Tölzerin betrogen

Kein Glück mit Lotto-Spielgemeinschaft

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Christine Schneider (67) hat noch nie Lotto gespielt. „Ich gewinne eh nie etwas“, sagt sie. Im Januar wurde sie trotzdem in ein Glücksspiel verwickelt – durch eine Telefonmasche. Ihr Mann hat sich an unsere Zeitung gewandt. „Ich will, dass nicht noch andere Leute da reinrasseln“, sagt Anton Schneider (75).

Bad Tölz – Alles fing mit einem Brief von „webLotto24“ an. Den hat die 67-Jährige weggeworfen. Das macht sie mit Werbepost immer so. Ein paar Tage später rief die Firma allerdings an. Und da fiel es Schneider nicht so leicht, das Unheil mittels Papiertonne abzuwenden. „Weil sie sich nicht gerührt hat, nehme sie jetzt am Lotto teil“, berichtet ihr Mann von dem Gespräch.

Der Anrufer redete so geschickt auf Christine Schneider ein, dass sie schließlich ihre Kontodaten herausgab. „Zum Abgleich“, sei das nötig. Daraufhin erhielt sie wieder einen Brief, den ihr Mann vor dem Mülleimer bewahrte.

In dem Umschlag steckte „Ihr offizielles Teilnahme-Zertifikat“. Demnach scheint „webLotto24“ eine Art Spielgemeinschaft zu sein. Es werde eine Zahlenkombination ermittelt und von dem Lizenzpartner, einer gewissen Dr. Leise KG, an den Lotterieveranstalter weitergeleitet.

Dazu hat Christine Schneider Zugangsdaten fürs Internet bekommen. „Wir haben gar kein Internet“, sagt Anton Schneider allerdings. Letztendlich hatte Christine Schneider recht, lieber die Finger vom Lottospielen zu lassen. Gewonnen hat sie in diesem Fall tatsächlich nicht.

„WebLotto24“ buchte 64,55 Euro von ihrem Konto ab. Eine Einzugsermächtigung hat Christine Schneider aber nie unterschrieben. „Möglicherweise wurde eine Lastschriftermächtigung vorgegaukelt“, sagt der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl. Anton Schneider hat den Telefonbetrug angezeigt. Hoffnungen, den Schuldigen zu finden, kann Gigl allerdings nicht machen. „Es ist sehr schwer, gegen sie vorzugehen und herauszufinden, wer sich hinter welchen Servern versteckt“, sagt der Polizeichef.

Mit dieser Firma hatte die Tölzer Polizei bisher noch nicht zu tun. Allerdings ist dieser Telefonbetrug kein Einzelfall. Vor Kurzem gab sich ein Anrufer sogar als Polizeibeamter aus (wir berichteten). „Man muss extrem aufpassen. Die sind so redegewandt, dass ich fast selbst darauf reinfallen könnte“, sagt Gigl.

Er rät: Nie etwas bezahlen und keine Daten herausgeben. Briefe sollte man besser nicht gleich wegwerfen, sondern an die Adresse antworten, dass keine Geschäftsbeziehung besteht. Anton Schneider hat das Geld über die Bank zurückgefordert, einen Widerruf an die Firma geschickt und hofft, dass kein anderer auf die Masche hereinfällt.

Rubriklistenbild: © dpa

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