Zeilmann. Hier fühlt sie sich zum ersten Mal seit Langem zuhause. Hier möchte sie endlich in ein selbstbestimmtes Leben starten und die Dämonen der Vergangenheit hinter sich lassen.

Wer kann helfen?

Vermieter, die Barbara Zeilmann helfen wollen, können sich unter Tel. 01511/8 94 70 34 bei ihr melden.

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